Big Data und Perlenkette: Logistik 4.0 in Neckarsulm

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Vernetzung und Digitalisierung in der Audi Logistik

Ein Bild sagt mehr als tausend Zahlen – diesem Grundgedanken folgt der „BigData Monitor“. Das Computerprogramm zeigt im Kleinen, wie komplex die Vernetzung in der Audi Werklogistik und Produktionssteuerung am Standort Neckarsulm ist und welche Rolle Digitalisierung dabei spielt.

Blaue Vierecke in Groß und Klein. Dazwischen ein rotes. „Das rote sticht gleich ins Auge“, sagt Christoph Hagmüller, der Spezialist für Big Data-Lösungen bei Audi in Neckarsulm. Herkömmliche Tabellen seien ein Auslaufmodell beim Frachtkostenmanagement am Standort. „Durch Formen und Muster erkennen wir heute mit einem Mausklick Zusammenhänge, die wir vorher in normalen Tabellen nicht gesehen hätten.“ Die visuelle Aufbereitung und Analyse großer Datenmengen, wie mit dem sogenannten BigData Monitor, zahlt sich aus.
Dieter Braun, Leiter der Produktionssteuerung/Werklogistik am Standort Neckarsulm, sieht großes Potenzial:

Das interaktive Multimedia-Terminal erklärt Besuchern visuell, wie Logistik-Prozesse bei Audi funktionieren.

„Alleine im ersten Jahr konnten wir die Frachtkosten um einen sechsstelligen Betrag verringern, ohne dass sich die Lagerbestände erhöht und die Versorgungssicherheit verschlechtert hätten.“
Und das ist erst der Anfang. Ein Big Data-Team am Standort Neckarsulm arbeitet bereits an weiteren Lösungen. „Wir vernetzen Kompetenzen und sind bewusst interdisziplinär aufgestellt“, erklärt Hagmüller. „Ingenieure, Informatiker und Psychologen entwickeln gemeinsam neue Big Data-Möglichkeiten für Werklogistik und Produktionssteuerung.“

Dieter Braun, Leiter Produktionssteuerung/Werklogistik Audi Neckarsulm, ist davon überzeugt, dass Logistik und Big Data zusammengehören.

Komplexe Vernetzung – kein Problem

Schon heute ist der Datenschatz am Standort enorm, und er wächst weiter: Neckarsulm hat die höchste Komplexität im gesamten Volkswagen-Konzern. Sein Netzwerk umfasst mehr als 1.200 Lieferanten und mehr als 56.000 Bauteile. Täglich kommen hier 700 Lastwagen und 21 Eisenbahnwaggons an. „Diese Komplexität zu beherrschen, ist unsere Aufgabe“, erklärt Braun. „Und Big Data ist in Zukunft essentiell, um die Steuerung von Produktion und Logistikprozessen weiter zu optimieren.“
Neben dem BigData-Monitor ist die Montagehalle des Audi A6 und A7 mit einer weiteren digitalen Neuheit in der Logistik ausgestattet: Wie die Logistik- und Steuerungsprozesse bei Audi funktionieren, können Besucher am neuen interaktiven Multimediaterminal sehen und selbst ausprobieren. Verschiedene Modi stellen sicher, dass vom Laien bis zum Experten jeder die Zusammenhänge in der Logistik versteht. Es stellt besonders bildhaft dar, wie sehr Prozesse in der Logistik vernetzt sind und wie wichtig die Digitalisierung für die Produktion ist.

Autonome Logistik: Alltag in der Produktion

Vernetzung in der Audi Logistik.

Ein paar Meter entfernt zeigt sich in der Praxis, was das Terminal über die Vernetzung in der Produktion zeigt: Fahrerlos bewegt sich ein Transportfahrzeug (FTF), biegt ab und hält an. Ein Produktionsmitarbeiter hebt den Kabelbaum des FTF. Nun kann er montiert werden. Das FTF macht sich währenddessen auf den Rückweg, um die nächsten Bauteile abzuholen und pünktlich in der Montage anzuliefern.
Die FTF sind miteinander vernetzt und „klären“ untereinander, wer welche Fahrspur nutzt. Zudem erhalten sie ständig Informationen, zu welchem Zeitpunkt sie ihre Teile an welcher Stelle abliefern müssen.

Die Perlenkette – mehr als nur Schmuck

Was Digitalisierung darüberhinaus in der Logistik bedeutet zeigt das Perlenkette-Prinzip – eine Eigenentwicklung der Neckarsulmer Produktionssteuerung. Das Prinzip legt sechs Tage im Voraus für jede Montagelinie die verbindliche und exakte Auftragsreihenfolge fest. Ein Algorithmus errechnet mithilfe der Datensätze, die die Informationen über die bestellten Autos enthalten, die beste Reihenfolge. Zugleich berücksichtigt er den Aufwand für die Mitarbeiter an allen Arbeitsplätzen in der Montage, so dass sie gleichmäßig arbeiten können. So bleibt die Reihenfolge im Zeitplan.
Die Auftragsabfolge bildet die Basis für eine stabile logistische Versorgung. Dafür wird die Perlenkette-Reihenfolge an Lieferanten übertragen, die daraufhin die Teile nacheinander produzieren. So können sie Audi sequenzgenau beliefern, auch wenn ihr Lager 1.200 Kilometer vom Audi-Werk entfernt liegt. „Ein weiterer Durchbruch für die Effizienz“, sagt Braun.

Die Vernetzung in der Logistik können Sie selbst erleben – bei der neuen Werkführung „Agile Logistik. Was wir bewegen – was uns bewegt.“ am Audi-Standort Neckarsulm. Sie können sich für die 90-minütige Führung telefonisch unter 0800 2834468 oder per Mail an welcome@audi.de anmelden.

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