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420.000 Quadratmeter für den Leichtbau

Alles aus dem Werkstoff Aluminium rausholen – Dieses Ziel verfolgen künftig 800 Audi-Mitarbeiter in Münchsmünster. Dort befindet sich die neue Fertigung der AUDI AG. Das Unternehmen lud zur feierlichen Eröffnung.

 Auf über 700 Grad wird das Aluminium in den Schmelzöfen erhitzt
Auf über 700 Grad wird das Aluminium in den Schmelzöfen erhitzt
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„Wir haben hier eine hochmoderne Fertigung, ausgerüstet mit den neuesten Technologien“, so Frank Dreves vor den mehr als 300 anwesenden Gästen in Münchsmünster. „Mit den Bauteilen, die wir herstellen, werden wir den Leichtbau weiter perfektionieren können.“ Doch während der Audi-Produktionsvorstand auf der Hauptbühne die Vision des neuen Kompetenzzentrums für Aluminium vorstellt, gibt im Hintergrund ein ganz anderes, für den Automobilbau so gar nicht mehr zeitgemäßes Metall den Ton an – wohl aber zum letzten Mal in diesen Hallen. Die Musikband bereitet sich mit schweren, aus Messing gefertigten, Blasinstrumenten auf ihren Auftritt vor. Gegen deutlich leichtere Saxophone und Trompeten aus Aluminium, hätten wohl auch diese Damen und Herren nichts einzuwenden. Verglichen mit den möglichen Vorteilen für Musiker, liegt das Potenzial des leichten Aluminiums in der Automobilproduktion jedoch um ein Vielfaches höher.

Denn die modernen Aluminiumdruck-Gussteile vereinen geringes Gewicht mit hoher Festigkeit und Präzision und eignen sich daher perfekt für den Karosseriebau. In den riesigen Öfen der Halle K10 wird der Werkstoff zunächst bei 700 Grad eingeschmolzen und anschließend in Stanzpressen millimetergenau in die passende Form gebracht. Ausgeführt und überwacht wird diese Arbeit von hochqualifizierten Fachkräften, bis 2016 werden 800 Audi-Mitarbeiter in Münchsmünster tätig sein.  250 neue Stellen werden dafür neu geschaffen.

Fertigung Münchsmünster

Die Fertigung wird eröffnet – (von links) Thomas Sigi, Vorstand Personal und Soziales AUDI AG, Peter Kössler, Leiter Audi-Werk Ingolstadt, Arne Lakeit, Leiter Produktions- und Werksplanung AUDI AG, Peter Mosch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender AUDI AG, und Dr. Frank Dreves, Vorstand Produktion AUDI AG

Audi investiert einen Betrag im unteren dreistelligen Millionenbereich in die neue Fertigungsstätte in Münchsmünster. Neben seiner unmittelbaren Nähe zu Ingolstadt, punktet der Standort vor allem mit seiner Anbindung an die bereits bestehende Produktionsinfrastruktur und entlastet so das Stammwerk in Ingolstadt. Mehr als 20 Millionen Komponenten werden hier in Zukunft jährlich produziert. Auch in Sachen Nachhaltigkeit überzeugt die neue Fertigung. Energie und Wärme werden zurückgewonnen, Abluft und Abwasser gereinigt und der Schallschutz ist auf dem neuesten Stand der Technik.

„Durch das Projekt Münchsmünster schaffen wir in unserer Heimatregion neue Stellen und besonders attraktive Arbeitsplätze im Bereich der Zukunftstechnologien“, sagt Peter Mosch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender AUDI AG. Für das Unternehmen ist Münchsmünster ein klares Bekenntnis zur Region rund um Ingolstadt. Die weitläufigen Hallen mit Deckenhöhen von bis zu sieben Metern wurden hier in nur 15 Monaten errichtet. Projektleiter Stefan Royer kündigt an, dass hier ab dem heutigen Tag der Audi-Spirit einkehren werde und eröffnet mit diesen Worten die neue Fertigungsstätte.

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