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50 Jahre im Dienst der vier Ringe

Diese Beziehung hielt länger als manche Ehe: Josef Habla, Lorenz Forster und Hans-Werner Goercke feiern 50 Jahre im Dienst der vier Ringe. Eingestellt bei der Auto Union, haben sie einen wichtigen Teil der Unternehmensgeschichte miterlebt.

 Josef Habla leitet heute das Vorseriencenter
Josef Habla leitet heute das Vorseriencenter
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Es war ein Montag im September vor 50 Jahren. An diesem Tag hat Josef Habla zum ersten Mal das Werksgelände in Ingolstadt betreten. 14 Jahre war er damals alt und stand am Anfang seiner Lehre zum Werkzeugmacher.

„Ich hatte von nichts eine Ahnung“, blickt er mit einem Augenzwinkern zurück. Das sollte sich ändern: Der heute 64-Jährige kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken und ist dabei all die Jahre dem Unternehmen treu geblieben. Nach einem halben Jahrhundert im Dienst der vier Ringe ist der Ingolstädter heute Leiter des Vorseriencenters.

Gemeinsam mit Lorenz Forster und Hans-Werner Goercke hat Habla gerade 50-jähriges Arbeitsjubiläum gefeiert. Die drei Audi-Urgesteine starteten im September 1962 ihre Ausbildung. Das Automobilunternehmen an der Donau hieß damals noch Auto Union, knapp 12.000 Mitarbeiter arbeiteten dort und vom Band fuhren DKW-Fahrzeuge. Während ihrer Zeit bei Audi haben die drei Jubilare zahlreiche Vorstände erlebt, die Fusion der Autounion mit NSU und schließlich die Gründung der heutigen Audi AG. Heute sind an deren Stammsitz in Ingolstadt rund 35.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Lorenz Forster arbeitete sich vom Lehrling zum Leiter des Karosseriebaus hoch. Er begann im Werkzeugbau, wechselte zum Schablonenbau und absolvierte neben der Arbeit ein Abendstudium in Maschinenbau. Weitere berufliche Stationen waren ein Auslandseinsatz bei Volkswagen of America in Detroit und zurück in Ingolstadt die Fertigungsplanung. Er wurde 1999 Fertigungsleiter für den Audi TT und ab 2002 Leiter Karosseriebau Audi A4, A5 und Q5. Der 64-Jährige hat vor kurzem seinen Abschied gefeiert.

50-jähriges Arbeitsjubiläum

Die drei Jubilare trafen sich zm Rundgang im Audi Museum: Lorenz Forster, Hans-Werner Goercke und Josef Habla (von links)

Hans-Werner Goercke ist bereits seit einigen Monaten in Altersteilzeit. Nach der Lehre und dem Einsatz im Werkzeugbau, bildete der heute 64-Jährige sich abends weiter zum Techniker. Er konstruierte 23 Jahre lang Betriebsmittel, unter anderem die Flutanlage, bei der alle Karosserien mit 120 Grad heißem Wachs ausgespült werden. Später war er als Fachreferent in der Planung für die Lackiererei zuständig.

Für Josef Habla kam nie ein Job in einem anderen Unternehmen in Frage: „Meine Arbeit hat mir immer Spaß gemacht. Ich durfte viele verschiedene Sachen ausprobieren.“ Er arbeitete im Werkzeugbau, absolvierte nebenbei die Technikerschule und war Planer für das Presswerk. Später wurde er Leiter der Technologieentwicklung, oberster Fertigungsplaner und Produktionsvorstand bei Seat in Barcelona.

Wenn Habla seine persönliche Audi-Geschichte erzählt, hat er ein Leuchten in den Augen. Es ist die Begeisterung für seine Arbeit, die fünfzig Jahre angehalten hat und auch heute noch spürbar ist. „Ich habe mir nie Gedanken über die Zukunft gemacht und immer versucht das Beste aus meinen Aufgaben herauszuholen“, erzählt er.

Der erste Lohn des heute 64-Jährigen betrug gerade mal 515 Mark und sein erster Audi war ein dunkelblauer Audi100. „Das war damals ein sehr elegantes Auto, für das ich lange gespart habe.“ Inzwischen kann Habla gar nicht mehr genau sagen, wie viele Modelle mit den vier Ringen er schon gefahren ist. Die Entwicklung der Marke hat er mitgeprägt: „Bei dem Imagewandel der vergangenen Jahrzehnte dabei gewesen zu sein, erfüllt mich schon ein kleines bisschen mit Stolz.“ Die nächsten Monate kann er diese jahrzehntelange Berufserfahrung noch einbringen, bevor auch er sich im nächsten Jahr in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

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