90 Jahre Ducati

Die Historie der Audi-Tochter

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90 Jahre Ducati

Vor 90 Jahren legten die drei Ducati-Brüder den Grundstein für den Erfolg des Motorradherstellers. Dabei fing es für „die Roten“ gar nicht mit zwei Rädern an. Zum offiziellen Startschuss der Jubiläumsfeierlichkeiten im Rathaus in Bologna blickt das Audi Blog ins Geschichtsbuch der italienischen Firmentochter.

Die Geschichte von Ducati beginnt mitten in Bologna, in einer kleinen dunklen Hinterhof-Werkstatt. Als die Brüder Adriano, Marcello und Bruno Ducati am 4. Juli 1926 ihr kleines Familienunternehmen gründen, steht noch alles im Zeichen des Radios. Der Physikstudent Adriano wird bekannt, weil er eine drahtlose Radioverbindung zwischen Italien und Amerika herstellte. Vom Erfolg des Experiments angespornt ist das erst Produkt ein elektronischer Kondensator. Er ist nicht größer als eine 1 Euro-Münze. Doch er wird neben Radios auch in zahlreichen anderen elektrischen Geräten verbaut. Das Unternehmen wächst und zieht mitsamt der Produktion in eine Villa am Stadtrand um, in das erste Ducati-Werk sozusagen.

90 Jahre Ducati
Fabio Taglioni gilt als wahrer Vater der Marke Ducati. Er setzte fast 1000 Projekte um.

1935 legt die Ducati-Familie schließlich den Grundstein für den Produktionsstandort in Borgo Panigale, wo die Mitarbeiter auch heute noch Premium-Motorräder herstellen. Die Brüder erweitern die Produktpalette und machen Ducati in den dreißiger Jahren zum größten Industriebetrieb Bolognas. Sie liefern Radios, Taschenrechner, Kameras und mechanische Präzisionsbauteile. Das Unternehmen wächst bis 1936 von drei Brüdern auf rund 1.200 Mitarbeiter heran.

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Belegschaft vor dem Werksgebäude in Borgo Panigale (1939).

Startschuss für die Zweiradproduktion

1944 wird die Fabrik von den Alliierten bombardiert, Ducati muss die Produktion bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 stoppen. Doch das Unternehmen wird schnell wieder aufgebaut. Im gleichen Zuge schreibt Ducati das erste Kapitel seiner Zweiradgeschichte: Im März 1946 startet die Produktion des „Cucciolo“, eines 4-Takt-Motors für Fahrräder. Durch die hohen Kosten für den Wiederaufbau sind die Brüder aber nicht in der Lage, das Unternehmen rentabel zu führen. Sie übergeben es 1948 an den Staat. Ein Jahr später startet die Produktion des ersten Leichtmotorrads von Ducati: Die Ducati 60 entsteht aus dem kontinuierlich weiterentwickelten Cucciolo.

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Die Brüder Cavalieri Ducati: Adriano, Bruno und Marcello.

Das Unternehmen wird unter staatlicher Führung zweigeteilt. 1954 entstehen die Firmen Ducati Elettrotecnica und Ducati Meccanica. Ducati Elettrotecnica produziert unter dem Namen Ducati Energia noch heute elektrische und elektronische Komponenten. Aus Ducati Meccanica macht der legendäre Ingenieur Fabio Taglioni schließlich das, wofür die Motorradmarke heute noch steht. Er entwickelt nicht nur die ersten Rennmotorräder, sondern die Kernelemente jeder Ducati: das Desmodromiksystem (die für Ducati typische Ventilsteuerung im Motor), den L-förmigen Zweizylindermotor und den Gitterrohrrahmen.

Unter der fast vierzigjährigen Leitung Taglionis gewinnt Ducati zahlreiche Motorradwettbewerbe und wird weltweit bekannt. Unter den Siegen: das Motogiro d’Italia (1954-57), die Grand Prix Rennen der 125-er und 250-er Klasse (1956-1961) und das 200 Meilen-Rennen von Imola im Jahr 1972.

Neben Motorrädern produziert Ducati in dieser Zeit auch Dieselmotoren und einen britischen Sportwagen, den Triumph Tr4. Bis 1973 wird die Produktion in Borgo Panigale für diese Projekte stetig erweitert, auch eine Teststrecke entsteht. 1984verlässt Taglioni das Unternehmen und geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Ducati wird zur Weltmarke

1985, ein Jahr nach Taglionis Abschied, übernimmt der italienische Motorradhersteller Cagiva das Unternehmen aus Bologna. Die neu verpflichteten Designer Massimo Bordi und Gian Luigi Mengoli entwickeln 1986 einen wassergekühlten Motor mit vier Ventilen und machen die Marke damit fit für die Superbike World Championships. 1988 sichert sich Marco Lucchinelli mit seiner Ducati 851 den ersten Sieg in dieser Klasse, 1990 holt Raymond Roche dann sogar den Fahrertitel nach Bologna. In den 90ern kreiert Ducati mit der Monster das erste naked bike, das schon bald zum Synonym für italienisches Design wird. Das 916 Superbike wird 1994 „Motorcycle of the Year“.

 

1996 kauft sich die amerikanische Texas Pacific Group (TPG) in das Unternehmen ein, ehe sie die Marke drei Jahre später komplett übernimmt. 2006 gehen die Anteile schließlich an die italienische Investindustrial Gesellschaft über. Die beiden Inhaber führen die Marke in Sachen Beliebtheit, Qualität und Einzigartigkeit in die erste Liga der Motorradhersteller. 2003 steigt Ducati außerdem in die Moto GP ein, wo Loris Capirossi gleich einen Sieg einfahren kann. Innerhalb von nur vier Jahren sichert Casey Stoner den Roten außerdem den ersten Fahrer-WM-Titel. In der Superbike-Weltmeisterschaft kann Ducati heute sogar auf sage und schreibe 14 Fahrer- und 17 Herstellertitel zurückblicken.

Seit April 2012 gehört der Premium-Motorradhersteller zur Audi Group.

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Das 916 Superbike wurde 1994 als „Motorcycle of the Year“ ausgezeichnet.

Rückblickend hat sich Ducati von einem drei-Mann-Betrieb, der Kondensatoren herstellte, zu einem Traditionsunternehmen mit 1.168 Mitarbeitern entwickelt. Im vergangenen Geschäftsjahr produzierten diese am Traditionsstandort in Bologna 55.551 Motorräder. Im Modelljahr 2016 bringt Ducati neun neue Modelle auf den Markt.

Die Ducati 60 ist das erste, auf dem Markt erhältliche kostengünstige und zuverlässige Kleinkraftrad.

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Die Brüder Cavalieri Ducati: Adriano, Bruno und Marcello.

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Der 4-Takt-Motor „Cucciolo”

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Fabio Taglioni gilt als wahrer Vater der Marke Ducati. Er setzte fast 1000 Projekte um.

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Belegschaft vor dem Werksgebäude in Borgo Panigale (1939).

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Ein Fahrrad mit Cucciolo-Motor aus dem Jahr 1947

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Hauptsitz von Ducati
Aus dem Audi MediaCenter

Ducati Motor Holding – Umsatz und Verkäufe steigen weiter

Das Geschäftsjahr 2016 war ein weiteres, erfolgreiches Jahr für Ducati: der zum Audi Konzern zugehörige Motorradhersteller lieferte weltweit 55.451 Motorräder an Kunden aus, was einen weiteren Verkaufsrekord in sieben aufeinanderfolgenden Jahren darstellt (+1,2%; 642 Fahrzeuge mehr als 2015). Das Ergebnis stellt mit 731 Millionen Euro Umsatz einen Zuwachs von 4,1% im Vergleich zu 2015 (702 Millionen Euro) dar. Im Geschäftsjahr 2016 trug Ducati 51 Millionen Euro Operatives Ergebnis (2015: 54 Millionen Euro) bei einer Umsatzrendite von 7% zum Operativen Ergebnis des Audi-Konzerns bei.

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