Audi auf der Techno Classica 2017

Audi auf der weltweit größten Oldtimermesse

Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Audi A4: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,5 – 3,7; CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 149 – 95;
Audi A5 Coupé: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,5 – 4,0; CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 148 – 105;
Audi A6 Avant: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,1 – 4,4; CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 163 – 114;
Audi A7 Sportback: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,3 – 5,2; CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 167 – 138;
Audi A8: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100km: 7,8 – 5,6; CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 178 – 145;
Audi R8: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 12,3 – 11,4; CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 287 – 272.
Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

Techno Classica 2017 – Meilensteine aus Neckarsulm

Vier Modelle der Traditionsmarke NSU Motorenwerke zeigt Audi auf der weltgrößten Oldtimermesse Techno Classica. Welche Bedeutung diese automobilen Meilensteine für die Fahrzeugentwicklung hatten, hat Autoblogger Tom Schwede auf der Messe herausgefunden.

Audi auf der Techno Classica 2017
Der NSU Prinz verzeichnete einen Absatz von 30.000 Einheiten.

In Essen findet noch bis zum Sonntag, den 9. April 2017, die Techno Classica statt. Zu den mehr als 1.250 Ausstellern auf der weltweit größten Messe für Oldtimer und Youngtimer gehört auch die Audi Tradition. Zum 50. Geburtstag des NSU RO 80 und zum 60. Geburtstag des NSU Prinz steht der Messeauftritt von Audi in Essen in diesem Jahr im Zeichen des Autobaus in Neckarsulm.

Heute laufen in Neckarsulm die Baureihen A4, A5, A6, A7 und A8 vom Band. Dazu produziert Audi in der Kleinstadt den Sportwagen R8 und die sportlichen RS-Modelle.

NSU war einst der größte Motorradbauer der Welt

Dies geht zurück auf die NSU Motorenwerke, die 1969 mit der Auto Union zur heutigen Audi AG fusionierten. Die Geschichte des Autobaus in Neckarsulm ist jedoch deutlich älter. Denn bereits 1906 begann die „Neckarsulmer Fahrradwerke Aktiengesellschaft“ unter dem Markennamen NSU auch mit dem Bau von Autos.

Kurze Zeit später wurden aus den Fahrradwerken die Neckarsulmer Fahrzeugwerke. In der Weltwirtschaftskrise, Anfang der 1930er-Jahre, stellte NSU den Bau von Autos vorübergehend ein und konzentrierte sich auf die Produktion von Motorrädern. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg NSU zeitweise zur größten Motorradfabrik der Welt auf. Doch die Absatzzahlen der Motorräder in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre dramatisch ein. Mit dem Wirtschaftswunder wollten die Kunden beim Fahren zunehmend den Komfort von vier Rädern und eines Dachs über dem Kopf genießen.

Audi auf der Techno Classica 2017

Die schwäbische Marke NSU war ein Vorzeigeunternehmen des deutschen Wirtschaftswunders und 1955 größter Motorradhersteller der Welt.

NSU Motorenwerke bauen ab 1957 wieder Autos

Das schwäbische Unternehmen reagierte und bot ab 1957 mit dem NSU Prinz wieder ein Auto an. Der Kleinwagen verfügte über eine selbsttragende Karosserie und einen von den Motorrädern des Hauses abgeleiteten Zweizylindermotor.

Das einfache Konzept des 506 Kilogramm leichten Kleinwagens war sofort erfolgreich. Schon 1959 verkaufte NSU mehr als 30.000 Prinz pro Jahr und strebte nach Höherem. Der Wankelmotor soll das Unternehmen dabei beflügeln. Bereits seit Mitte der 1950er-Jahre arbeiten die Techniker bei NSU am Kreiskolbenmotor, der auf eine Idee von Felix Wankel zurückgeht.

Bei NSU reift der Kreiskolbenmotor, der in diesen Jahren als das Antriebskonzept der Zukunft gilt, von der Idee zum Produkt. Der Wankelmotor verspricht ein geringes Gewicht, ein kompaktes Baumaß und Kostenvorteile. Der Verzicht auf Ventile, Nockenwellen und Hubkolben bedingt einen weichen und vibrationsarmen Lauf, denn im Wankelmotor dreht sich nur der Rotor. 1964 feiert der Wankelmotor im NSU Wankel-Spider Premiere. Auch auf der Techno Classica ist der Motor zu bestaunen, wie etwa im Ro 80.

NSU Ro 80 läutet Einstieg in die Mittelklasse ein

Praktisch alle wichtigen Autohersteller erwerben anschließend bei NSU die Wankel-Lizenz. Trotzdem bringen am Ende neben NSU nur zwei weitere Autobauer tatsächlich auch ein Auto mit Wankelmotor auf die Straße und zum Kunden. Rund um den komfortbetonten Wankelmotor entsteht 1967 bei NSU mit dem Ro 80 eine Autoikone, die ihrer Zeit in vielen Punkten voraus war.

Mit der Limousine der oberen Mittelklasse verlässt NSU das Segment der Kleinwagen. Die im Windkanal geformte Karosserie (cW-Wert 0,355) des Ro 80 ist bei ihrem Debüt eine Ausnahmeerscheinung. Designer Claus Luthe hat mit dem großen NSU einen Meilenstein geschaffen, der das Autodesign bis heute beeinflusst

Mit Vorderachsantrieb war das Modell Ro 80 seiner Zeit voraus

Audi auf der Techno Classica 2017
Der Kreiskolbenmotor im rallygelben NSU Ro 80 entwickelte eine Leistung von 115 PS.

Auch unter seinem schicken Blechkleid ist der Ro 80 revolutionär. NSU treibt mit einem 115 PS (85 kW) starken Zweischeiben-Wankel die Vorderachse der Limousine an. 1967 ist der NSU damit ein Exot. Heute ist der Vorderachsantrieb Standard im Automobilbau. Mit seinem großzügigen Innenraum zeigt der Ro 80 warum.

Ein 85 kW-starker Zwischeiben-Wankel treibt den NSU Ro 80 an.Denn die 4,78 Meter langen Fahrzeugs bietet auch in der zweiten Reihe viel Beinfreiheit. Über der Hinterachse sitzt ein Sicherheitstank, damals ebenfalls eine Innovation. Entsprechend begeistert zeigt sich die Fachwelt.

Als erstes Auto aus Deutschland sichert sich der Ro 80 den begehrten Titel „Auto des Jahres“. Für das britische Fachmagazin „Car Magazine“ ist der NSU Ro 1968 das Auto mit dem größten technischen Fortschritt.

Audi auf der Techno Classica 2017

Mit dem NSU TTS stellt die Marke das stärkste aller TT-Modelle vor: 70 PS und 165 km/h Spitzengeschwindigkeit.

Techno Classica zeigt die wichtigsten Modelle der NSU Motorenwerke

Auf der Techno Classica dokumentiert Audi die NSU-Geschichte mit allen wichtigen NSU-Fahrzeugen dieser Ära. Neben einem Prinz 30 von 1959 und dessen Nachfolger, dem legendären NSU TTS, zeigt Audi auch zwei Exemplare des Ro 80. Zu einem Serienfahrzeug mit dem 115 PS starken Wankelmotor gesellt sich auch ein Prototyp mit einem Versuchsmotor.

Der „normale“ RO 80 Motor hatte ein Kammervolumen von einem Liter und bezog sein Gemisch über einen Vergaser. Im Versuchsträger von 1976 ist ein Zweischeiben-Wankel mit einem Kammervolumen von 1,5 Litern verbaut. Daneben verfügt das 170 PS starke Aggregat über eine Einspritzanlage, was diesen Ro 80 bei Bedarf bis zu 220 km/h schnell sein lässt.

Der NSU Prinz verzeichnete einen Absatz von 30.000 Einheiten.

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Was machte den NSU Prinz 30 aus? Audi Unternehmensarchivar Tobias Fräbel (l.) erzählt Tom Schwede von den Perlen der NSU Motorenwerke.

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Der NSU 2000 TTS auf der Techno Classica 2017.

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Audi Tradition reist mit Design-Meilenstein  zur Techno Classica
Aus dem Audi MediaCenter

Audi Tradition reist mit Design-Meilenstein zur Techno Classica

Traditionsmarke NSU im Mittelpunkt: Auf der weltgrößten Oldtimer-Messe Techno Classica in Essen zeigt Audi Tradition in diesem Jahr fünf automobile Schätze der Audi-Historie. Unter dem Motto „NSU – das neue Fahren“ präsentiert die Marke mit den Vier Ringen von Mittwoch, 5. April, bis Sonntag, 9. April, ausschließlich Automobile der Neckarsulmer Unternehmensgeschichte.

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Michael Wittmair

23. August 2017 um 8:02
Sehr geehrte Damen und Herren,

der Motorraum des gelben Ro 80 ist komplett ungewöhnlich, zudem, es ist so manches am falschen Platz. Um welche Variante handelt es sich dabei?
Mit freundlichen Grüßen

Leonard Dahmen

28. August 2017 um 14:32
Hallo Herr Wittmair,

wir haben uns den NSU RO 80 nochmals genauer angeschaut. Sie haben Recht, er entspricht tatsächlich nicht dem Serienstand. Der hier abgebildete rallyegelb lackierte Ro80 ist ein Versuchsträger in dem eine neue Generation weiterentwickelter Kreiskolbenmotoren erprobt wurde. Daher sieht der Motorraum anders aus. Der Einspritzmotor mit Doppeldüsen stellt 170 PS bei 6000 U/min. bereit und treibt die strömungsgünstige Limousine auf eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h. Das Serienfahrwerk kam mit der Mehrleistung gut zurecht, die Versuchsmodelle wurden lediglich mit einem Stabilisator an der Hinterachse und breitere Räder-Reifen-Kombinationen ausgerüstet. 1978 wurden alle weiteren Entwicklungsarbeiten an Kreiskolbenmotoren in Neckarsulm eingestellt.

Beste Grüße aus der Online-Redaktion