Car-to-X und LTE-V

Audi geht den nächsten Schritt zur intelligenten Mobilität

Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Audi A4 Avant: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,4 – 3,8; CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 147 – 99;
Audi Q7: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,2 – 5,5; CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 163 – 144.
Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

Car-to-X und LTE-V

Noch dieses Jahr führt Audi als erster Hersteller den leistungsfähigen Mobilfunkstandard LTE Advanced ein und testet schon jetzt das fahrzeugspezifische LTE-V. Warum das so wichtig für die vernetzte Mobilität ist, hat Blogautorin Maj-Britt Peters recherchiert.

Montagmorgen auf der A9 in Richtung Ingolstadt. Mit 180 Stundenkilometer fliegt der Audi A4 über den Asphalt, die Bäume am Straßenrand verschwimmen. Als die Autobahn in einer Kuppe ansteigt, ertönt plötzlich ein lauter Warnton, im Audi virtual cockpit blinkt eine Hinderniswarnung auf. Zugleich aktiviert das System eine Vollbremsung. Den Grund sieht der Fahrer selbst erst nach Passieren der Anhöhe: Ein Unfall hat zu einem Stau direkt hinter der Kuppe geführt – das System verhinderte vorausschauend eine Kollision. Um diese Vision von der intelligenten Mobilität Wirklichkeit werden zu lassen, arbeitet Audi mit Hochdruck an Car-to-X-Technologien.

Car-to-X und LTE-V
Audi treibt die intelligente Mobilität von morgen voran: Der Premiumhersteller arbeitet intensiv an der Weiterentwicklung der Car-to-X-Dienste für mehr Sicherheit, Komfort und Effizienz im Straßenverkehr.

Car-to-X: Wie die Kommunikationstechnologie Unfälle vermeiden kann

Neuartige Kommunikationsdienste vernetzen die Autos untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur, was einen Austausch von Informationen in Echtzeit ermöglicht. „Car-to-X Kommunikation erweitert den Horizont der klassischen Fahrzeugsensorik von Radar, Kamera und Ultraschall um Informationen, die weit entfernt außerhalb des Sichtbereichs des Fahrers liegen“, erklärt Andreas Reich, Leiter Vorentwicklung Elektrik/Elektronik der Audi Electronics Venture GmbH (AEV). „So lassen sich Gefahren noch früher erkennen und Unfälle vermeiden.“

Schon heute sind Audi-Modelle in der Lage, Verkehrszeichen- und Gefahreninformationen zu kommunizieren sowie Ampelinformationen zu empfangen. Mithilfe des in den Autos integrierten LTE/UMTS-Moduls tauschen sie standardisierte und anonymisierte Nachrichten untereinander aus, um sich gegenseitig vor Gefahren auf der Straße zu warnen. Zur verlässlichen Erkennung einer Gefahrensituation wertet der Dienst verschiedene elektronische Parameter aus: Bei einer Sichtbehinderung sind das beispielsweise die Daten von Regen- und Lichtsensoren, bei einem Unfall die Airbag-Auslösung. Die Kommunikationsdaten werden blitzschnell im cloudbasierten IT-Backend plausibilisiert und anderen Audi-Fahrern anonymisiert zur Verfügung gestellt.

Car-to-X und LTE-V

„Time-to-Green“ in Las Vegas: Der Fahrer sieht im Audi virtual cockpit oder Head-up-Display, ob er im Rahmen der erlaubten Geschwindigkeit die nächste grüne Ampel erreicht.

Vorsprung durch Connectivity: Audi vernetzt bereits jetzt Autos mit Städten

Gleichzeitig verbessern die Car-to-X-Dienste die Effizienz – sowohl beim Kraftstoffverbrauch als auch in puncto Reisezeit und Routenführung: Mit der ersten Funktion „Time-to-Green“ des Car-to-X-Bausteins Ampelinformation vernetzte Audi als erste Marke bereits seit Ende 2016 das Auto mit einigen Städten. Dafür empfangen die Autos über das Mobilfunknetz Ampelinformationen von den städtischen Verkehrsleitrechnern. Der Fahrer erfährt so frühzeitig, wann die nächste Ampel umspringt, und kann seine Geschwindigkeit darauf einstellen. Das senkt den Kraftstoffverbrauch im Stadtverkehr um bis zu 15 Prozent.

Derzeit testet Audi auf der A9 im Rahmen des Projekts Car2Infrastructure im Digitalen Testfeld Autobahn zudem die Vernetzung des Autos mit online angebundenen Wechselverkehrszeichen. Die hochaktuellen Verkehrsdaten informieren den Fahrer unmittelbar über dynamische Tempolimits, Überholverbote oder gesperrte Spuren. All diese gesammelten Informationen fließen künftig in die HERE HD Live Map ein – eine digitale Karte, die als Basis für das pilotierte Fahren der Zukunft dient. Bei der Vernetzung von Fahrzeugen untereinander und mit der Infrastruktur sind die Anforderungen an das Mobilfunknetz hoch.

Warum LTE Advanced so wichtig für die Vernetzung der Autos ist

Car-to-X und LTE-V
Vernetzung in Echtzeit: Die Informationen über die Schaltphasen der Ampeln werden im IT-Backend aufbereitet und quasi in Echtzeit an den Bordcomputer im Audi geschickt.

Um die riesigen Datenmengen zu verarbeiten, bringt Audi als erster Automobilhersteller weltweit noch dieses Jahr LTE Advanced ins Auto, die Weiterentwicklung des heutigen LTE-Standards (Long Term Evolution). Er erzielt Übertragungsraten von bis zu 300 Mbit/s im Down- und bis zu 50 Mbit/s im Upload. Das entspricht einer Verdreifachung der bisherigen Leistung. Zudem kann LTE Advanced bei schlechten Netzverhältnissen mehrere Frequenzträger gleichzeitig nutzen, um eine schnelle Datenverbindung herzustellen.

Doch Audi blickt noch viel weiter in die Zukunft: Zur Leistungssteigerung der Mobilfunknetze für die intelligente Mobilität arbeitet die Marke mit den Vier Ringen im Rahmen der 5G Automotive Association (5GAA) eng mit Partnern aus der Automobil- und Telekommunikationsbranche zusammen.

Außerdem erprobt Audi auf der A9 schon heute den Automotive-Standard LTE-V (Vehicular), eine Mobilfunkvariante speziell für Fahrzeuge. Für die Übertragung zeitkritischer, lokal relevanter und dynamischer Informationen wie etwa Schleudergefahr bei Glätte oder plötzlich auftretende Staus ist die schnelle und stabile LTE-V-Technologie daher von besonderem Interesse.

Die Zukunft: Audi setzt mit LTE-V neue Maßstäbe

Das LTE-V-Modul kennt zwei Betriebsmodi. „In Coverage“ ist aktiv, wenn sich das Auto nahe genug an einer Mobilfunk-Basisstation befindet. Sie regelt die Kommunikation, indem sie den Teilnehmern definierte Ressourcen hinsichtlich Zeitpunkt und Frequenzspektrum zuteilt und so Informationen priorisiert: Ein Feuerwehrauto im Einsatz etwa sendet seine Positionsmeldung mit hoher Priorität, so dass die Autos in der relevanten Umgebung schneller eine Rettungsgasse bilden können. Die Basisstation versorgt ein Gebiet von mehreren Kilometern Durchmesser. Ist keine Mobilfunkabdeckung verfügbar, etwa in einem Tunnel oder auf dem Land, schaltet das LTE-V-Modul in den „Out of coverage“-Modus. In dieser Rückfallebene können die Autos zwar weiterhin Informationen untereinander austauschen, allerdings ohne Koordination durch die Basisstation.

Die ersten Tests der Audi-Entwickler mit der LTE-V-Technologie verliefen sehr vielversprechend. Die Technologie könnte noch in diesem Jahrzehnt in Serie gehen. „Jetzt müssen wir vor allem die künftigen 5G-Protokolle weltweit standardisieren, um die Dienste möglichst vielen Teilnehmern zugänglich zu machen“, sagt Reich. „Denn je dichter das Netz an Informationen ist, desto wirkungsvoller ist die Technologie.“

 

Audi treibt die intelligente Mobilität von morgen voran: Der Premiumhersteller arbeitet intensiv an der Weiterentwicklung der Car-to-X-Dienste für mehr Sicherheit, Komfort und Effizienz im Straßenverkehr.

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Car-to-X-Funktionen schaffen neue Kommunikationsstrukturen für mehr Sicherheit und Komfort.

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Unfallvermeidung: Die Vernetzung von Fahrzeugen untereinander und mit der Infrastruktur ermöglicht es, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und so Unfälle zu vermeiden.

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Einer der Köpfe hinter der Technologie: Mit Hochdruck arbeitet die Audi-Tochter AEV um Andreas Reich an der Weiterentwicklung der Car-to-X-Dienste.

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Mit 5G wird eine umfassende Car-to-X-Kommunikation möglich.

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Susannah Reins

28. February 2017 um 17:15
Klasse!

Bkack Belt

6. February 2017 um 4:46
Technologie für den Fortschritt. Schön zu sehen, dass sich auch Audi immer weiterentwickelt und Innovationen voranbringt.