Von Wäldern in Autos und fliegenden Häusern

Audi design UNIverse: Das sind die automobilen Designkonzepte der Zukunft

Unter dem Motto „urban future mobility“ fand bereits das siebte Mal die konzernweite Ideenschmiede für junge Designer statt. Sie gibt genialen Ideen eine einzigartige, internationale Plattform. „Wie sieht die mobile Zukunft aus?“, stellt sich nun die Frage. Blogautorin Ines war auf dem Audi design UNIverse dabei und hat erfahren, warum ein Wald künftig im Auto stehen könnte.

Große Ideen im kleinen Maßstab - so sahen die Modelle der Studenten vor Ort beim Audi design UNIverse aus

Es riecht nach frischem Wind, sobald man das Audi Designcenter betritt, und Miniaturmodelle futuristischer Fahrzeuge reihen sich aneinander. Die einzigartigen Konzepte stammen von über 60 Studierenden der Akademien aus Südkorea, Italien und Deutschland.
Alle arbeiten geschäftig an ihren Modellen, nehmen die letzten Schliffe vor, proben ihre Reden und vor allem – sie präsentieren ihre Visionen zur Mobilität der Zukunft, ganz getreu dem diesjährigen Motto.

Wie wird sich Mobilität in Zukunft verändern?

„Wir müssen umdenken und Mobilität neu betrachten“, sagt Andrea Staebner, die diesjährige Projektleiterin des Audi design UNIverse und Interior Designerin des Audi Design Headquarters. Und genau das war die Aufgabe der Studierenden, die Zukunft der Fortbewegung als großes Ganzes zu betrachten. Denn der Schwerpunkt wird sich auf ganzheitliche Mobilitätskonzepte verlagern, wie Andrea Staebner erklärt: „Urbanität muss effizient gestaltet werden und Infrastrukturen aufbrechen, das haben auch die Studenten ganz individuell interpretiert.“

Mit der Idee der übergreifenden Mobilität blicken die angehenden Jungdesigner in eine gemeinsame Zukunft. Denn auch wenn jeder Entwurf sehr individuell ist, eint sie alle eine Vorstellung: weg von der Idee des Eigentums, weg vom starren Straßenverkehr und hin zu mehr Flexibilität und Individualität.

Das Fahrzeug als Zuhause

„Wir haben ein Jahr lang an unserem Projekt gearbeitet“, sagt Mariem Halaka und strahlt. Sie und ihre Teamkollegen Kennedy Masihi Christ und Lukasz Wojkowski sind stolz auf das, was sie geschaffen haben – eine komplett neue Interpretation von Mobilität: eine neue Möglichkeit, sich überall in der Welt zuhause zu fühlen.

Mariem Halaka und ihre Teamkollegen Kennedy Masihi Christ und Lukasz Wojkowski erklären, wie das Mobilitätskonzept des NEW-MOD Familie und Freunde trotz Globalisierung wieder näher zusammenbringt.

Das Modell der dreiköpfigen Gruppe um Mariem Halaka nennt sich Audi NEW-MOD. Mit ihrer Idee stellt sich das internationale Gespann von der Scuola Politecnica di Design aus Mailand der Herausforderung, die Mobilität von Morgen komplett umzukrempeln und dem Problem des Wohnungsmangels und der überfüllten Straßen entgegenzuwirken. Ihr Konzept: Modular Living. Durch ein Abo-System hat der Kunde die Möglichkeit, überall auf der Welt in einem sogenannten Audi Home zu wohnen und sich mittels Macro-Hub, einer Art im Haus integrierter Drohne, mühelos und autonom überall hinfliegen zu lassen.

Auch wenn dieses futuristische Modell für uns noch in weiter Ferne scheint – das Projekt stützt sich auf aktuelle Trends und Entwicklungen und könnte schon im Jahr 2040 zur Realität werden.

Der Audi Tower, in dem alle Wohnräume angesiedelt sind, generiert seinen Strom selbst und ist dadurch autark.

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"Modular Living": ein allumfassendes Konzept, das Individualität und Nachhaltigkeit verspricht.

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Das helle, freundliche Interieur der Audi Homes wird aus nachhaltigen Materialien, wie nachwachsenden Rohstoffen, hergestellt.

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Die Fensterfronten der Makro-Hubs sorgen für ein lichtdurchflutetes Raumklima.

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Auch wer gerade auf Reisen ist, muss auf sein Audi Home nicht verzichten - das Abo-System ermöglicht eine weltweite Nutzung der Makro-Hubs.

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Auch die Wahl der jeweiligen Nachbarschaft gestaltet sich dank des NEW-MOD individuell und jederzeit anpassbar.

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Wie sieht die „neue Mobilität“ denn nun aus?

Die Modelle aller Studenten beinhalten die Umsetzung des autonomen Fahrens – zum großen Teil auch bis Level 5, also ohne, dass der „Fahrer“ sein Fortbewegungsmittel tatsächlich in irgendeiner Weise steuern muss.
Und genau aus diesem Grund stellen sich die Studenten aber natürlich auch die Frage: Was macht der „Benutzer“ denn eigentlich, wenn er nicht selbst fährt?
Die richtige Antwort auf diese Frage finden wir in der Zeitgeschichte – bevor diese überhaupt geschrieben wird.

So könnte die urbane Zukunft aussehen - geprägt vom Konzept des PEONY, das eine nahtlose Verknüpfung von autonomer Kurz- und Langstreckenbeförderung ermöglicht.

Autonom fortbewegen

Der Peony zum Beispiel lässt öffentliche Verkehrsmittel mit Privatsphäre, und Schienen mit Straße verschmelzen. Bei diesem Modell gibt es die Möglichkeit, sich innerhalb der Stadtgrenzen an Schienen zu bewegen, um der Überfüllung der Innenstädte entgegenzuwirken. Verlässt man den Stadtkern, so kann man auf einen fahrbaren Untersatz zurückgreifen, der den Peony samt Benutzern autonom ans Ziel bringt.

Im Fahrzeug sorgen ergonomisch perfekte Sitze und eine innovative Raumakustik für Privatsphäre, selbst, wenn der eingebaute Bildschirm vom Passagier zum Filmeschauen verwendet wird.

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Wer das Fahren aber doch nicht nur alleine dem Auto überlassen möchte, kann sich auf ein Erwachsenenspielzeug der besonderen Art freuen: den St.rider. Der Einsitzer lässt sich entweder autonom mit einem zurückgelehnten Sitz genießen, oder aber im Motorrad-Modus steuern. Der besondere Clou dabei: der Gamification-Aspekt. Denn der Fahrer erlebt auf einem großen Display eine virtuelle Rennstrecke.

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Und auch die Langstreckenfahrer kommen nicht zu kurz: Im Audi M.I.A. unterstützt ein persönlicher, digitaler Assistent das Multitasking des Fahrers, der Innenraum lässt sich den Bedürfnissen entsprechend anpassen. So wird der M.I.A. entweder auf langen Distanzen zum Büro oder zum Wohnzimmer für bis zu vier Personen.

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Der VW Chronos verbaut ein mixed-reality System mit Sightseeing und bietet Touristen autonomes Entertainment.

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Gesund leben

Ebenso ein großes Thema für die Studenten: Die demografischen Veränderungen unserer Gesellschaft. Das Konzept des B-Well konzentriert sich dabei auf die Zielgruppe der über 60-Jährigen. Damit diese sicher ans Ziel kommen, bietet das vollautonome Fahrzeug neben der Kurzstreckenbeförderung in Städten gleichzeitig auch mobile Gesundheitschecks an. Gerade Patienten mit Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen profitieren also von diesem Modell.

Transport und Gesundheit gehen Hand in Hand: Der B-Well transportiert seine Nutzer an deren Zielort während sie ihren BMI checken lassen oder eine Farbtherapie genießen.

Auch für Menschen, die aufgrund einer Behinderung eingeschränkt sind, bieten die Studenten auf dem Audi design UNIverse individuelle Lösungen an:

Der Audi IN und der Audi SeaMo (kurz für Seamless Mobility) beispielweise stellen die Bedürfnisse von Personen mit Handicap in den Fokus, indem sie es ihnen ermöglichen, kurze Distanzen und Hindernisse wie beispielsweise Treppen mühelos zu bewältigen, und schenken somit eine noch nie dagewesene Unabhängigkeit.

Der Makroteil des Audi IN ermöglicht die Beförderung des Rollstuhlfahrers im städtischen Umfeld, ohne, dass dieser auf fremde Hilfe beim Ein- oder Aussteigen angewiesen ist.

Stressfrei arbeiten

Stress ist in der heutigen Zeit allgegenwärtig und kaum vermeidbar. Das haben auch die Studenten erkannt und suchen deswegen nach neuen Ansätzen zum Stressabbau. Was, wenn ich nach der Arbeit einfach mal in der Natur entspannen möchte? In den Megacities dieser Welt kaum vorstellbar, aber die Tüftlergruppe von der RWTH Aachen University und der Hongik University hat mit dem Audi ANV ein Modell kreiert, das diesem Problem die Stirn bietet.

Am Ende des Tages schließt Chefdesigner Marc Lichte ab: „Sich die Zukunft vorzustellen und sie umzugestalten, ist in der Tat nicht einfach“. Doch die jungen Designer und Ingenieure zeigen mit ihren Ideen, dass sie die Zukunft in der Hand haben.

Marc Lichte

Chefdesigner Audi

"Wir haben die Zukunft neu definiert, um innovative Mobilitätskonzepte zu entwickeln."

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Zugabe? Hier noch mehr Zukunftsmusik ansehen:

Megacities, Globalisierung und Digitalisierung werfen viele Fragen auf: Wie können öffentliche Verkehrsmittel effizienter eingesetzt werden? Wie kann man das Pendeln und Reisen erleichtern? Welche Vorteile bietet die Mobilität von morgen für Familien?
Die Studenten auf dem Audi design UNIverse 2018 haben auf diese Fragen individuell zugeschnittene Antworten präsentiert:

Eine Symbiose von Luftfahrt, Mobilität und Architektur. Das Herz des Audi AVION bietet Raum für Meetings und gemeinsame Abendessen und richtet sich somit besonders an Reisende.

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Der gemütliche Innenraum des Audi AVION sorgt für eine unbeschwerte Reise zum nächsten Flughafen.

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Die parametrische Architektur des Audi LAV bietet eine individuelle Erweiterbarkeit „on demand“ auf die Versionen Mikro (mit zwei Sitzen), Makro (mit vier Sitzen) oder Mega (mit sechs Sitzen).

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Auch Form, Struktur und Farbe lassen sich nach Lust und Laune durch das "Audi LAV Labor" anpassen.

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Durch die schmale Silhouette ist der Audi Tukan das perfekte Fahrzeug für den Stadtverkehr und kommt selbst durch die engsten Gassen.

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Der Audi Tukan lässt sich als Einsitzer wie ein Motorrad fahren und parkt platzsparend in der Vertikalen.

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Luxuriöses Familienauto der Zukunft. Beim JEWL.IN sitzen die Kinder vorne, um genug Platz zum Spielen auf langen Reisen zu haben.

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Audi A7 Sportback
Aus dem Audi MediaCenter

Von der Idee zum fertigen Auto: Hightech und Handarbeit im Audi-Design

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