Luftbild Werk Audi Ungarn

Das ungarische Erfolgsrezept

25 Jahre: Audi Hungaria feiert Jubiläum

Der Standort Győr ist ein elementarer Bestandteil von Audi. Laszlo Juhász, Leiter der Montage Audi Hungaria, ist seit der Gründung vor 25 Jahren mit dabei. Audi Blog-Autor Andreas Wittke hat sich mit ihm über die Erfolgsgeschichte des Werks unterhalten.

Produktion Audi TT
Trotz Automatisierung schreibt Audi Hungaria auch personalbezogen große Zahlen: Im Jahr 2017 wurde der 12.000ste Mitarbeiter an Bord geholt.

Pünktlich zum Jubiläum fährt in Győr ab 2018 mit dem Audi Q3 das erste in Ungarn hergestellte SUV-Modell vom Band. Das zuvor Geleistete kann sich aber auch sehen lassen: Seit der Gründung des Werks im Jahr 1993 produzierte Audi Hungaria insgesamt 33.294.371 Motoren, das entspricht 5,6 Milliarden PS. Seit 1998 fuhren mehr als eine Million Autos vom Band – nebeneinander aufgereiht würden diese von Győr bis nach Dakar reichen. Von dieser atemberaubenden Entwicklung hat Audi vor einem viertel Jahrhundert nur träumen können.

Rückblick. 1993. Győr. Ungarn. Retrospektive.

Kein Smartphone, kein Internet – die Welt drehte sich damals noch etwas langsamer. Ich war acht Jahre alt und spielte noch mit meinen Matchbox-Autos und machte mir wenig Gedanken darüber, wie echte Autos gebaut werden. Laszlo Juhász war 25 Jahre alt und dachte sehr wohl darüber nach. Er hatte gerade sein Maschinenbau-Studium in Magdeburg abgeschlossen und Deutsch gelernt. Jetzt war es für ihn an der Zeit, „die Welt zu erobern“, wie er selbst sagt.

Heute sitzt mir Laszlo Juhász als gereifter, erfahrener Mann gegenüber. Der Leiter der Montage Audi Hungaria hat mehr als 1000 Mitarbeiter unter sich und erzählt mir in perfektem Deutsch, wie er zu Audi kam. „Ich las 1993 die Stellenanzeige von Audi, die gerade eben das Werk in Győr eröffnet hatten und dachte: ‚Die suchen genau mich!‘“, erinnert sich Juhász. Er bewarb sich und erhielt eine Einladung. Nach dem Gespräch war klar: Er will Audi und Audi will ihn – in welcher Funktion jedoch wussten beide noch nicht. Eine perfekte Beziehung befand sich noch in ihrer zarten Blüte. Heute jährt sich diese mit der Silbernen Hochzeit zum 25ten Mal.

Porträt Laszlo Juhasz, Leiter der Logistik Audi Ungarn

Laszlo Juhász ist seit der Gründung von Audi Hungaria dabei - nun ist er dort Leiter der Montage und hat 1.000 Mitarbeiter unter sich.

Großes Unternehmen in kleiner Stadt: Audi macht Győr „schick“

Juhász wurde als Logistikingenieur eingestellt und erhielt die Stammnummer 9 – das bedeutet, dass er der neunte Mitarbeiter ist, der bei Audi Hungaria angefangen hat. An seinen ersten Tag kann er sich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen: „Das erste Büro befand sich damals in der dritten Etage eines Hauses. Ich kam morgens im feinen Anzug und musste erst einmal Möbel schleppen“, erinnert er sich lachend. „Wir waren am Anfang etwa zehn junge, freche Ingenieure. Für uns bedeutete der Job bei Audi eine riesige Chance.“

Ein großes Unternehmen mit Weltruf in einer kleinen Stadt in Ungarn – der Bau des Werks veränderte vieles in der Region. Die Infrastruktur etwa wurde enorm ausgebaut: Heute ist Győr der Knotenpunkt zwischen dem Westen und dem Balkan, gelegen zwischen Wien und Budapest. Auch die Innenstadt selbst verwandelte sich: Laut Juhász sieht Győr heute „viel schicker“ aus. Immer mehr Dienstleister, Restaurants oder Hotels siedelten sich an, die Stadt wurde größer. Heute wohnen hier etwa 131.000 Menschen, viele davon sind Audianer. Juhász selbst wohnt in einem kleinen Ort vor den Toren Győrs. Auch seine Frau und sein Sohn arbeiten im Werk. „Audi hat den Menschen hier neue Möglichkeiten gegeben“, sagt Juhász. Stand jetzt, zum 31. Dezember 2017, beschäftigt Audi Hungaria 12.307 Mitarbeiter und das Werk soll weiter wachsen.

Versammlung Audi Hungaria
Hier wird der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt: 1993 beim Vertragsschluss über den Kauf des Industriegeländes sowie die Rahmenbedingungen der Investition

Direkt und indirekt sichert das Unternehmen Arbeit für 30.000 Menschen. Vor 25 Jahren lag die Arbeitslosenquote in der Region bei etwa 20 Prozent, heute herrscht beinahe Vollbeschäftigung.

Audi unterstützt auch kulturelle und sportliche Aktivitäten in Győr, zum Beispiel als Sponsor der erfolgreichen Damen-Handballmannschaft, des Balletts oder als Kooperationspartner der Hochschule Győr. Auch deswegen genießt Audi in Ungarn einen exzellenten Ruf. „Heute ist das ganze Land stolz darauf, wie sich die Region entwickelt hat. Das einzige, worum uns keiner beneidet, sind die gestiegenen Preise“, erzählt Juhász schmunzelnd.

Ungarisches Erfolgsrezept: fleißig und lernhungrig sein

Audi Hungaria Produktionsmitarbeiter bei Arbeit an Montageband
Ausgezeichneter Arbeitsplatz: Audi Hungaria erhielt bereits zahlreiche Arbeitgeberpreise.

Einen großen Meilenstein erreichte das Werk 2001 mit der Eröffnung der Motorenentwicklung, seit 2013 ist Győr ein komplettes Fertigungswerk. Laszlo Juhász hat sich gemeinsam mit Audi Hungaria weiterentwickelt: Seit 1997 arbeitet er im Management, heute ist er Leiter der Fahrzeugmontage.

Auf die Nachfrage, was die Mitarbeiter des Werks in Győr auszeichnet, muss Juhász nicht lange überlegen und erklärt mit einem Schmunzeln: „Wir sind jung, fleißig und lernhungrig. Das ist unser Erfolgsgeheimnis.“ Auch auf Basis dieser Fertigkeiten konnte sich Audi Hungaria innerhalb von 25 Jahren vom mittelständischen Unternehmen zum größten Motorenwerk für die Vier Ringe entwickeln. Laszlo Juhász hat einen nicht geringen Teil dazu beigetragen.

Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Das Jubiläumsjahr 2018 wird ein spannendes Jahr für das Unternehmen: Wie bereits erwähnt, startet die Serienproduktion des Audi Q3. Als wesentliches Zukunftsprojekt beginnt in Győr zudem die Serienproduktion der Elektroantriebe. Damit ist Audi Hungaria das Leitwerk für die E-Motoren-Fertigung im Audi Konzern und setzt mit der Elektromobilität Trends in der ungarischen Automobilindustrie.

Produktion auf Hochtouren

Audi Hungaria produziert seit 1994 Motoren für den Audi- und Volkswagen-Konzern. Seither entwickelte sich das Unternehmen zum weltweit größten Motorenwerk. Bis heute haben die Mitarbeiter in Győr über 30 Millionen Motoren gefertigt. 2016 wurde der bei Audi Hungaria produzierte 2,5-Liter-TFSI-Motor zum „International Engine of the Year“ in der 2- bis 2,5-Liter-Kategorie gewählt. Der Fünfzylinder gewann die Auszeichnung damit bereits zum siebten Mal in Folge. 2018 erweitert sich die Angebotspalette der Motorenproduktion mit der Serienproduktion von Elektromotoren in Győr. Das Kompetenzzentrum für die Produktion der E-Motoren ist bereits fertig, die Vorbereitungen für den Start der Serienproduktion sind in vollem Gange.

Der 5.000.000ste Audi Motor aus Győr: Um die Motorenproduktion mit serienbegleitenden Entwicklungsaktivitäten vor Ort zu unterstützen, wurde im Jahr 2001 das Motorentwicklungszentrum bei der Audi Hungaria eröffnet.

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2016 wurde bei Audi Hungaria der 30.000.000ste Motor und das 1.000.000ste Auto gefertigt.

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Zur Feier des 500.000sten Audi: 2010 gaben Viktor Orbán, Ministerpräsident der Republik Ungarn und Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender, den Ausbau Werk Győr im Budapester Parlament bekannt.

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AUDI HUNGARIA Zrt.
Aus dem Audi MediaCenter

Győr (Ungarn)

Die AUDI HUNGARIA Zrt. entwickelt und produziert im ungarischen Győr Motoren für die AUDI AG und für weitere Gesellschaften des Volkswagen Konzerns. Im Jahr 2013 weihte das Unternehmen sein neues Automobilwerk ein, in dem der komplette Fertigungsprozess abgedeckt ist. Im gleichen Jahr begann Audi Hungaria mit der Serienproduktion der Audi A3 Limousine und des Audi A3 Cabriolet. 2014 startete die Serienfertigung des Audi TT Coupé und des Audi TT Roadster. Diese Modelle werden inzwischen komplett am ungarischen Standort gefertigt.

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