Youngtimer-Rallye: Baltic Sea Circle

Youngtimer-Rallye: Baltic Sea Circle

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Mit dem Audi 100 um die Ostsee – Baltic Sea Circle

Ein Audianer, ein Audi 100 und ein gemeinsames Abenteuer: Zehn Länder rund um die Ostsee in 16 Tagen durchqueren – selbstverständlich ohne Navi und abseits der Autobahnen. Wie sich Steffen Conrad selbst und seinen 23 Jahre alten Audi 100 darauf vorbereitet, Blog-Autorin Verena Väth hat nachgefragt.

Youngtimer-Rallye: Baltic Sea Circle
Das Auto muss für die Rallye mindestens 20 Jahre alt sein und darf maximal 2.500 Euro kosten.

Steffen Conrad wollte nach seiner Doktorarbeit bei Audi „unbedingt noch einmal etwas Verrücktes machen“. Also beschloss er kurzerhand, an der Baltic Sea Rallye teilzunehmen, die in 16 Tagen durch zehn Länder um die Ostsee führt. Startschuss ist am 18. Juni in Hamburg, wo die Teams am 3. Juli auch wieder ankommen. Rund 7.500 Kilometer wird Steffen Conrad mit seinem Copiloten Stefan Kämpfer unter dem Teamnamen „Offroad Runners“ zurücklegen. „Es können aber auch 9.000 werden. Je nachdem, wo man lang fährt“, sagt Conrad. Navigationsgerät und Autobahnen sind tabu. Eine detaillierte Route gibt das Roadbook nicht vor, das die Teilnehmer beim Start erhalten.

Baltic Sea Circle: eine Rallye mit besonderen Aufgaben

Jedes Team kann seine eigene Strecke wählen. Aber es enthält Vorschläge für Zwischenziele sowie Sonderaufgaben, mit denen sie Punkte sammeln können. Beides ist aber kein Pflichtprogramm. In den vergangenen fünf Jahren seit Bestehen der Baltic Rallye mussten die Teilnehmer unter anderem Aufgaben wie diese erledigen: besondere Orte finden, sich mit dem Auto vor einer Sehenswürdigkeit ablichten oder eine Ziege hinters Steuer setzen.
Genau das ist es, worauf Conrad sich am meisten freut: „Man weiß nicht so wirklich, was auf einen zukommt. Man fährt einfach drauf los und schaut, was kommt“, sagt er. Jedes Team, das die Ziellinie in Hamburg überquert, ist Gewinner der Baltic Rallye. Das Team, das bei der Zieleinfahrt die meisten Punkte im Roadbook eingefahren hat, gewinnt die sogenannte Raodbook Competition – und zwar unabhängig davon, ob es als erster oder letzter eintrifft. Das ist für Conrad jedoch eher Nebensache. Das Abenteuer und der wohltätige Zweck stehen für ihn im Vordergrund.

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Korbinian Höning und Laura Bialy geben ihren Audi 100 Avant nicht mehr her.

Die Rallye mit einem 23 Jahre alten Audi 100 bezwingen

Ob das Team „Offroad Runners“ eine Chance auf den Sieg hat, wird auch davon abhängen, wie der 23 Jahre alte Audi durchhält. Mit der Autosuche hat das Rallye-Abenteuer schon begonnen. Das Auto muss mindestens 20 Jahre alt sein und darf maximal 2.500 Euro kosten. Für Conrad war klar: „Wenn ich da mitfahre, dann nur in einem Audi!“
Das Wunschauto ist ein Audi 100 mit Dieselmotor – der bietet genügend Platz zum Übernachten und überwindet die Strecke günstiger als ein Benziner. „Genau diese Kombination mit gültigem TÜV zu finden, war aber gar nicht so einfach“, erzählt Conrad.

Am Ende wurden sie doch fündig und es stellte sich heraus, dass das Auto ein echter Schwabe ist: Der Audi 100 Avant TDI mit der Lackierung Rubinrot Perleffekt fuhr am 1.12.1993 in Neckarsulm vom Band.
Der Audi-Slogan „Vorsprung durch Technik“ trifft bereits voll zu: Trotz seines stolzen Alters hat der Audi 100 Avant bereits eine Klimaanlage, Sitzheizung, Servolenkung, ein elektrisches Schiebedach, beheizte Scheibenwaschdüsen, Alarmanlage und sogar ein Sonnenschutzrollo für die Heckscheibe. Nur ein Navi ist nicht verbaut – aber das ist während der Rallye sowieso verboten. Ergo: „Der perfekte Wagen für das Abenteuer!“

Der Audi 100 ist topfit für die Rallye

In einer Scheune hat das Team wochenlang am Auto geschraubt und Teile ausgetauscht, mehr als 3.000 Kilometer haben sie den Youngtimer getestet, um ihn für die Rallye fit zu machen. „Lieber reparieren wir auftauchende Schäden schon vorher. Denn während der Rallye wird es eher schwierig“, sagt Ingenieur Conrad.

Erst kurz vor dem Start ist alles erledigt: Das Auto mit mittlerweile mehr als 235.000 Kilometern auf dem Tacho fährt reibungslos, die Rückbank wurde ausgebaut und mit Holzplatten zu einem Schlafpodest mit viel Stauraum umgebaut und auch die Folierung mit dem Rallye-Logo, Rennstreifen und der Startnummer klebt.
„Aber das Fahrzeug ist nicht alles“, sagt Conrad. Dachbox, Werkzeug, Ersatzräder, Campingausrüstung sowie Kartenmaterial für die zehn zu durchfahrenden Länder haben sie ebenso eingepackt wie eine Kameraausrüstung und einen Quadrocopter mit GoPro für die Dokumentation ihres Abenteuers. „Und natürlich ordentlich Dosenravioli“, ergänzt er und grinst.

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Die Rallye kann beginnen: Das Logo klebt bereits auf dem Audi 100.

Eine Rallye für den guten Zweck

Auch um eine besondere Anforderung im Reglement mussten sich Conrad und Kämpfer kümmern. Denn bei der Rallye geht es nicht nur um das Abenteuer und den Spaßfaktor, sondern auch um einen guten Zweck: Jedes Team muss mindestens 750 Euro an Spendengeldern sammeln. „Wir haben uns 2.600 Euro als persönliches Ziel gesetzt“, sagt Conrad. Die „Offroad Runners“ wollen damit die Deutsche Lebensbrücke e.V. und das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar unterstützen.
Nach all der Vorbereitung freut sich Conrad darauf, endlich zu starten. Ob er Bedenken hat, dass es mit dem Zieleinlauf nicht klappen könnte? „ Nein, irgendwie kommen wir da schon durch“, sagt Conrad. „Bisher ist noch jeder angekommen“, fügt er mit einem Zwinkern hinzu.

Die Rallye ist im Internet via live-tracking nachzuverfolgen.

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Der mit der Brille ist Steffen Conrad (links) und Stefan Kämpfer zeigen ihrem Audi 100 seine Geburtsstätte - die Produktionsstätte in Neckarsulm.

Audi-Treffen am Rande der Baltic Rallye.

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Die „Offroad Runners“ Steffen Conrad und Stefan Kämpfer mit ihrem Audi 100 in der Bucht im Dörfchen Hov, in der das Rallye-Treffen stattfindet.

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Kleine Mängel kann Patrick Holler in diesem Motorraum während der Rallye noch mit einfachen Mitteln beheben – das Auto hat nämlich nur wenig Elektronikteile.

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Der mit der Brille ist Steffen Conrad (links) und Stefan Kämpfer zeigen ihrem Audi 100 seine Geburtsstätte - die Produktionsstätte in Neckarsulm.

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Der Audi 100 ist startklar.

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