Audi auf der Techno Classica

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Audi quattro Spyder: Die einzigartige Studie

Ein geheimes Fotoshooting, die Vertuschung eines zweiten Exemplars und Spionage durch die Konkurrenz: Um kaum einen Audi ranken sich so viel Mythen und Geschichten wie um den quattro Spyder. Die polarisierende Sportwagen-Studie ist vom 6. bis 10. April im Rahmen der Techno Classica in Essen zu sehen.

Der Audi quattro Spyder war eines der bestgehüteten Geheimnisse der jüngeren Firmengeschichte und die Sensation der IAA im Jahr 1991. Mit der Studie präsentierte Audi den konsequentesten Entwurf eines Sportwagens, den man bis dato von der Marke mit den vier Ringen gesehen hatte. Schon kurz nach der Weltpremiere gingen bei den Audi-Händlern tausende Vorbestellungen ein –obwohl Audi die Serienproduktion nicht bestätigt hatte. In Serie kam der Audi quattro Spyder nie. Das Projekt scheiterte letztendlich an den Bedenken, dass die Umsetzung des Sportwagens für einen anvisierten Verkaufspreis von 100.000 Deutsche Mark nicht zu realisieren sei. Audi stellte die Entwicklung ein und es blieb beim einmaligen Prototypen.

Audi quattro Spyder
Der Audi quattro Spyder ist ein Unikat, denn er wurde nie in Serie produziert.

Ein geheimes Fotoshooting und Spionage

Lange Zeit vor der offiziellen Vorstellung kursierten in Fachkreisen erste Gerüchte über eine außergewöhnliche Sportwagenstudie von Audi. Die Verantwortlichen beim Autokonzern bemühten sich daher um größtmögliche Geheimhaltung. Ein Journalist schrieb damals in diesem Zusammenhang: „Fort Knox zu knacken schien einfacher, als irgendein Detail von Audi zu erfahren.“

Doch fast wäre das Projekt „A85“, wie der quattro Spyder intern bezeichnet wurde, ein halbes Jahr vor der Premiere im Rahmen einer Filmproduktion in Frankreich aufgeflogen – trotz schärfster Sicherheitsvorkehrungen.

Der mitgereiste Audi-Werkschutz setzte sogar Infrarot-Nachtsichtgeräte und Ferngläser ein, um ungebetene Beobachter zu enttarnen. Sämtliche Eventualitäten wurden bedacht – mit einem gewieften Bauern hatte der Werkschutz allerdings nicht gerechnet. Der französische Landwirt näherte sich über ein Feld an, setzte sich auf das Dach seines Traktors und lichtete die geheime Studie aus sicherer Entfernung in aller Ruhe ab. Nur mit viel Mühe ließ er sich anschließend davon überzeugen, die Fotoaufnahmen zu vernichten und damit die Geheimhaltung zu wahren.

Als am nächsten Drehtag vor Ort ein schwarzer BMW-Werkswagen mit Münchener Kennzeichen auftauchte, brach erneut hektisches Treiben aus. War das womöglich ein Spionageversuch der Konkurrenz? Nach einigen Telefonaten und eiliger Recherche konnten die Verantwortlichen aufatmen. Statt Spionage war es ein grober Zufall: BMW hatte das Auto an einen Geschäftspartner verliehen.

Audi quattro Spyder

Aus dem Archiv: Eine Phantomzeichnung des Audi quattro Spyder.

Die Studie war ein technisches Highlight

Seinerzeit richtungsweisend war die Technik des quattro Spyder. Mit seiner Aluminiumkarosserie und einem Gewicht von nur 1.100 Kilogramm ist die Studie ein Vorreiter der Leichtbauweise und des Space Frame. Zusammen mit dem quer eingebauten 2,8 Liter V6-Mittelmotor (174 PS) und permanentem Allradantrieb unterstrich Audi die dynamische Ausrichtung des Sportwagens. Die optimale Gewichtsverteilung durch das Mittelmotorkonzept, der drehmomentstarke V6-Motor und das geringe Gewicht versprachen ein sehr sportliches Fahrerlebnis.

Weitere Highlights des quattro Spyder sind die versenkbare Heckscheibe und das Solardach. „Mit wenigen Handgriffen ist es möglich, den geschlossenen quattro Spyder in ein luftiges Open-Air-Auto zu verwandeln. Das Dach, in der Studie aus Glas mit einem Solarpaneel versehen, lässt sich abnehmen und oberhalb der Motorraumhaube verriegeln“, hieß es 1991 in der Pressemappe zur IAA.

Die Legende um ein zweites Exemplar des Audi quattro Spyder

 

Der Audi quattro Spyder mit grüner Lackierung und der Audi Avus quattro.

Nicht nur technisch ist der quattro Spyder einzigartig. Es existiert lediglich ein einziger Prototyp – auch wenn es gegenteilige Angaben zur Stückzahl gibt: Audi habe zwei quattro Spyder gebaut, heißt es in vielen Fachbüchern und Artikeln. Dieses Gerücht wird dadurch befeuert, dass Pressefotos mit einem orangen und einem grünen Auto existieren.

Vertuschung wurde Audi daher schon vorgeworfen. Für das Missverständnis gibt es aber eine einfache Erklärung: Den in leuchtend orange präsentierten quattro Spyder lackierte Audi für ein Fotoshooting grün.

Nach dem gemeinsamen Shooting mit der Designstudie Avus quattro bekam der quattro Sypder wieder seine ursprüngliche Lackfarbe: Das einzigartige Fidji Orange, in dem die Besucher der Techno Classica den Wagen vom 6. bis 10. April bewundern können.

Mit seiner Aluminiumkarosserie und einem Gewicht von nur 1.100 Kilogramm ist die Studie ein Vorreiter der Leichtbauweise.

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Im Jahr 1991 stellte Audi die Studie erstmals auf der IAA vor.

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Der Audi quattro Spyder mit grüner Lackierung und der Audi Avus quattro.

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Der Audi quattro Spyder auf der Techno Classica in Essen.

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Vorsichtig wird der quattro Spyder abgeladen.

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Mitarbeiter von Audi bringen das Auto in Position.

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Nach jedem Drehtag wird der Spyder wieder im Lkw verschlossen.

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Mit einer großen Plane wird das Auto vor neugierigen Blicken geschützt.

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Viel Improvisation war gefragt, um am Ende spektakuläre Bilder zu bekommen.

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