Eishockey Spiel ESC Ingolstadt gegen Regensburg

Die Talentschmiede

Audi Sportakademie: Hier erfüllt sich der Traum vom Profisport

Profisportler sein - ein Traum vieler Jugendlicher. In der Audi Sportakademie kann er in Erfüllung gehen. 20 Talente des FC Ingolstadt und des ERC Ingolstadt wohnen derzeit in dem Schülerwohnheim. Audi Blog-Autorin Natascha Bauer hat vor Ort recherchiert.

Audi Blog-Autorin Natascha Bauer im Gespräch mit Jonas Stettmer und Hussein Akbari
Die Karriere fest im Blick: Trotz ihres jungen Alters wissen Jonas Stettmer und Hussein Akbari genau, wovon sie träumen - einer Karriere als Profisportler.

Als ich den Besprechungsraum der Audi Sportakademie betrete stehen die beiden schon da: Jonas Stettmer und Hussein Akbari. Der eine groß gewachsen, 16 Jahre alt, kommt souverän auf mich zu und stellt sich vor. Der andere, etwas kleinere Vierzehnjährige ist noch etwas zurückhaltend, er wirkt ein bisschen nervös und ist sehr höflich. Später erfahre ich, dass das sein erstes Interview ist.

Trotz der äußerlichen Unterschiede haben die beiden etwas gemeinsam: Sie wohnen zusammen mit 20 anderen Jugendlichen in der Audi Sportakademie, wo sie sich Ihren Traum erfüllen wollen: Profisportler werden.

Der Weg in die Sportakademie

Die Audi Sportakademie ist ein Schülerwohnheim, das 22 Nachwuchstalenten im Alter von 14 bis 19 Jahren ein zweites Zuhause bietet. Die Jugendlichen spielen entweder für den FC Ingolstadt oder den ERC Ingolstadt und werden in der Akademie an über 330 Tagen im Jahr von pädagogischem Fachpersonal betreut.

Jonas kommt ursprünglich aus Straubing und spielt derzeit für die U19-Mannschaft des ERC Ingolstadt. Er ist seit fast drei Jahren in der Audi Sportakademie, die im September 2014 eröffnet wurde. Der junge Sportler hat mit vier Jahren angefangen Eishockey zu spielen. Zunächst war er in der Laufschule und wollte sich von da an immer weiterentwickeln. Deshalb stand für ihn schnell fest, dass er nach Ingolstadt kommen wollte: „Ich möchte Profisportler werden. Deshalb wollte ich die Chance, mit dem ERC Ingolstadt zu trainieren und in der Sportakademie zu leben, ergreifen. Da konnte ich auch meine Mutter recht schnell überzeugen.“ Obwohl es für sie nicht einfach war, sagt Jonas: „Natürlich ist es schwer sein Kind weggehen zu lassen, vor allem, da mein Bruder bereits in einem ähnlichen Schülerwohnheim in Berlin ist. Aber ich wollte das unbedingt.“

Jonas Stettmer und Hussein Akbari betrachten Eishockey-Handschuhe des Torwarts

Die gemeinsame Leidenschaft: der Sport. Für die beiden Nachwuchstalente hat dies einen so hohen Stellenwert, dass sie in Kauf nehmen, getrennt von der eigenen Familie zu leben.

Auch für Husseins Familie war es nicht einfach, ihn gehen zu lassen. „Meine Mama wollte das am Anfang nicht. Sie ist aber mit mir hierher gefahren und hat sich vorher alles genau angeschaut. Dann konnte ich sie irgendwann überreden.“ Die Familie des jungen Fußballers wohnt in Schweinfurt, ist aber vor vier Jahren erst von Afghanistan nach Deutschland geflüchtet. „Es war hart. Wir waren zu Fuß unterwegs und sind dann über das Mittelmeer. Ich bin froh, dass ich jetzt hier bin.“ Hussein ist nun seit fast drei Monaten in der Sportakademie. „Ich fühle mich sehr wohl hier. In Deutschland und in der Akademie. Es ist alles sehr familiär.“

Der FC Ingolstadt hat mit ihm ein richtiges Talent gefunden. Er spielt erst seit vier Jahren in einem Fußballverein. „Davor habe ich mit Freunden auf der Straße gekickt. Erst als ich nach Deutschland kam, habe ich angefangen in einem richtigen Team zu spielen.“

Portraitaufnahme von Hussein Akbari
Portraitaufnahme von Jonas Stettmer

Der Alltag in der Audi Sportakademie

Die beiden erzählen mir, dass es Ihnen in dem Schülerwohnheim sehr gut gefällt. Dabei ist ihr Alltag alles andere als leicht: Jeder Tag ist durchgeplant. Die Jugendlichen stehen ab 6 Uhr auf, um dann zusammen zu frühstücken und anschließend in die Schule zu gehen. Nach der Schule gibt es ein gemeinsames Mittagessen und nach circa einer Stunde Freizeit erledigen die angehenden Profisportler ihre Hausaufgaben. „Das gab es zu Hause nicht. Ich hatte keine feste Zeit für Hausaufgaben. Dafür sind jetzt die Noten in der Schule besser“, sagt Hussein. Nach dem akademischen Teil des Tages, beginnt der sportliche:

Die Sportler gehen ins Training von dem sie zwischen 19 und 21 Uhr wieder in die Akademie zurückkehren. Um 22:30 ist dann schließlich Bettruhe. Diesem Ablauf folgen die Jugendlichen täglich. An den Wochenenden sind dann meistens Spiele der Vereine. „Viel Freizeit ist das aber nicht. Gibt es auch mal Tage an denen man so gar keine Lust hat?“ frage ich. „Also Lust auf Training habe ich immer! Die Schule ist da manchmal eher das Problem“, lacht Jonas. „Aber hier wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir auch in unserer Schullaufbahn erfolgreich sind.“ Nicola Knabl, die Leiterin der Akademie erklärt: „So eine Sportlerkarriere kann sehr schnell beendet sein. Da reicht eine Verletzung und der Traum vom Profisport ist vorbei. Deshalb ist es uns wichtig, dass die Jugendlichen verstehen, wie wichtig die Schule und Ausbildung als zweites Standbein sind.“

Jonas Stettmer und Hussein Akbari beim Tischkickern
Eine kurze Verschnaufpause im anstrengenden Alltag: Für die beiden Sportler bedeutet Tischkickern eine willkommene Abwechslung.

Auf dem Weg zum Profisportler

Doch nicht nur schulisch verzeichnen die beiden Fortschritte. Auch in ihrem Sport konnten sie sich durch den Aufenthalt in der Sportakademie verbessern. „Ich trainiere jetzt viel mehr als früher. Bevor ich hierher kam, hatte ich zweimal in der Woche Training. Hier trainiere ich fast jeden Tag. Das war am Anfang hart, aber bereits jetzt, nach drei Monaten habe ich große Fortschritte gemacht“, erzählt mir Hussein freudig.

Jonas, der schon etwas länger dabei und älter ist, darf sogar mit der Profimannschaft des ERC Ingolstadt trainieren. „Das ist wirklich was anderes. Da mache ich bei jedem Training einen Riesenschritt nach vorn. Die Profis kennen echt alle Tricks und da ich ja Torwart bin, darf ich jetzt sogar mit dem Olympia-Silbermedaillen-Gewinner Timo Pielmeier trainieren. Das ist eine riesige Ehre. Vor allem da wir auch noch aus demselben Eck kommen. Straubing und Deggendorf sind nicht weit auseinander.“

Als ich die beiden frage, was sie bis jetzt aus ihrer Zeit in der Sportakademie mitnehmen, sind sich beide einig: Es liegt an einem selbst, hart zu arbeiten. Wenn man in allen Bereichen hart arbeitet, hat man maximale Chancen sein Ziel, Profisportler zu werden, zu erreichen. „Ich hoffe ich schaffe das“, fügt Hussein mit einem Lächeln hinzu.

Jonas Stettmer(#1 ERC) jubelt im Spiel für Ingolstadt gegen Regensburg

Erfolg! Jonas Stettmer freut sich als Nummer eins des ERC Ingolstadt über jeden Torversuch der gegnerischen Mannschaft, den er erfolgreich abwehren kann.

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