Audi Q7 beim autonomen Einparken

Mein Audi, das Parkgenie

Audi testet autonomes Parken am Flughafen Hamburg

Lange Parkplatzsuche, schwierige Einparkmanöver und dann auch vielleicht ein Kratzer im Lack? Schluss damit, sagen Audi, Volkswagen und Porsche und testen derzeit mit einer neuartigen Technologie das autonome Parken am Hamburger Flughafen. Wie das genau funktioniert, erprobt Blog-Autorin Stefanie Lackner.

Christian Feist im Audi Q7
Christian Feist ist bei Audi zuständig für die Entwicklung von automatisiertem Parken und Rangieren. Seit 2012 arbeitet er gemeinsam mit Volkswagen und Porsche an einem gemeinsamen System zum autonomen Parken.

Ich befinde mich am Hamburger Flughafen, dem ältesten Deutschlands mit 17,62 Millionen Passagiere im Jahr 2017. Genauer gesagt im Parkhaus, direkt gegenüber dem Terminal 2. Nach fünf Jahren intensiver Entwicklungsarbeit ist es heute soweit: Der Audi Q7 ist bereit und kann ganz ohne Fahrer durch das Parkhaus fahren. Ich steuere das SUV zum Eingang des Parkhauses, steige aus und gebe per Smartphone den Befehl zum Parken. Während ich stressfrei nur ein paar wenige Meter zum Check-in gehe, steuert der Audi alleine durch die Schranke des Parkhauses und dreht seine Runde bis in die nächste Parklücke. Dabei löst sich die Handbremse, die Fahrstufe wird eingelegt und das Lenkrad bewegt sich von selbst. Nur wenige Augenblicke später steht der Audi Q7 perfekt eingeparkt in der Parklücke.

Autonomes Parken: vom Modellversuch zur Serie

„Was wir als Volkswagen Konzern aktuell als Modellversuch am Hamburger Flughafen testen, könnte ab dem nächsten Jahrzehnt für erste Kunden in ausgewählten Parkhäusern zur Verfügung stehen“, erklärt mir Christian Feist, zuständig für die Entwicklung automatisiertes Parken und Rangieren bei Audi. Seit 2012 arbeitet er als Konzepter mit seinen Kollegen bei Audi an einem gemeinsamen Ökosystem, dass das Parken schneller und komfortabler machen soll – mittlerweile zusammen mit den Konzernmarken Volkswagen und Porsche. Die Technologie entwickeln die Experten eigenständig im Konzern. Ein wichtiger Meilenstein, denn autonomes Parken gilt als integraler Bestanteil auf dem Weg zum autonomen Fahren. Parken ist speziell in größeren Städten ein Problem. Rund 41 Stunden suchen die Deutschen im Durchschnitt pro Jahr nach einem Parkplatz und die Bewohner New Yorks sogar 107 Stunden jährlich – also bis zu vier Tage.

App zum autonomen Parken wird bedient

Ganz einfach am Eingang des Parkhauses aussteigen und mit dem Smartphone den autonomen Parkvorgang starten – im nächsten Jahrzehnt soll das auch für den Kunden möglich sein.

Bildmarker als stille Helden

Jetzt will ich es aber genau wissen. Zusammen mit Christian Feist nehme ich im sonst fahrerlosen Audi Q7 Platz und schaue mir den Parkvorgang von der Rückbank aus an. „Im Prinzip ist es ganz einfach“, erklärt er mir mit einem Augenzwinkern. Voraussetzung für das autonome Parken ist, so erfahre ich, ein Fahrzeug mit Parkfunktion, das mit einer aktiven Umfelderkennung ausgestattet ist. Diese kann Objekte identifizieren und entsprechend reagieren, etwa durch Ausweichen oder Abbremsen. Dazu wird das Auto mit einem Sensoren-Set ausgestattet, beispielsweise Ultraschall, Radar oder Kameras.

Die Verarbeitung der Daten erfolgt in der zentralen Steuergerätarchitektur des Autos, dem zFAS. Gebe ich dem Audi per App den Befehl zu Parken, berechnet dieser seine Route auf Basis von Indoor-HD Kartendaten aus der Cloud. Da es im Parkhaus keinen GPS-Empfang gibt, orientiert sich das Auto an Bildmarkern, die ähnlich wie QR-Codes aufgebaut sind. Sie sind an den unterschiedlichsten Positionen im Parkhaus angebracht – an Säulen bis an die Decke. Der Audi lokalisiert diese Bildmarker über die Sensoren und gleicht sie mit jenen in der Karte ab. Das Parkhaus übernimmt die Koordination der Fahrzeuge über eine Schnittstelle, die über Funktechnologie funktioniert. „Der Vorteil ist, dass diese Technologie grundsätzlich in jedem Parkhaus einfach und kostengünstig umgesetzt werden kann“, verrät Feist.

Stefanie Lackner und Christian Feist im Audi Q7
Audi Blog-Autorin Stefanie Lackner und Christian Feist beim Praxistest im Audi Q7. Voraussetzung für autonomes Parken ist ein Auto mit Parkfunktion, das eine aktive Umfelderkennung enthält.

Sicherheit hat Vorrang beim autonomen Parken

Wenn es so einfach ist, warum parken wir nicht heute schon alle autonom ein, frage ich den Experten Feist. „Aus technischer Sicht können wir das schon lange. Das autonome Parken hat bereits die Forschungsabteilung verlassen und ist derzeit im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium. Sicherheit hat aber höchste Priorität, deshalb wollen wir das autonome Parken stufenweise einführen.“ Im ersten Schritt wird es in ausgewählten Parkhäusern im Exklusiv-Verkehr anwendbar sein – in separaten Parkhaus-Bereichen, die nicht für Menschen zugänglich sind. Bis dahin testen und analysieren die Experten das Auto umfangreich und führen hunderttausende Parkvorgänge an unterschiedlichen Orten weltweit durch. Parallel erfolgt die Absicherung durch Simulationen. Ein nächster Schritt ist der Betrieb im Mischverkehr – autonom parkende Fahrzeuge sollen sich in denselben Parkhausbereichen wie Autos mit Fahrer fortbewegen. Die Vision ist klar: autonom parkende Fahrzeuge auch auf öffentlichen Parkplätzen.

Mit intelligenten Dienstleistungen zum empathischen und intelligenten Begleiter

„Der Audi der Zukunft wird auf dem Weg hin zu vollautomatisierten Fahrfunktionen noch mehr bieten“, erklärt Feist. „Wir denken ganzheitlich und verknüpfen das Parken mit weiteren Services.“ In speziell ausgewiesenen Bereichen, so genannten „Audi AI Zonen“, erledigt der Audi künftig verschiedene Dinge selbstständig. Nicht schlecht, denke ich, und überlege mir, wie mein Auto automatisiert geladen und gewaschen wird. Auch Pakete oder frisch gebügelte Kleidungsstücke könnte ich mir dann direkt in den Kofferraum liefern lassen. Über die App verfolge ich die Aktionen meines Audi jederzeit, ergänze weitere Services und bezahle damit. Nach meiner Ankunft zurück am Flughafen benachrichtige ich das Auto und es holt mich vor dem Terminal wieder ab.

Solch eine App mit dazugehörigem autonom parkenden Auto wünsche ich mir bereits ein paar Stunden später, als ich abends durch die Münchner Innenstadt schleiche und verzweifelt eine Parklücke suche. Nicht mehr lange, beruhige ich meinen Audi und mich, dann parkst du von alleine ein.

Auf dem Weg zum Parken der Zukunft

In der Hansestadt testet der Volkswagen Konzern in einem Modellversuch autonomes Parken. In einem Parkhaus am Hamburger Flughafen prüft Audi mit dem Q7 automatisiertes Parken und Rangieren. Nach fünf Jahren Entwicklungsarbeit, fährt der SUV eigenständig durch die Parkhausschranke, fährt bis zur nächsten Parklücke und parkt selbstständig ein. Bereits im nächsten Jahrzehnt soll der Modellversuch in bestimmten Parkhäusern für die Kunden zur Verfügung stehen.

Christian Feist zeigt Audi Blog-Autorin Stefanie Lackner die Sensoren, die für die Umgebungserkennung verantwortlich sind.

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Der Audi Q7 lenkt sich souverän durch das Parkhaus des Hamburger Flughafens. Ohne Fahrer navigiert der Audi, löst die Handbremse und stellt sich auf den Parkplatz.

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Fehlender GPS-Empfang im Parkhaus? Kein Problem. Die Sensoren lokalisieren die Bildmarken im Parkhaus und koordinieren den Audi so gekonnt zum gewünschten Parkplatz.

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Der Audi Q7 verfügt über eingebaute Sensoren für autonomes Parken und orientiert sich an Bildmarkern, die an den Wänden angebracht sind.

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Audi Aicon
Aus dem Audi MediaCenter

Per Autopilot Richtung Zukunft: die Audi Vision vom autonomen Fahren

Dreifach-Debüt auf der IAA 2017 bei Audi: Der neue Audi A8 erlebt in Frankfurt seine Messepremiere. Er ist das erste Serienautomobil, das hochautomatisiertes Fahren im öffentlichen Verkehr erlauben wird. Erstmals kann der Fahrer die Fahraufgabe in definierten Verkehrssituationen komplett abtreten – technologisch ist dieser Schritt eine Revolution. Und mit der Doppel-Weltpremiere von zwei Konzeptautomobilen zeigt Audi, wie die Marke das autonome Fahren in der Zukunft weiter entwickeln will.

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Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Audi Q7: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,4 – 5,5; CO2-Emission kombiniert in g/km: 168 – 144. Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

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