Audi auf der Cebit

Audi auf der CeBIT 2017: Immer gut vernetzt

Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Audi Q7: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,2 – 5,5; CO2-Emission kombiniert in g/km: 163 – 144 . Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

Audi zeigt Anwendungsfälle für LTE-V

Welches Potenzial bietet der Mobilfunkstandard LTE-V? Audi zeigt das auf der CeBIT anhand von drei Beispielen. Techblogger Johannes Knapp war dabei auf der weltweit größten IT-Messe und hat die drei Anwendungsfälle getestet.

Audi auf der Cebit
LTE-V ermöglicht eine stabile Kommunikation zwischen zwei Fahrzeugen - auch wenn keine Netzabdeckung vorhanden ist, so zum Beispiel in Tunnel.

Die CeBIT ist seit Jahrzehnten die Messe für Innovationen aus der Technikwelt. Der Fokus der CeBIT hat sich allerdings seit 2014 ein wenig geändert. Weg von der Unterhaltungselektronik hin zu Businesslösungen. Und auch Automobilhersteller sind auf der Messe zu sehen, darunter auch Audi.

Auf der CeBIT 2017 stellt Audi zusammen mit seinen Technologiepartnern Vodafone und Huawei ein Konzept für vernetzte Autos vor. Das Ziel: mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Die eingesetzte und vorgestellte Technologie auf der CeBIT nennt sich LTE-V (LTE Vehicular). Mit dieser Mobilfunkvariante können sich Fahrzeuge untereinander vernetzen und sind nicht auf Mobilfunkmasten angewiesen.

LTE-V ermöglicht zuverlässige Car-to-Car-Kommunikation

Die Vorteile von LTE-V liegen auf der Hand. Natürlich bekommt man viele wichtige Daten normalerweise direkt über das Internet in das Fahrzeug geschickt. Aber bei echtzeitrelevanten und lokalen Daten wie Glatteis, Auffahrunfällen oder anderen Gefahren müssen die umliegenden Verkehrsteilnehmer unverzüglich gewarnt werden.
Zwar haben wir in Deutschland eine vergleichsweise gute Netzabdeckung, aber dennoch kann es immer mal wieder zu Funklöchern zum Beispiel in Tunneln kommen. Dann erreichen wichtige Informationen das Fahrzeug nicht rechtzeitig.
Hier kommt LTE-V ins Spiel: Mit dieser Mobilfunkvariante bauen die Fahrzeuge untereinander eine Verbindung auf und so wird gewährleistet, dass zu jeder Zeit eine stabile und vor allem schnelle Verbindung besteht.
Auf dem Außengelände des CeBIT-Messegeländes in Hannover ist der Audi-Testparcours aufgebaut und macht drei Szenarien vor Ort erlebbar: see through, Gefahrenbremsung und Fußgängerwarnung.

Audi auf der Cebit

Auf dem Außengelände der CeBIT hat Audi mit seinen Technologiepartnern einen Testparcours für LTE-V aufgebaut.

Anwendungsfall 1 für LTE-V: see through

Unübersichtlichen Stellen oder Fahrzeuge, die die Sicht nach vorne verdecken sind immer ein Problem, aber leider unvermeidbar. Wie oft habe ich mir in manchen Situationen schon gewünscht, zu sehen, was mein Vordermann sieht. Einfach um Situationen besser einschätzen zu können.
In der ersten Audi-Demonstration wird genau dieses Problem behoben. Ich setze mich in einen Audi Q7 und fahre brav hinter den anderen Autos her. Das vorderste Auto biegt gleich um eine enge Kurve.

Audi auf der Cebit
Das vordere Fahrzeug sendet dem nachfolgenden Audi das Bild seiner Frontkamera. Zu sehen ist das dann im Audi virtual cockpit.

Da ich im letzten Fahrzeug sitze, sehe ich die enge Kurve aber nicht sofort. Aber da ich ein Livebild vom vorausfahrenden Fahrzeug auf das Audi virtual cockpit geschickt bekomme, kann ich die Geschwindigkeit entsprechend verringern. Großes Potential sehe ich bei diesem Feature gerade auch, wenn man überholen möchte. Oftmals würde gerade da der Blick durch die Augen des Vordermanns die nötige Sicherheit geben.
Hier zeigt sich das Potenzial der LTE-V-Technologie, denn für die Liveübertragung des Videomaterials wird natürlich Bandbreite benötigt. Das vordere Fahrzeug erkennt die Situation und sendet das Video seiner Frontkamera an die folgenden Fahrzeuge.

Anwendungsfall 2 für LTE-V: Gefahrenbremsung

Wie oft kommt es zu Auffahrunfällen durch Unachtsamkeit. Wie diese Art von Unfällen vermieden werden kann, zeigt der zweite Use Case von Audi. Ich steige wieder ins Auto und die Fahrzeuge vernetzten sich untereinander, um sich frühzeitiger zu warnen und Gefahrensituationen bereits im Keim zu ersticken.
Ich fahre gemütlich dahin als einer der vorausfahrende Audi plötzlich abrupt bremst. Diese Information wird umgehend an alle Audi geschickt, die sich auf der gleichen Strecke und in unmittelbarer Nähe befinden. Die Fahrer bekommen einen Warnhinweis – ein rotes Dreieck im virtual cockpit – und können reagieren. Auch ich bremse rechtzeitig und es kommt erst gar nicht zu einer Gefahrenbremsung. Alle Fahrer konnten die Situation rechtzeitig erkennen – dank des Hinweises über die Car-to-Car-Verknüpfung.

Audi auf der Cebit
Sobald ein vorausfahrendes Fahrzeug bremst, wird das Signal Car-to-Car an das nachfolgende Auto übertragen, das wiederum einen Warnhinweis im Kombiinstrument visualisiert – eine enorme Erleichterung für vorausschauendes Fahren.

Anwendungsfall 3 für LTE-V: Fußgängerwarnung

Audi auf der CeBIT
Die Fußgängerwarnung ermöglicht durch Car-to-Pedestrian-Kommunikation einen deutlichen Sicherheitsgewinn.

Natürlich sind nicht nur die Fahrzeuge untereinander vernetzt, sondern können auch auf Informationen anderer Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger reagieren. Das Auto kann so zum Beispiel erkennen, ob ein Fußgänger die Straße überqueren wird. Realisiert wird das durch Informationen des Smartphones oder eines anderen InternetOfThings-Geräts.
Steuert also ein Fußgänger direkt auf die Straße zu, wird das erkannt und der Fahrer des Autos wird gewarnt. Vor allem wenn Fußgänger in Städten zwischen geparkten Autos hervorkommen, ist das für Autofahrer immer eine sehr unübersichtliche und gefährliche Situation. Natürlich wird diese Information auch mit den anderen Fahrzeugen, die von hinten ankommen geteilt. So können auch sie rechtzeitig reagieren.

LTE-V macht Straßenverkehr sicherer

Die Livedemo mit LTE-V hat mir insgesamt einen guten Ausblick auf künftige Technologien im Auto gegeben. Ich persönlich sehe am meisten Potential in der See-through-Demo , denn ich finde mich immer wieder in Situationen wo ich mir wirklich wünschen würde, dass ich sehen könnte, was mein Vordermann sieht. Audi hat hier mit dem Audi virtual cockpit auch schon seit einiger Zeit die Basis für genau solch ein Feature in das Fahrzeug integriert. Im Display hinter dem Lenkrad zeigt es mir das Livevideo des vorausfahrenden Autos an.
Aber auch die zweite und dritte Demo haben mir gezeigt, wie wichtig die Vernetzung von Autos sein kann. Denn es kann immer mal passieren, dass ein Fahrer unachtsam ist oder einfach nicht schnell genug auf eine Situation reagieren kann. Jede Hilfe die man hier bekommen und die einen Unfall verhindern kann, ist für mich absolut willkommen und ein Plus an Sicherheit für jeden Verkehrsteilnehmer.
Die gezeigten Demonstrationen sind derzeit nur ein Proof-of-Concept, um zu zeigen was im Bereich der Car-to-X-Kommunikation möglich ist. Im Video erkennt man die eingesetzten Antennen für LTE-V auf dem Dach. Selbstverständlich wird das  wenn die Technologie Einzug in die Autos hält  dezenter aussehen und in das bestehende Antennendesign integriert.

Audi auf der Cebit

Techblogger Johannes Knapp testete drei Anwendungsfälle von LTE-V auf ihre Praktikabilität im Alltag.

Audi treibt LTE-V-Standard voran

Ziel ist es, in Zukunft den LTE-V-Standard in neuen Fahrzeugen weltweit einzusetzen. Vorangetrieben wird dieses Vorhaben durch die 5G Automotive Association, der auch Audi angehört. Ich könnte mir hier noch zahlreiche weitere Anwendungsszenarien vorstellen, bei denen vernetzte Fahrzeuge einen erheblichen Vorteil bieten. Bei der Livedemo waren die Warnsignale nur akustisch und optisch. Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, die Warnsignale mit einem automatischen Bremsvorgang zu kombinieren, so wie Audi es derzeit schon bei so manchen Fahrassistenzsystemen macht.
Man spricht immer und immer wieder vom vorausschauenden Fahren. Durch miteinander verbundene Autos kann jeder Fahrer das in Zukunft auch noch besser praktizieren, zum Beispiel wenn Ampeln oder Bahnübergänge ihren aktuellen Status an Autos senden. Man muss nur einmal darüber nachdenken, wie viel Kraftstoff (oder Energie bei Elektrofahrzeugen) man dadurch einsparen wird.
Natürlich benötigen wir auch unbedingt die Vernetzung der Fahrzeuge, wenn wir über weitere Schritte und die Zukunft des pilotierten Fahrens nachdenken. Die Daten der Sensoren, die derzeit dafür sorgen, dass pilotierte Prototypen sicher auf den Straßen unterwegs sind, werden künftig mit den Informationen der anderen Verkehrsteilnehmer ergänzt und können so für einen noch reibungsloseren Verkehrsfluss sorgen.
Ein Leben ohne Staus? Das hätten wir sicherlich alle sehr gerne und deshalb bin ich sehr gespannt was sich in diesem Bereich noch tut. Auch wenn Audi auf der CeBIT in der Livedemo nur drei Szenarien zeigt: Hier habe ich schon ein Stück Zukunft der Car-to-X-Kommunikation erlebt.

Wie Johannes Knapp die drei Anwendungsfälle für LTE-V getestet hat, sehen Sie im Video:

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