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Auf der grünen Welle

Stellen Sie sich vor, Sie wüssten genau, wann die Ampel vor Ihnen auf Grün schaltet, dass sich auf Ihrem Weg in dieser Sekunde ein Stau bildet. Das Audi-Projekt Ampelinfo online zeigt, was mit Car-to-X Kommunikation schon heute möglich ist.

 Berlin ist neben Las Vegas, Verona und Ingolstadt eine der Pilotstädte für das Ampelassistent-Projekt. In der Hauptstadt können die Audi-Prototypen mit rund 700 Signalanlagen kommunizieren
Berlin ist neben Las Vegas, Verona und Ingolstadt eine der Pilotstädte für das Ampelassistent-Projekt. In der Hauptstadt können die Audi-Prototypen mit rund 700 Signalanlagen kommunizieren
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Michael Zweck, Projektleiter von Ampelinfo online, erklärt, welchen Effekt intelligente Fahrassistenten auf den Verkehrsfluss haben: „Wenn Autofahrer die Ampelphasen kennen, verhalten sie sich souveräner im Verkehr. Sie beschleunigen nicht unnötig, wenn ihnen das System sagt, dass sie die grüne Ampelphase nicht mehr schaffen – oder machen sich fahrbereit, wenn die Ampel in wenigen Sekunden auf Grün schaltet.“

Der Verkehr fließt gleichmäßiger, unnötige Stopps werden vermieden. Gut für die Stadt, denn ein Auto verbraucht am meisten Kraftstoff beim Anfahren. Käme die Technologie flächendeckendend in Deutschland zum Einsatz, ließen sich CO2-Emissionen pro Jahr um 15 Prozent senken – das entspräche etwa 900 Millionen Liter Kraftstoff, so Zweck. Zudem schaffen es mehr Autos bei Grün über die Ampel.

In Berlin – neben Las Vegas, Verona und Ingolstadt eine der Pilotstädte für das Projekt – können die Audi-Prototypen mit rund 700 Signalanlagen von geschätzten 2.400 kommunizieren. Über eine Internetverbindung gelangen die Ampeldaten vom Projektpartner, der Verkehrstechnik-Firma SWARCO, direkt ins Auto. Und davon profitiert nicht nur der Fahrer, der seinen Fahrstil anpasst und Energie spart. Auch das Auto hat die Möglichkeit, selbständig auf die Ampeldaten zu reagieren: Errechnet der Bordcomputer, dass eine grüne Ampel nicht mehr erreicht wird, können Elektroautos direkt rekuperieren, also freiwerdende Energie in die Batterie einspeisen.

Auf der grünen Welle

Der Projektpartner, die Verkehrstechnik-Firma SWARCO, überträgt mithilfe des Internets die Ampeldaten direkt ins Auto

Und das Auto hilft der Stadt: „Nicht nur die Ampeln können Daten an Autos senden, auch die Autos sind in der Lage, dem Verkehrsleitsystem präzise Bewegungsdaten zu melden. Mit seiner Vielzahl an Sensoren sind diese Daten viel verlässlicher als beispielsweise GPS-Signale von Smartphones, die in innerstädtischen Häuserschluchten häufig mehrere Meter ‚hüpfen‘“, erklärt Zweck. „Unsere Autos werten sogar einzelne Radumdrehungen aus, im Zusammenspiel mit GPS-Daten lässt sich die aktuelle Position sehr präzise angegeben.“ Würde man Navigationssysteme mit solchen Daten füttern, könnten Stau oder zähfließender Verkehr verlässlich angezeigt und alternative Routenvorschläge errechnet werden.

Die Teilnahme am vernetzten Verkehrssystem muss dabei freiwillig sein. „Verkehrsdaten sind sensibel und werden besonders geschützt, bei Audi in einem hochmodernen Rechenzentrum. Wer aber von Services wie Ampelinfo online profitieren möchte, muss im Gegenzug bereit sein, die eigenen Daten der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Selbstverständlich anonymisiert“, sagt Zweck. Wer das nicht möchte, deaktiviert den Assistenten in seinem Bediensystem.

Auf der grünen Welle

Der Ampelassistent hilft, unnötige Stopps zu vermeiden. der Verkehr fließt gleichmäßiger

Noch ist nicht über die Markteinführung des Ampel-Assistenten entschieden. „Grundsätzlich wird Ampelinfo online für Audi interessant, wenn sich unsere Autos mit mindestens der Hälfte aller Ampeln einer Stadt verbinden können. Die Technologie ist weit entwickelt und könnte bald in Serie eingeführt werden“, sagt Zweck.

An Car-to-X-Technologien wird weiter geforscht, sie versprechen einen großen Effizienzsprung für urbane Mobilität. Am Ende der Entwicklung könnte das autonom fahrende Auto stehen – quasi als höchste Evolutionsstufe des vernetzten Verkehrs. Aufzugexperte Paul Friedli: „Die meisten Staus werden ja am Ende durch menschliches Verhalten ausgelöst. Viele Verkehrsprobleme würden dank selbstfahrender Autos nicht mehr existieren.“ Dann würden wohl auch die Ampeln langsam aus dem Stadtbild verschwinden.

 

 

 

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A3 Limousine TFSI

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,1-4,5 **;
CO2-Emission kombiniert in g/km: 164-104 **

**Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz.

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