Testfahrt bei -27 Grad

Auf Kalterprobung mit dem neuen Premium-SUV von Audi

Das Assistenzsystem Audi pre sense erkennt kritische Verkehrssituationen bei schwierigen Sichtverhältnissen und leitet automatisch eine Notbremsung ein. Bei Extrembedingungen von 27 Grad minus testen Ingenieure der Audi-Tochter PSW das System im neuen Premium-SUV.

Q8 auf verschneiter Straße
Getarnt im Schnee: Das neue Premium-SUV von Audi bei der Kalterprobung auf geheimem Gelände in Schweden.

Wie ein lebendiger Organismus beißt sich die Kälte durch meine vier Kleidungsschichten samt Thermounterwäsche und krallt sich in meiner Haut fest. Bei minus 27 Grad Celsius liege ich in einer Kurve auf einem Eissee in Schweden und warte mit meiner Kamera auf den perfekten Moment. Meine Hände zittern. Mein Bauch ist taub. Dann driftet der neue Premium-SUV von Audi um die Kurve und zieht eine weiße Schneewolke hinter sich her. Als er röhrend an mir vorbeifliegt drücke ich den Auslöser der Kamera. Kurz vor einem Fahrzeugdummy aus Kunststoff bremst der Wagen stark ab und bleibt stehen. Testlauf erfolgreich.

Die Kalterprobung

Zwei Stunden früher. Ich stehe in einer Werkstatt auf dem geheimen Testgelände des Volkswagen Konzerns. Auf einem riesigen Eissee testet der Konzern hier seine Fahrzeuge unter Extrembedingungen. Die nächsten zwei Tage begleite ich mehrere PSW-Ingenieure bei einer Kalterprobung. Die PSW ist eine hundertprozentige Tochter von Audi mit einem breitgefächerten Leistungsspektrum: von der Aufbauentwicklung über Elektrik/Elektronik bis hin zur Gesamtfahrzeugentwicklung. Eine der Kernkompetenzen der PSW ist die Fahrzeugintegration von Audi pre sense. Die Ingenieure implementieren das System in das neue Fahrzeug und passen dabei Parameter wie Länge, Breite, Performance und Dynamik des Autos an. Anschließend prüfen sie das System anhand eines Testkatalogs, der auch eine Erprobung unter kalten Extrembedingungen vorsieht.

Christian Herbig arbeitet als Ingenieur bei PSW. Die Audi-Tochter kümmert sich um die Fahrzeugintegration von Audi pre sense front.

„Die nächsten zwei Tage testen wir Audi pre sense front im neuen Premium-SUV von Audi“, sagt Christian Herbig, Ingenieur bei PSW, während wir zum Testfahrzeug gehen. „Dabei handelt es sich um ein Assistenzsystem, das Gefahrensituationen erkennt und gegebenenfalls Maßnahmen wie eine Notbremsung einleitet. Heute testen wir das System auf dem Eissee, morgen bei einer Straßenfahrt.“

Vorausschauend: Audi pre sense front

Zurück auf dem Gelände zieht Christian ein positives Fazit der vergangenen Tage: „Wir haben einen Großteil der Tests durchgefahren und sind sehr zufrieden. Sogar das Schneechaos während der Straßenfahrt hat zu keinen Fehlfunktionen geführt. Zudem war die Objekterkennung mehr als zuverlässig.“

Zusätzlich strafft sich der Gurt, Scheiben und Schiebedach werden hochgefahren und der Sitz wird in eine ideale Position verstellt. So wird das Verletzungsrisiko im Falle eines unvermeidbaren Unfalls möglichst gering gehalten. „Je nachdem wie kritisch die Situation ist, reagiert das System. Bei der niedrigsten Warnstufe wird der Fahrer durch ein optisches Signal im Cockpit gewarnt. Wenn es richtig kritisch wird, dann kommt es zur Notbremsung und zur Straffung der Sicherheitsgurte“, sagt Christian.

Kamera Audi pre sense unter Windschutzscheibe
Versteckt und doch vorausschauend: Die Kamera für Audi pre sense ist unter der Windschutzscheibe integriert und sendet von dort aus Daten an das zFas und das Airbagsteuergerät.

Doch wieso reisen die Ingenieure hunderte Kilometer in den bitterkalten schwedischen Norden, um zu testen? „Das Gelände bietet die idealen Bedingungen. Zum einen überprüfen wir die Performance der automatischen Bremsung unter Extrembedingungen. Immerhin ist der Boden extrem glatt. Zum anderen testen wir die Leistung der Kamera bei schwierigen Sichtverhältnissen. Nebel und Schnee sind hier an der Tagesordnung. Wenn das System hier funktioniert, dann wird es das auch woanders“, erklärt Christian.

Tarnfolie Audi Q8

Optimale Bedingungen: An einem Eissee in Schweden bieten sich für die Ingenieure genau die richtigen Voraussetzungen, um das Assistenzsystem unter Extrembedingungen zu testen.

Kurz darauf komme ich in den Genuss, das neue SUV von Audi das erste Mal zu sehen. Es ist noch mit einer schwarzweißen Tarnfolie beklebt, sodass ich seine Konturen nicht klar erkennen kann. Doch das Design strahlt eine muskulöse Dynamik aus, die mich Eines erahnen lässt: Die Fahrt auf dem Eissee wird aufregend.

Unterwegs auf dem Eissee

Audi Q8 nähert sich Dummy von Audi A1
Notbremsung oder Auffahrunfall? Audi pre sense überzeugt im Test und stoppt das SUV kurz vor dem Dummy eines Audi A1.

Ein paar Minuten später fahren wir aus der Werkstatt und auf den Eissee. Wir halten auf einer langen Geraden und steigen aus dem Auto. Sofort schlägt mir die Kälte entgegen und ich rutsche fast aus, weil der Boden so glatt ist. Behutsam laufe ich über das Eis, um Christian und seinen Kollegen beim Versuchsaufbau zu helfen. In ein paar hundert Metern Entfernung platzieren wir einen Kunststoff-Dummy, der das Heck eines Audi A1 darstellt.

Zurück im Auto beginnt der heutige Testlauf. Christian gibt leicht Gas, der Motor brummt und wir fahren zügig los. Dann wird es spannend. Das Dummy-Heck kommt immer näher. Als wir nur noch ein paar Meter davon entfernt sind, blinkt ein rotes Signal im Cockpit auf und ein lauter Ton ist zu hören.

Sekundenbruchteile später spüre ich einen Bremsruck und kurz darauf machen wir eine Notbremsung. Das ABS greift ein, mein Körper spannt sich an, bereit für den Aufprall, doch wir bleiben kurz vor dem Dummy stehen.

Erst jetzt merke ich, dass sich mein Gurt gestrafft hat und  mich fest an den Sitz presst. Als er sich wieder löst, atme ich einmal tief durch. „Eben hast du die verschiedenen Aktionen von pre sense front erlebt. Optisches und akustisches Signal, Bremsruck, und die folgende Notbremsung“, sagt Christian als der den Wagen für einen zweiten Testlauf zurücksetzt. „Der Bremsruck ist das letzte Zeichen an den Fahrer, dass ein Handeln dringend notwendig ist.“

Neben dem akustischen Signal warnt auch auch ein optischer Hinweis den Fahrer bevor es zur Notbremsung kommt.

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Wenn sowohl akustisches und optisches Signal als auch der Bremsruck keine Reaktion des Fahrers bewirken, greift Audi pre sense ein und bringt das Auto per Notbremsung zum Stehen.

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Nicht der schlimmste Arbeitsplatz: Eine atemberaubende Landschaft als Kulisse der Kalterprobung tröstet die Ingenieure über die extremen Minustemperaturen hinweg.

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Auf Straßenfahrt

Am nächsten Morgen schneit es heftig und die Sicht ist schlecht, doch Christian freut sich auf die Fahrt: „Die Bedingungen sind perfekt. Bei der heutigen Straßenfahrt möchten wir feststellen, wie gut die Kamera mit Schneeverwehungen und schlechter Sicht zu Recht kommt. Vor uns werden zwei weitere Fahrzeuge voraus fahren, die eine Schneeschleppe aufwirbeln“, sagt Christian. „Wenn das System unter diesen Extrembedingungen keine Fehlfunktionen auslöst und die Objekterkennung fehlerfrei arbeitet, ist der Test erfolgreich.“

Als wir vom Testgelände fahren wird mir etwas mulmig. Die Sicht ist wirklich schlecht und die beiden vorausfahrenden Audi sind kaum zu erkennen. Nur die Heckleuchte des Audi A8 blitzt immer mal wieder durch den Schneeschleier. Der Audi Q7, der die Kolonne anführt, ist nicht zu sehen. Über Funk halten die Ingenieure Kontakt. Plötzlich fährt ein Lastwagen auf der Gegenfahrseite an uns vorbei und hüllt uns in einen weißen Schneewirbel. Die Sicht ist gleich Null. Aber die Audi pre sense front Kamera lässt sich nicht beirren. Christian sitzt während der Fahrt auf der Beifahrerseite und behält auf einem Monitor das Kamerabild und Funktionssignale im Blick.

Kolonnenfahrt bei Audi Q8 Kalterprobung

Hier klebt Front- an Rücklicht: Auf der Kolonnenfahrt auf dem Weg zurück vom Testgelände wird die Sicht durch Schneeverwehungen erschwert und die Fahrzeuge müssen dicht beieinander bleiben.

Zurück auf dem Gelände zieht Christian ein positives Fazit der vergangenen Tage: „Wir haben einen Großteil der Tests durchgefahren und sind sehr zufrieden. Sogar das Schneechaos während der Straßenfahrt hat zu keinen Fehlfunktionen geführt. Zudem war die Objekterkennung mehr als zuverlässig.“

Extrembedingungen in Schweden: Besteht Audi pre sense den Test?

Das neue Premium-SUV von Audi ist mit dem Sicherheitssystem Audi pre sense ausgestattet. Es erkennt Kollisionsgefahren rund um das Auto und leitet gezielte Schutzmaßnahmen ein – von der Vollbremsung über die Verstellung der Sitze bis zur Straffung der Gurte. Audi pre sense front enthält eine Warn- und Bremsfunktion auf Fahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer.

Überrascht vom Besuch deutscher Ingenieure? Für das einheimische Rentier scheint der Anblick eher ungewohnt.

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Expedition hoch im Norden: Für den Test von Audi pre sense geht es an einen geheimen Ort - an einen Eissee in Schweden.

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Volle Fahrt geradeaus: Der Eissee bietet die perfekten Konditionen für die Testzwecke der PSW-Ingenieure.

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Auf einem Bildschirm kontrollieren die Ingenieure im warmen Inneren, wie sich Audi pre sense in den Extrembedingungen schlägt.

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Schneeverwehungen und schlechte Sicht? Wo das menschliche Auge schlapp macht, überzeugt die Kamera unbeirrt.

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Leuchtet hell durch schlechte Wetter- und Lichtverhältnisse: das Rücklicht des neuen Premium-SUV von Audi.

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Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,0 – 5,5; CO2-Emission kombiniert in g/km: 182 – 144. Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

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