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Aus der Tiefe der Zeit

Die Audi Jugendchorakademie hat mit dem inszenierten Konzert „Aus der Tiefe der Zeit“ das Vokalfest Chor@Berlin des Deutschen Chorverbands eröffnet, das vom 12. bis 15. Februar im Berliner Veranstaltungszentrum Radialsystem V stattfindet.

 Kleine LED-Lichter sorgen für eine mysthische Atmosphäre im Saal
Kleine LED-Lichter sorgen für eine mysthische Atmosphäre im Saal
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Zu Beginn des Projekts stehen Chaos, Verwirrung, Finsternis. „Es war schon ganz schön planlos, wie wir da am Anfang durch den Saal gestolpert sind – wir wussten nicht, was Folkert Uhde mit diesem Begriff ‚Konzertdesign‘ meint, was er überhaupt mit uns vorhatte und was am Schluss dabei herauskommen würde“, so Fabian Reitzner, der seit 2008 als Bass Mitglied der Audi Jugendchorakademie ist und schon viele besondere Momente mit dem Ensemble erlebt hat. Tatsächlich musste der Chor die von Folkert Uhde vorgesehene Inszenierung, also sein Konzertdesign, erst verstehen und die in der Choreographie vorgesehenen Abläufe erlernen. Mit kleinen LED-Lämpchen, die an die Notenmappen geklemmt werden, vollziehen die Choristen verschiedene Bewegungen im Raum: Sie bewegen sich von den Wänden zur Mitte des Saales und umringen einmal sogar das Publikum.

„Zu Beginn der Proben im Radialsystem V Mitte Januar hat Folkert Uhde uns allen die Idee hinter dem Projekt erklärt“, berichtet die Altistin

Jugendchorakademie

Der Künstlerische Leiter der Audi Jugendchorakademie mit dem Konzertdesigner Folkert Uhde

Cordelia Bergmann, seit der ersten Stunde beim Chor dabei. „Ausgangspunkt war das finstere Mittelalter, in dem das Hören noch ganz anders funktionierte. Folkert griff den Moment heraus, in dem zum ersten Mal mehrstimmige Musik ertönte und die bunten Fenster der gewaltigen neuen Kathedralen diese geistliche Musik mit besonderen Lichteffekten nochmal steigerten.“ Ausgehend von dieser Vorstellung hat der Konzertdesigner Folkert Uhde ein bewegendes Licht-, Klang- und Raumkonzept erschaffen, das Musik aus verschiedenen Jahrhunderten miteinander verwebt und mehrere Gastkünstler einbindet. Die Singphoniker interpretieren eine Mess-Komposition von Guillaume de Machaut aus dem Mittelalter; die Audi Jugendchorakademie singt die in den 1920er Jahren komponierte Messe für zwei vierstimmige Chöre des Schweizer Komponisten Frank Martin; und das Ensemble Mixtura, bestehend aus dem historischen Holzblasinstrument Schalmei und einem Akkordeon, präsentiert ein zeitgenössisches Werk des israelisch-palästinensischen Komponisten Samir Odeh-Tamimi, eine Auftragskomposition der AUDI AG.

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Spektakuläre Inszenierung in Berlin

Dabei wird aber eben nicht „einfach nur“ musiziert, sondern der Konzertablauf erfährt Bereicherung durch raffinierte Lichtstimmungen und faszinierende Bewegungsabläufe der beteiligten Musiker. So wird der Konzertabend zu einem erfrischend neuen Erlebnis für das Publikum. Im Sinne eines Gesamtkunstwerkes ist das Ergebnis deutlich mehr als die Summe seiner einzelnen Bestandteile: mehrere Sinne werden angesprochen, die Zuhörer werden Teil der Konzertidee. Sie erleben, wie die Musik sich auch szenisch erst langsam aufbaut, wie die Choristen einzig mit ihren kleinen LED-Lampen ausgestattet eine ganz eigene Stimmung im Raum generieren und diesen wie kleine Glühwürmchen bevölkern, wohingegen die Singphoniker teilweise versteckt aus dem Off, dann aber wieder mitten im Rampenlicht musizieren. Zuletzt wird das Publikum sogar vom Klang umschlossen – und zwar im Schlussstück „Agnus Dei“ der Messe für Doppelchor von Frank Martin.

Nach der erfolgreichen Premiere dieses Konzertdesigns am 12. Februar in Berlin ist das aktuelle Projekt der Audi Jugendchorakademie noch am 18. Juli im Ingolstädter Liebfrauenmünster sowie im Rahmen der chor.com am 2. Oktober in Dortmund zu erleben.

 

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