Gerald Funk sitzt vor einem Audi

Meister des Maßes

Held der Qualität am Außenmeisterbock

33 Jahre Außenmeisterbock: Darauf kann Gerald Funk stolz zurückblicken. Er hat die Qualitätssicherung von den manuellen Anfängen bis in die virtuelle Zukunft begleitet. Was sich verändert hat, hat Blog-Autorin Charlotte Seybold recherchiert.

Nahaufnahme von Gerald Funk, sitzend vor einem Audi
Gerald Funk ist seit 33 Jahren an Entwicklungen des Außenmeisterbocks beteiligt. Im Interview erklärt er, wie sich seine Arbeit im Laufe der Zeit verändert hat und wie er sich die Zukunft vorstellt.

Funks Augen leuchten, als er von den Veränderungen der letzten Jahrzehnte in der Audi Qualitätssicherung spricht. In der Tat kann der 54-Jährige auf 33 Jahre Entwicklung am Außenmeisterbock zurückblicken. Am Außenmeisterbock werden alle von außen sichtbaren Bauteile eines Fahrzeugs vor Serienstart bis ins kleinste Detail vermessen und geprüft.

Zu Beginn seiner Zeit in der Audi Qualitätssicherung vermaß er Einzelteile und Karossen noch manuell mit sogenannten Lehren und Schiebezylindern. Bald schon wurde die taktile Messtechnik eingeführt. Das damit verbundene Offline-Programmieren war für Funk eine kleine Revolution in der täglichen Arbeit: „Plötzlich war es möglich, Programme am Rechner zu schreiben, während die Maschine noch andere Messungen durchführte. Das spart enorm viel Zeit.“ Einfacher sei die Arbeit dadurch nicht geworden, dafür deutlich schneller, genauer und kostengünstiger.

Denn bei der taktilen Messtechnik erfassen CNC-Messmaschinen die Daten mit berührenden Messköpfen. Die Daten werden anschließend grafisch in CAD-Modellen ausgewertet.

Gerald Funk ist einer dieser Männer, die tatkräftig mit anpacken und Veränderungen anstoßen. Sein Ziel ist es, die Arbeit mit optischen Verfahren und sogenannten Referenzkarossen an allen Standorten zu etablieren und damit einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft zu gehen.

Referenzkarosserie Außenmeisterbock

In einem der Schritte der Qualitätssicherung rüsten Experten Referenzkarossen analog zu einem Außenmeisterbock aus. Hiermit kann im allerletzten Feinschliff der Lackauftrag berücksichtigt werden. Obwohl der Lack nur etwa 15 Hundertstelmillimeter dick ist, spielt er bei der Optimierung der Maße eine wichtige Rolle.

Detailarbeit durch optische Messtechnik

„Mit der Außenmeisterbockarbeit an einer aktuellen Referenzkarosse sind wir heute viel näher an dem Produkt, das unser Kunde bekommt, und mit Hilfe der optischen Messtechnik können Bauteile bis ins kleinste Detail analysiert und optimiert werden“, erklärt Funk. Um dieses Ziel zu erreichen, qualifiziert Funk seit mehr als zwölf Jahren auch internationale Kollegen an verschiedenen Standorten wie China oder Mexiko.

Bei der optischen Messtechnik erfassen CNC-Messmaschinen mit optischen Messköpfen die Daten berührungslos. So können beispielsweise in sogenannten Photometrie-Messzellen neben Einzel- und Zusammenbauteilen automatisch auch Karossen und ganze Fertigfahrzeuge digitalisiert werden. Sogar getrennt voneinander ausgerichtete und digitalisierte Datensätze können im Anschluss virtuell zusammengefugt werden.

„In naher Zukunft werden wir so weit sein, dass wir die Bauteile unter Simulation der Kräfteeinflüsse virtuell zusammenführen und überprüfen können“, ergänzt Funk. Sowohl die Mess- als auch die manuelle Einrichtzeit der Bauteile verkürzen sich damit im Vergleich zur taktilen Messung am Außenmeisterbock erheblich. Ob ihn all diese Veränderungen verunsichern wurden? „Nein!“, antwortet Funk entschlossen. „Ich freue mich darauf.“

Frontansicht Referenzkarosserie Außenmeisterbock
Die Digitalisierung öffnet der Messtechnik neue Türen: Optische Messzellen haben gegenüber taktilen Messtechniken den Vorteil, dass sie ohne eine Berührung des Materials vorgehen können. So können auch weiche Materialien wie Sitze oder Dichtungen präzise gemessen werden.
TechDay Quality
Aus dem Audi MediaCenter

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