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Autonomes Fahren im Miniaturformat

Vollautomatische Fahrfunktionen für Modellfahrzeuge: Beim Audi Autonomous Driving Cup entwickeln Studenten Ideen für die Technik von morgen. Wir haben einem der zehn Teams bei den Vorbereitungen fürs Finale über die Schulter geschaut.

 Teamwork: Die Studenten der TU München besprechen gemeinsam die Auswertungen des Testlaufs
Teamwork: Die Studenten der TU München besprechen gemeinsam die Auswertungen des Testlaufs
Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

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Straßen mit Verkehrsschildern, an den Seiten dienen Plastikwürfel und Kartons als Ersatz für Häuser und Gebäude. Plötzlich flitzt ein Audi Q5 über die Fahrbahn. Niemand steuert das Miniaturauto – und an der nächsten Kreuzung bleibt es von selbst stehen und gewährt den anderen Fahrzeugen Vorfahrt. Als kein Gegenverkehr mehr zu sehen ist, beschleunigt der Q5 selbstständig und zieht weiter seine Runden.

In der nächsten Kurve kann das Auto seine Spur nicht exakt halten und kommt nach rechts von der Fahrbahn ab. „An dieser Stelle müssen wir noch arbeiten“, ruft Florian Hirsch und holt den Mini Q5 vom Parcours. Der 21-jährige Informatikstudent und sein Team nehmen am Audi Autonomous Driving Cup teil – und das Miniaturauto wurde für sie zum Üben aufgebaut.

Bei dem Wettbewerb entwickeln die Teilnehmer vollautomatische Fahrfunktionen und die dafür notwendigen Software-Architekturen. Als Hardwareplattformen kommen von Audi speziell dafür entwickelte Modellfahrzeuge im Maßstab 1:8 zum Einsatz.

Florian und sein Teamkollege Andreas weichen ihrem Testauto nicht von der Seite

Florian und sein Teamkollege Andreas weichen ihrem Testauto nicht von der Seite

Wie der Audi Autonomous Driving Cup entstanden ist, erklärt Lars Mesow aus der Audi Elektronikentwicklung: „Die Idee kam uns vor drei Jahren. Damals haben wir uns gefragt, wie wir an gute Uniabsolventen kommen, die sich mit Robotik auskennen und neue Ideen zum autonomen Fahren haben?“ Der Ingenieur hat das Projekt dann gemeinsam mit seinen Kollegen ins Leben gerufen – einen Wettbewerb, in dem es speziell um das Thema Software geht.

Zahlreiche Hochschulen haben sich beworben, zehn Teams konnten sich qualifizieren – darunter auch Florian und seine vier Teamkollegen. Die technikaffinen Studenten der Technischen Universität (TU) München waren sofort begeistert vom Audi Autonomous Driving Cup. „Als wir die Ausschreibung gesehen haben, hat uns das sofort angezogen. Das Modellauto wirkte sehr professionell“, erinnert sich Florian.

Gemeinsam mit seinen Kommilitonen hat er sich also voll ins Projekt gestürzt: Aufgaben zu Fahreigenschaften oder Objekterkennung waren zu erledigen und auch ums Programmieren und die Spurerkennung musste sich das Team „MomenTUM“ kümmern. Was die TU-Studenten nun bei der Generalprobe in Ingolstadt präsentieren, kann sich schon sehr gut sehen lassen. Bis zum Finale Ende März gibt’s aber noch Kleinigkeiten zu verbessern. „Einige Bereiche funktionieren noch nicht ganz reibungslos, hier wollen wir unbedingt noch optimieren“, sagt Florian.

Völlig selbstständig parkt das Modellauto in die Lücke ein. Mithilfe verschiedener Sensoren und Kameras kann es Objekte erkennen und so seine Spur wählen

Völlig selbstständig parkt das Modellauto in die Lücke ein. Mithilfe verschiedener Sensoren und Kameras kann es Objekte erkennen und so seine Spur wählen

Vom 24. bis 27. März stellen alle Teams im Audi museum mobile ihr Können unter Beweis. In einem Pflichtprogramm aus Fahraufgaben und wissenschaftlichem Vortrag demonstrieren sie die Besonderheiten ihres Ansatzes. Bei der „Open Challenge“ zeigen die Studenten außerdem eigene Ideen, bevor sich am Ende die drei besten Teams unbekannten Fahraufgaben stellen und so die Ränge Eins bis Drei untereinander ausfahren. Den Erstplatzierten winkt ein Preisgeld von 10.000 Euro, für Platz zwei gibt’s 5.000 Euro, die Drittplatzierte erhalten 1.000 Euro.

Mit der bisherigen Resonanz ist Lars Mesow, der auch im Wettbewerbskomitee sitzt, sehr zufrieden: „Bei den Proben auf dem Testparcours waren schon viele interessante Ansätze und Lösungen zu sehen. Wir möchten den Wettbewerb deshalb gerne jährlich veranstalten und es gibt auch schon zahlreiche Ideen, welche Verkehrssituationen wir in den nächsten Jahren umsetzen könnten.“ Jetzt freut er sich aber auf die Ideen und Ergebnisse im Finale 2015.

Weitere Informationen zum Audi Autonomous Driving Cup finden Sie unter www.audi-autonomous-driving-cup.com.

Florian (rechts) bespricht mit seinem Teamkollegen die letzten Einstellungen, bevor das Modellauto gestartet wird
Mit Bravour flitz der Miniatur Q7 über den Testparcours. Das Fahrzeug erkennt die Fahrspuren und kann so selbstständig um die Kurve fahren

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Paul Lübke

6. March 2015 um 13:40
Das Modell sieht schon echt knifflig aus, aber anscheinend funktioniert es und zeigt deutlich, was es kann.