Roter Teppich bei der 68. Berlinale

Naht das Ende von Verfolgungsjagden in Filmen?

Berlinale 2018: Wie autonomes Fahren Filme verändert

Verfolgungsjagden im Himmel, Taxis ohne Fahrer und Filmhelden auf der Rückbank des Sportautos. Wie autonomes Fahren in Zukunft in der Filmwelt aussehen wird, hat Blogger Michael Ankermüller auf der Berlinale 2018 recherchiert.

Concept Car Audi Elaine Heckansicht
Das Concept Car Audi Elaine: Sind die Tage spannender Verfolgungsjagden mit dem Aufstieg autonom fahrenden Autos gezählt?

Vor knapp einem Jahr besuchte ich auf der Berlinale eine Paneldiskussion zum Thema „Autoindustrie trifft Filmwelt – Science Fiction als Innovationstreiber?“  und lernte, dass man an autonom fahrenden Autos genauso wenig zweifeln sollte wie damals am Durchbruch des Internets. Und dass die zahlreichen Visionen, die ich aus Filmen kannte, bereits in der Realität existieren könnten. Zumindest technisch.

Was aber passiert, wenn sich das stilistische Mittel „Auto“ im Film mit dem Fortschreiten der Technologie hin zum selbstständigen Fahren ändert? Schließlich ist das Auto und sein Fahrer seit Jahrzehnten Gegenstand vieler großer Filmszenen.

Miklos Kiss, Leiter Vorentwicklung automatisiertes Fahren bei Audi, schmunzelt, als er sagt, „dass es beim pilotierten Fahren nur noch um die Frage geht, wer am Ende am Steuer sitzen wird. Wir befinden uns gerade in der Phase vom teilautomatisierten Fahren auf Level zwei zum hochautomatisierten Fahren auf Level drei. Zum ersten Mal wird das Auto innerhalb definierter Situationen, zum Beispiel im Stau auf der Autobahn, das Fahren übernehmen.“

Urs Spörri, Experte für den deutschen Film, Gutachter bei der Deutschen Film- und Medienbewertung sowie Kurator im Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt am Main, hakt an dieser Stelle ein. „Bereits in Fritz Langs „Metropolis“ von 1927 gab es fliegende Autos zu sehen. Oder der selbstfahrende VW Käfer Herbie, der bereits menschliche Züge hatte und zur Verteidigung Öl auf seine Gegner spritzen konnte. Oder Dudu, ebenso ein Käfer, der menschliche Züge besaß und weinen konnte. Und natürlich K.I.T.T. aus Knight Rider, der Inbegriff des selbstfahrenden Autos, kombiniert mit künstlicher Intelligenz.“

Urs Spörri und Miklos Kiss im Gespräch bei der Berlinale

Der Leiter der Vorentwicklung automatisiertes Fahren bei Audi Miklos Kiss (Mitte) im Gespräch mit Urs Spörri (rechts), Experte für deutschen Film.

Ingenieure als Superhelden und Autos mit Empathie

In diesem Zusammenhang stellen sich mir folgende zentrale Fragen: Während das Auto bzw. Autofahren im Film bisher als Ausdruck von Freiheit galt, könnte es in der Zukunft vielleicht sogar zu einem Verlust von Freiheit kommen? Gar zu einer Überholung des Menschen durch selbstlernende Algorithmen? Und wie langweilig wären in Zukunft Verfolgungsjagden zwischen zwei selbstfahrenden Autos? Ryan Gosling in Drive auf der Rückbank eines selbstfahrenden Mustangs? Unvorstellbar. Oder die zahlreichen Streitgespräche, die zwischen Fahrer und Beifahrer entstehen? Der deutsche Regisseur Christian Petzold sprach vor Jahren in diesem Zusammenhang bereits von der (…) engsten Form des Kammerspiels.

„Im Iran beispielsweise, so Spörri, ist das Auto im Film ein zentrales Inszenierungsmittel. Taxi Teheran von Jafar Panahi ist ein gutes Beispiel dafür. Alles, was im Auto besprochen wird, bleibt auch im Auto. Aber genauso, wie sich Technologien weiterentwickeln, werden sich auch Themen des Films verändern. Zum Beispiel Autos, die von Hackern manipuliert werden, Ingenieure als neue Superhelden und Autos mit Empathie und eigenem Willen.“

Ein Blick auf die Großstädte der Zukunft

Auf die Frage hin, wie unsere Großstädte der Zukunft aussehen könnten, legt Miklos, ehe er antwortet, seine Hände gelassen in den Schoß. „Das Ziel sind selbstfahrende „Robotaxi“-Flotten, die rund um die Uhr automatisiert werden und sicher die Menschen von A nach B bringen. Aktuell sind in den Großstädten wie Berlin etwa 65 Prozent Verkehrsfläche durch parkende Autos belegt. Durch pilotierte Robo-Flotten, könnten wir weitere urbane Flächen in den Städten freisetzen. Unser Ziel ist dabei ganz klar, langfristig auf erneuerbare Energien zu setzen. Den öffentlichen Nahverkehr werden wir künftig trotzdem noch brauchen.”

Audi Leiter Vorentwicklung automatisiertes Fahren Miklos Kiss im Gespräch
Audi-Entwickler Miklos Kiss sieht Robotaxi-Flotten als einen festen Bestandteil in den Großstädten der Zukunft. Sie sollen rund um die Uhr laufen und Menschen von einem Ort zum nächsten transportieren.

Der Schriftsteller Isaac Asimov meinte, was passieren könnte, wenn Technik auf die Moral der Gesellschaft trifft? Vielleicht wird jene Fragestellung wieder bedeutsam, wenn wir in der Zukunft über das Auto als Motiv im Film sprechen. Und Verfolgungsjagden werden dann vielleicht nicht mehr auf der Straße stattfinden, sondern am Himmel? Eine Sache ist jedoch ziemlich sicher. „Der Unterschied zwischen Fiktion und Realität, ist oftmals gar nicht so groß“, so Miklos. Dem kann ich nur zustimmen.

In der Audi Berlinale Lounge Filmkultur erleben
Aus dem Audi MediaCenter

In der Audi Berlinale Lounge Filmkultur erleben

Mehr als 350 Filme, fast 500.000 Besucher und jede Menge Stars: Die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin locken auch in diesem Jahr Cineasten aus der ganzen Welt in die deutsche Hauptstadt. Die Berlinale hautnah erleben kann man in der Audi Berlinale Lounge direkt am Marlene-Dietrich-Platz. Vom 15. bis 24. Februar bietet Audi in dem zweigeschossigen Pavillon zusammen mit der Berlinale ein umfangreiches Kulturprogramm mit Talks, Konzerten, Screenings, Vorlesungen und Workshops zum Mitmachen an.

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Audi Q7 e-tron 3.0 TDI quattro: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 1,9 – 1,8; Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 19,0 – 18,1; CO2-Emission kombiniert in g/km: 50 – 48.  Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

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