Open house mit Bühne und Gesprächskreis

Geistesblitze über der Hauptstadt

Berlinale 2019: Der Weg von der Idee zum Meisterwerk

Wie wird aus einer vagen Idee ein finales Produkt? Im Berlinale Open House, im Rahmen der 69. Berlinale, diskutierten Experten der Audi Denkwerkstatt mit Filmregisseur Erik Schmitt über den kreativen Prozess der Ideenfindung. Audi Blog-Autor Hannes Schumann ließ sich inspirieren.

Gesprächskreis
Moderator Rainer-Maria Jilg im Gespräch mit Erik Schmitt, Matthias Brendel und Malte Schönfeld (v.l.n.r.).

Ich hätte an dieser Stelle gerne begonnen mit: „Erik Schmitt saß in Berlin in einem Park und da kam ihm dieser eine Einfall. Zwei Jahre später war der Film im Kasten“. Doch so einfach ist es meist nicht mit der Ideenfindung, geschweige denn, mit der konkreten Umsetzung.

Das Panel „Zukunftsvisionen – Von der Idee zum Produkt“ im Berlinale Open House zeigt auf, wie Experten aus der Film- und Automobilbranche diese Frage angehen. Die Köpfe hinter den Antworten: Regisseur und Drehbuchautor Erik Schmitt, Matthias Brendel, Leiter der Audi Denkwerkstatt und Malte Schönfeld, Venture Developer in der Audi Denkwerkstatt.

Die Suche nach der großen Idee

Bevor ein Produkt oder Film umgesetzt wird, braucht es eine Idee – eine gute Idee. Doch wie findet man diese? Gibt es dafür ein Schema? Und was, wenn man keine Ideen hat? Ich erinnere mich, wie ich zu Uni-Zeiten stundenlang auf ein weißes Word-Dokument starrte und das Ausräumen der Spülmaschine plötzlich total spannend fand. Ein strukturiertes Vorgehen hatte ich nicht.

Erik Schmitt nutzt verschiedene Methoden zur Ideenfindung: Die erste ist so banal wie bequem: So legt er sich etwa zum Brainstorming aufs Sofa und hört Musik. „Dann lasse ich Bilder und Ideen von selbst kommen“, sagt er. Aber auch der Austausch mit anderen, wie etwa den Schauspielern während des Drehs, sei eine wichtige Inspirationsquelle.

Mann im Publikum

Das Publikum verfolgt die Ausführungen von Drehbuchautor Erik Schmitt und der Audi Denkwerkstatt.

Für seinen Film „Cleo“, der bei der diesjährigen Berlinale der Eröffnungsfilm der Sektion Generation war, sind viele Ideen direkt am Set entstanden. In seinem Werk ist die Protagonistin Cleo auf der Suche nach einer magischen Uhr, die ein Unglück aus ihrer Kindheit rückgängig machen soll. Viereinhalb Jahre hat es gedauert, bis die Idee im Kasten war. Um die Motivation auf eine solch lange Zeit aufrecht zu erhalten, ist „die Freude am Machen und der Austausch mit Anderen“ eine besonders wirksame Methode, sagt Schmitt.

Acht Ideen in acht Minuten

Auch die Audi Denkwerkstatt setzt bei der Ideenfindung auf Teamwork. Laut Brendel entstehen die besten Ideen im Austausch. Darüber hinaus nutzt die Denkwerkstatt auch ab und zu die sogenannte „Crazy-8-Methode“, bei der von jedem Einzelnen acht Ideen in acht Minuten auf ein Blatt Papier geschrieben werden. „Die Ideen werden anschließend im Team besprochen, so erreichen wir schnell eine gute Flughöhe“, sagt Brendel.

Alle gesammelten Ideen müssen dabei drei Fragen standhalten: Gibt es ein Problem, das die Idee lösen könnte? Ist die Idee umsetzbar? Hat diese Idee langfristig einen positiven Business Case? Werden alle Fragen mit „ja“ beantwortet, so hat die Idee das Potential erfolgreich zu sein. Die Audi Denkwerkstatt entwickelte mit dieser Vorgehensweise unter anderem eine mobile Ladesäule für Elektroautos in nur sechs Monaten.

Erste Skizzen zum Audi e-tron gab es bereits 2013

Wie die Umsetzung einer Idee zum fertigen Produkt gelingt, zeigt Malte Schönfeld eindrucksvoll anhand der ersten Skizzen zum Audi e-tron. 2013, als er noch bei Audi im Design arbeitete, haben er und sein Team die visuelle Idee eines vollelektrischen Audi auf ein Blatt Papier gezeichnet. Auf einem altehrwürdigen Overhead-Projektor sieht das Publikum die ersten e-tron-Zeichnungen, während draußen neben dem Berlinale Open House das neue, fertige Produkt in die Alte Potsdamer Straße abbiegt. „Eine so frühe Ideenfindung bis hin zum Produktstart ist eine große Herausforderung“, sagt Schönfeld. „Außerdem mussten wir verschiedene Märkte und Zielgruppen berücksichtigen.“

skizze e-tron
Malte Schönfeld von der Audi Denkwerkstatt stellt Skizzen des Audi e-tron vor, die bereits 2013 entstanden sind.

Was ist, wenn eine Idee scheitert?

Trotz „Crazy-8“, erfolgreichem Austausch und Couch-Brainstorming, können Ideen auch zu Problemen führen oder scheitern. Für Regisseur Schmitt ist man sogar nach Abschluss des Drehbuchs dann beim eigentlichen Dreh „sehr viel mit konkreter Problembewältigung konfrontiert“. Es ginge dann oft darum, welcher Schauspieler am Drehtag krank ist oder welche Location sich spontan doch nicht mehr eignet.

Für Brendel kann das Scheitern allerdings auch etwas sehr Wertvolles sein: „Es ist wichtig, offen zu kommunizieren, wenn eine Idee scheitert. Dann kann man daraus lernen und logische Schlüsse für die nächsten Ideen ableiten“.

e-tron und mobile Ladesäule

Die mobile Ladesäule – eine Idee der Audi Denkwerkstatt.

Zum Schluss bleibt noch eine Frage zu klären: Welche Rolle spielt der Ort, in unserem Fall Berlin, für die Umsetzung einer Idee? Für Brendel und Schönfeld ist Berlin als Stadt, in der sich eine Vielfalt von Mobilitätsangeboten beobachten lässt, die perfekte Umgebung. So erhält man „dezidiert Feedback, wenn man alternative Varianten testen möchte“, sagt Brendel. Und für Schmitt und Cleo? Wie sollte es anders sein: „Berlin spielt bei uns die Hauptrolle“.

Die Audi Denkwerkstatt

Seit 2016 gibt es die Audi Denkwerkstatt. Die acht festen Mitarbeiter werden von bis zu 15 Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen vor Ort unterstützt. Die temporären Mitarbeiter bleiben für ein halbes Jahr und wohnen während der Projektzeit in WGs, um die Vernetzung der Teilnehmer untereinander und das Ankommen und Etablieren im Ökosystem zu unterstützen. Ziel der Denkwerkstatt ist es, neue urbane Geschäftsmodelle zu erarbeiten. „Wir überlegen uns nicht nur Konzepte, sondern wir setzen Ideen auch konkret um“, sagt Matthias Brendel, Leiter der Audi Denkwerkstatt. Innerhalb eines halben Jahres gehen die Mitarbeiter der Audi Denkwerkstatt den Weg von der Idee zur konkreten Umsetzung. Anschließend kehren die temporären Mitarbeiter auf ihre Positionen im Audi Konzern zurück.

alt-text
Audi auf der 69. Berlinale
Aus dem Audi MediaCenter

Berlinale 2019

Audi fährt die Stars der 69. Berlinale im Audi e-tron zum Roten Teppich (Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 26,2 - 22,6* (WLTP); 24,6 - 23,7* (NEFZ); CO2-Emission kombiniert in g/km: 0*). In seiner sechsten Saison als Hauptsponsor lädt Audi wieder gemeinsam mit der Berlinale in die Audi Berlinale Lounge ein, um direkt am Roten Teppich mitten in das Festivalgeschehen einzutauchen. Das Berlinale Open House Programm präsentiert dabei vom 7. bis 16. Februar abwechslungsreiche Veranstaltungsformate und spannende Diskussionen mit Vordenkern aus Film, Kultur und Wirtschaft zu gesellschaftlich relevanten Trendthemen. Die ...

Weiterlesen

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Verbrauchsangaben Audi e-tron: Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 26,2 – 22,6 (WLTP); 24,6 – 23,7 (NEFZ); CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 0. Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit von der gewählten Ausstattung. // www.audi.de/DAT-Hinweis

1.9.0