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Vertrauen als Schlüssel

beyond Initiative von Audi zum automatisierten Fahren am MIT

Das automatisierte Fahren wird zukünftig tausend Menschenleben retten. Für den Erfolg der Technologie braucht es aber eins ganz besonders: Vertrauen. Wie Audi das stärken will, zeigten Experten der beyond Initiative bei einer AI-Konferenz am MIT.

Miklos Kiss zur beyond initiative am MIT
„Wir müssen die Menschen rational und emotional überzeugen“, sagte Miklos Kiss, Leiter Vorentwicklung automatisiertes Fahren bei Audi, beim „Forum on AI in Business“ am MIT in Cambridge. Photo Credit: AnthonyCollins.nyc

„Das automatisierte Fahren wird auf lange Sicht tausende Menschenleben retten. Damit die Technologie dieses Potenzial entfaltet, müssen die Menschen ihr vertrauen“, sagt Miklos Kiss. Der Neuropsychologe ist Leiter Vorentwicklung automatisiertes Fahren bei Audi und hat beim „Forum on AI in Business“ am MIT in Cambridge die beyond Initiative vorgestellt. Kern dieser Initiative von Audi ist ein internationales Expertennetzwerk zu gesellschaftlichen Fragen rund um Artificial Intelligence (AI). Ein Schwerpunkt ist das automatisierte Fahren. Die Mission von beyond in diesem Kontext: Das Vertrauen in automatisiertes Fahren zu stärken. „Wir müssen die Menschen rational und emotional überzeugen“, sagte Kiss, der Mitglied im beyond Netzwerk ist.

Heute werden über 90 Prozent der Unfälle vom Menschen verursacht. Das automatisierte Fahren verspricht, den Verkehr auf unseren Straßen deutlich sicherer zu machen. Gleichwohl reagiert die Öffentlichkeit sehr stark, wenn automatisierte Autos in Unfälle verwickelt werden.

Rationale und emotionale Perspektive

Der Ansatz der beyond Initiative ist es, diese Stimmungen in der Gesellschaft ernst zu nehmen und sie in den Gesamtkontext der Debatte um das automatisierte Fahren einzuordnen. „Mit dem aktuell stattfindenden Übergang vom teilautomatisierten Fahren auf Level zwei zum hochautomatisierten Fahren auf Level drei, vollzieht sich ein entscheidender Schritt im Verhältnis zwischen Auto und Fahrer“, sagte Kiss: „Zum ersten Mal übernimmt das Auto innerhalb definierter Usecases, zum Beispiel im Stau auf der Autobahn, die Fahraufgabe.“ Damit werde es umso wichtiger, dass die Menschen der Technologie vertrauen, betonte der Experte von Audi vor rund 100 internationalen Top-Managern in Cambridge.

MIT: Prof. Iyad Rahwan (links), Fermin Soneira und Barbara Wege

Chancenthema AI: Fermin Soneira (Mitte), Leiter Produktmarketing bei Audi, im Gespräch mit Iyad Rahwan vom MIT Media Lab und Barbara Wege, Projektleiterin der beyond Initiative von Audi beim „Forum on AI in Business“ am MIT in Cambridge. Photo Credit: AnthonyCollins.nyc

AI als Enabler für automatisiertes Fahren

Im Zentrum der Konferenz „Forum on AI in Business“, die von der Boston Consulting Group (BCG), dem MIT Media Lab und der MIT Sloan Management Review ausgerichtet wurde, stand die Frage, welche Rolle künstliche Intelligenz künftig für Unternehmen spielen wird.

„AI ist ein Schlüsselfaktor für die Weiterentwicklung des automatisierten und vernetzten Fahrens sowie für digitale Services“, sagte Fermin Soneira, Leiter Produktmarketing bei Audi und Mitglied des beyond Netzwerks, bei der Konferenz: „Mit AI können wir das Kundenerlebnis noch sicherer, komfortabler und individueller gestalten.“ Entwickler Kiss sprach in Cambridge auf dem Podium mit Missy Cummings von der Duke University und Iyad Rahwan vom MIT Media Lab. Rahwan ist Schöpfer der Moral Machine, einem Online-Tool, mit dem Nutzer abstimmen können, wie sich ein autonomes Auto in einer sogenannten Dilemma-Situation verhalten soll. Dabei geht es um das in den Medien häufig diskutierte Szenario einer unabwendbaren Gefahrensituation, bei der das Auto zum Beispiel entscheiden muss, entweder ein Kind oder einen älteren Menschen zu verletzen.

beyond Initiative von Audi bei AI-Konferenz am MIT in Cambridge: Miklos Kiss, Missy Cummings und Iyad Rahwan
Präsentation der beyond Initiative von Audi bei internationaler AI-Konferenz am MIT in Cambridge: Miklos Kiss, Leiter Vorentwicklung automatisiertes Fahren bei Audi (vorne), im Gespräch mit Missy Cummings von der Duke University und Iyad Rahwan vom MIT Media Lab. Photo Credit: AnthonyCollins.nyc

Erwartungen an Technologie angemessen gestalten

„Glücklicherweise sind solche Situationen zwar vorstellbar, aber extrem selten“, sagt Kiss: „Wie sich das autonome Auto in Zukunft in einer solchen Situation verhalten soll, können wir als Automobilhersteller letztlich nicht alleine entscheiden.“ Deshalb sei die Diskussion in der beyond Initiative so wichtig. „Wir als Entwickler leiten aus der Dilemma-Debatte im Übrigen auch weitergehende Fragen ab: Darf ein Auto beispielsweise einer Kollision ausweichen, wenn es nicht sehen kann, wohin es dabei fährt? Darf es einen Gartenzaun anfahren, hinter dem sich ein Mensch aufhalten könnte?“, sagt Kiss.

Im Rahmen der beyond Initiative waren Entwickler Kiss und Forscher Rahwan in diesem Jahr bereits in Ingolstadt zu einem Workshop zusammen gekommen. Gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlern und Experten von Audi bearbeiteten sie ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen zum automatisierten Fragen. Ein Ergebnis: „Es wird darauf ankommen, die Erwartungen der Gesellschaft an das automatisierte Fahren angemessen zu gestalten“, sagt Kiss. Deshalb beschäftigt sich die beyond Initiative nun damit, welche Faktoren die Position der Menschen zum automatisierten Fahren beeinflussen und welche Rolle dabei Statistiken, Technologieerlebnis und Design spielen.

MIT Media Lab: Miklos Kiss (links), Missy Cummings (Mitte) und Iyad Rahwan (rechts)

„Es wird darauf ankommen, die Erwartungen der Gesellschaft an das automatisierte Fahren angemessen zu gestalten“, sagte Miklos Kiss (links), Leiter Vorentwicklung automatisiertes Fahren bei Audi, im Gespräch mit Missy Cummings von der Duke University und Iyad Rahwan vom MIT Media Lab. Photo Credit: AnthonyCollins.nyc

beyond Initiative
Aus dem Audi MediaCenter

beyond-Initiative

Künstliche Intelligenz (KI) wird unsere Mobilität, unsere Arbeitswelt und unser Leben substanziell verändern. Das Ziel der beyond Initiative ist es, dass KI zum Wohl der Gesellschaft eingesetzt wird. Im Fokus stehen die ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Aspekte beim autonomen Fahren und die Zukunft der Arbeit im KI-Zeitalter. Im ersten Schritt hat die beyond initiative ein interdisziplinäres Netzwerk aus internationalen KI-Experten aufgebaut. Philosophen und Psychologen treffen auf Software-Ingenieure, Start-Up-Unternehmer und Rechtsexperten. Denn beyond ist überzeugt: Um die KI-Transformation zu gesta...

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Paul Lüschen

22. January 2018 um 10:18
Spannendes Thema!
1.9.0