Schon mal den neuen Audi Q8 angefasst?

Blindtasting mit dem Audi Q8

Welche Idee bekommt man von einem Auto, wenn man nur einzelne Linien in völliger Dunkelheit sieht? Bloggerin Sandra Schink kann das beantworten, denn sie hat den neuen Audi Q8 genau so erlebt: im Darkroom. Welche Vorstellung sie jetzt vom neuen Gesicht der Q-Familie hat.

Sascha Heyde vor Audi Q8
Er bringt Licht ins Dunkel: Sascha Heyde, Exterieur-Designer bei Audi, gewährt Bloggerin Sandra Schink einen ersten Blick auf den neuen Audi Q8.

Ein sonniger Frühlingstag, irgendwo in einem Industriegebiet in Ingolstadt. Das nach einem langen Winter noch ungewohnte Sonnenlicht wird gleißend von den schmucklosen hellgrauen Wänden der Hallen auf dem Gelände zurückgeworfen. Hier hat mich gerade ein freundlicher Chauffeur abgesetzt.

Kein Logo, kein Schriftzug auf den Hallen deutet darauf hin, dass ich mich auf einem Gelände von Audi befinde. Und auch deutet nichts darauf hin, warum ich hier bin.

Statt einer sonst bei Fahrzeugvorstellungen üblichen Presseeinladung mit Details zu Themen und Technologie habe ich diesmal nur Flugdaten erhalten. Das Projekt ist noch geheim, der Termin nicht offiziell.

Blindtasting reloaded: damals A8, jetzt Q8

Vor einer Tür der Halle steht ein schwarz gekleideter Mann an einem Stehtisch, auf dem gelbe runde Aufkleber liegen. Er lächelt mich an: “Tut mir leid, muss leider sein.” Dann klebt er die Kameras meines Smartphones ab. Für mich fühlt sich das so an, als hätte er mir lächelnd einen Finger amputiert.

Doch so ganz neu ist das alles nicht für mich. Ich war schon einmal hier. Damals ging es um den Audi A8. Noch bevor das neue Technik- und Luxus-Flaggschiff offiziell vorgestellt wurde, hatten ich die Gelegenheit, ihn vorab zu – fühlen. Ja, richtig. Fühlen.

Damals wurden mir die Augen verbunden und ich wurde blind an das Fahrzeug heran geführt. Unter meinen Fingerspitzen bildeten Linien, Formen und Materialien nur ein Bild vor meinem inneren Auge. Sehen durfte ich an diesem Tag nichts. Das hatte durchaus etwas Sinnliches. Aber auch Irreführendes. Da mir Tast-Vergleiche zu anderen Fahrzeugen fehlten, verschätzte ich mich teils gründlich bei den Dimensionen. Das Auto, das ich mir vorstellte, war großflächig eckig und kantig. Ein muskeldefinierter Robo-Macho im Seidenhemd, dem die Kraft aus jeder Kante tritt.

Als ich den neuen Audi A8 dann Wochen später endlich zu Gesicht bekam, war ich erleichtert – und erfreut. Ich erkannte wie Linien und Formen, die sich unter meinen Händen riesig und teils unförmig angefühlt hatten, sich harmonisch in ein ansehnlich elegantes Gesamtbild fügten. Heute soll mir meine überschäumende Phantasie keinen Streich mehr spielen.

Fluoreszierende Tapes zeigen die Linien des Q8

Die Tür fliegt auf, ich werde in die Halle geführt. Und ich sehe erst mal nichts. Nach einem Moment wird mir klar, dass es nicht nur an meinen Augen liegt, die sich erst an die Umstellung vom gleißenden Sonnenlicht ins Kunstlicht umstellen müssen. Ich stehe in der Halle und es gibt kein Kunstlicht. Die Halle ist komplett dunkel.

Um mich herum höre ich Menschen in Bewegung, sie streifen meine Arme, führen mich an eine bestimmte Stelle in der Halle. Es gibt ein Briefing zur Orientierung, und langsam bilden sich vage Konturen aus dem Dunkeln heraus. Vor mir sehe ich im schwachen Schwarzlicht die dunkle Silhouette eines Mannes mit einer Rolle leuchtendem Tape in der Hand. Einmal mehr denke ich, dass ich bei Audi-Terminen auf alles gefasst sein muss.

Der dunkle Schatten vor mir stellt sich vor: Sascha Heyde, Exterieur-Designer im Team von Marc Lichte. Während er aus dem Dunkeln zu mir spricht, folge ich fasziniert dem leuchtenden Tape in seiner Hand, das wie bei einem Dirigenten mit ausladenden Bewegungen Linien und Kreise in die Dunkelheit schreibt.

Die Begeisterung in seiner Stimme, mit der er den Anlass meines Besuchs im Dunkeln beschreibt, ist unüberhörbar. Sascha Heyde ist verantwortlich für die Linie des neuen Audi Q8. Und die will er mir heute im Dunkeln näher bringen.

Ich bin nicht nur wegen der ungewöhnlichen Präsentation sehr gespannt. Ich denke an das Schwestermodell, den Q7, der mir schon riesig vorgekommen war, und frage mich, wie ein noch größeres Audi-SUV aussehen könnte, ohne wie ein schwerfälliger Elefant zu wirken.

Sascha Heyde klebt leuchtendes Band auf Konturen des Audi Q8
Zentimeter für Zentimeter wird das Design für Sandra Schink erkennbar: sportlich, vielseitig, elegant.

Tape für Tape formt sich die Silhouette des neuen SUV

Inzwischen erkenne ich ganz vage auch den Schatten des großen Fahrzeugs im Hintergrund, dem Sascha sich jetzt zuwendet. Die Konturen sind diffus und verschmelzen mit der Dunkelheit. Doch das wird sich ändern.

Sascha rollt das Tape jetzt schwungvoll ab und zeichnet klare leuchtenden Linien ins Dunkele. Zunächst entsteht vor mir ein großes schwebendes Achteck – zweifellos der neu geformte Singleframe im Oktagon-Design. Doch es bleibt nicht dabei. Um das markante Oktagon herum entsteht ein weiteres. Das Innere sieht nun erhaben aus.  Kein Zweifel, die Front zeigt bereits, wo es lang geht. Der neue wird sich nicht verstecken, sondern klare Kante zeigen.

Sascha Heyde erklärt Sandra Schink Designkonzept Audi Q8

Singleframe im Oktagon-Design als eines der neuen Exterieur-Elemente in der Q-Reihe: Sascha Heyde erklärt Sandra Schink das Konzept der Designer.

Coupéhafte Dachlinie und flacher als der Q7

Sascha beginnt jetzt fließend, die Schultern des Q8 nachzuzeichnen. Es sind breite Schultern, und auch hier wird deutlich, dass sich das neue SUV breit aufstellt. Klar, wie soll man so ein erwartungsgemäß großes Auto auch verschlanken? Noch dazu soll er fast 30 Millimeter breiter sein als der Q7. Doch dann beginnt Sascha mit der Dachlinie. Überraschend tief bleibt er dabei mit seinem Tape. Die Linie steigt sanft an und fällt flach wieder ab. Der Effekt ist verblüffend. Das zweifellos massive Fahrzeug wirkt auf einmal wie ein überdimensionales Coupé. Und es wirkt dabei dennoch irgendwie leicht.  Unter Saschas Händen nimmt die Silhouette des Fahrzeugs eindeutige Formen an. Wenn er zurücktritt, wird es schwierig, die Dimensionen des Q8 richtig einzuschätzen. Wenn jegliche Referenz fehlt, wirkt das große Auto auf einmal schlank und sportlich.

Maßarbeit für Sascha Heyde: Hier ist Konzentration gefordert, damit die Kanten des Q8 in ihrer vollen Pracht Kraft, Hochwertigkeit und Dynamik vermitteln.

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Grünes Licht für den Audi Q8: Bloggerin Sandra Schink ist sich sicher, dass das neue SUV von Audi sie auch bei mehr Beleuchtung überzeugt.

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Das schmale Element mit integriertem Lichtband zwischen den Rückleuchten betont die maximale Breite des Audi Q8.

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Auch im Dunkeln wird klar: Der Q8 ist ein Innenraumriese

Endlich darf ich näher treten. Meine Hände gleiten wie damals beim A8 an den Linien entlang und wieder wirken Kanten und Flächen riesig unter meinen Fingerspitzen. Ich öffne die Beifahrertür. Das gedimmte Ambient Light beleuchtet dezent den Innenraum und gibt nicht viel mehr preis, als die Tape-Bahnen draußen. Doch ich kann deutlich sehen, dass das Fenster in der geöffneten Tür frei steht: Es wird von keinem schweren Rahmen gesäumt.

Ich gleite bequem in den Sitz und stelle ihn weit zurück. Das gibt mir sehr viel Raum. Ich taste die Instrumente ab. Vieles erkenne ich wieder, ich kenne es bereits vom A8. Ich setze mich nach hinten. Und obwohl ich den Vordersitz so weit nach hinten gestellt habe, habe ich immer noch sehr viel Platz. Mir wird klar: Dieses SUV funktioniert auch mit Fahrer. Wem der A8 als Chauffeurs-Limousine zu seriös ist, der wird mit diesem sportlich und ganz sicher provokant designten SUV seine Freude haben.

Noch muss ich mich einige Wochen gedulden, um den neuen Q8 in seiner ganzen Pracht im Licht sehen zu können. Und ich hab so eine Ahnung, dass die Vorstellung vom muskeldefinierten Macho im Seidenhemd, dem die Kraft aus jeder Kante tritt, diesmal wirklich zutreffend sein könnte. Und dass ihm das auch wirklich verdammt gut steht.

Audi Q8 sport concept
Aus dem Audi MediaCenter

Talentierter Mehrkämpfer: Audi Q8 sport concept

Zukunftsweisende Antriebstechnologie und betont sportliche Optik: Auf dem Genfer Automobilsalon 2017 beweist Audi mit einem weiteren Konzeptauto das Potenzial der künftigen Q8-Modellfamilie. Die Studie Audi Q8 sport concept demonstriert, welche Visionen Audi-Entwickler und Designer für den dynamischen wie effizienten SUV von morgen haben.

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Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,0 – 5,5; CO2-Emission kombiniert in g/km: 182 – 144.  Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

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