FTS Betreuer Thomas Neininger in der Produktionshalle mit FTS und Tablet

Der Erste seiner Art

Das macht ein Betreuer für Fahrerlose Transportsysteme bei Audi

Eine Taxizentrale im Herzen der A8-Montage: Hier arbeitet Thomas Neininger. Als erster Betreuer für Fahrerlose Transportsysteme im VW-Konzern überwacht er autonome Transportfahrzeuge, die Bauteile anliefern. Wie sein Alltag aussieht, hat Blog-Autorin Lisa Först bei einem Besuch herausgefunden.

Fahrerloses Transportsystem mit aufgeladenen Kisten
Die Taxiflotte ist regelmäßiger Kunde im A8 Supermarkt: Dort stellen Mitarbeiter der Logistik Warenkörbe für die Produktion des Flaggschiffs zur Verfügung, die von den Fahrerlosen Transportfahrzeugen abgeholt und zu den jeweiligen Empfängern gebracht werden.

Neckarsulm, Montag, 7 Uhr. Im Supermarkt herrscht reges Gedränge. Mitarbeiter füllen Warenkörbe für ihre Kunden, Robotertaxis kommen lautlos angefahren und laden die Körbe selbstständig auf. Elektrisch angetrieben und voll autonom bahnen sie sich ihren Weg durch die Straßen und liefern ihre Fracht direkt beim Empfänger ab. Mittendrin Thomas Neininger, der mit Tablet und Funkgerät über die Lage wacht. Er stellt sicher, dass seine Taxiflotte zuverlässig und reibungslos funktioniert.

Der Supermarkt, den Neiningers autonome Taxiflotte anfährt, ist nicht irgendein Discounter: Es ist der Supermarkt für den neuen Audi A8. Hier in Halle A11 am Standort Neckarsulm stellen Mitarbeiter der Logistik Warenkörbe für das Flaggschiff zusammen.

Einblicke in den Arbeitsalltag eines Betreuers für FTS

Die Körbe sind zum Beispiel mit Sonnenblenden, Airbags, Lenkrädern gefüllt – oder auch mit Kühlschränken für die Luxuslimousine. Bauteile, die erst kurz vor dem Einbau ans Band geliefert werden. Just in time und passend zum jeweiligen Modell.

So ungewöhnlich wie der Supermarkt ist auch die Arbeit von Thomas Neininger. Er ist FTS-Betreuer bei Audi in Neckarsulm. Und damit der erste seiner Art im gesamten Volkswagen-Konzern. Seit Oktober 2016 betreut Neininger eine hochmoderne Flotte, bestehend aus 30 Fahrerlosen Transportfahrzeugen – kurz FTF – und dem zugehörigen Flottenmanager: eine intelligente Software, die den FTF per WLAN Fahraufträge erteilt. Automatisch schickt der Flottenmanager jedes Fahrzeug zu dem Punkt, der ihm am nächsten liegt. Zusammen bilden FTF und Flottenmanager das Fahrerlose Transportsystem (FTS).

Eine Taxizentrale im Herzen der A8-Montage

„Unser intelligentes FTS kann man sich vorstellen wie eine Taxizentrale mitten in der Produktionshalle“, sagt Neininger und zeigt auf den Bildschirm auf seinem Schreibtisch. Hier, im Herzen der Audi A8-Montage, zeigt ihm die genau an, wo die Flotte gerade unterwegs ist und wie ihr Zustand ist: Leuchten die Fahrzeuge auf dem Bildschirm grün, ist alles in Ordnung. Ein gelbes FTF muss bald seine Akkus aufladen und wird vom Flottenmanager automatisch zur Ladematte geschickt.

Färbt sich ein FTF auf dem Bildschirm rot, liegt eine Störung vor. „Dann heißt es für mich: hin zum Fahrzeug und die Störung so schnell wie möglich beheben“, sagt Neininger. „Dafür hat jedes Fahrzeug eine eigene IP-Adresse, über die ich mich auf das Gerät aufschalten kann.“

Im Einsatz für den Audi A8: Die FTS bewegen sich durch die A8 Montage und bringen verschiedene Bauteile, wie zum Beispiel Sonnenblenden oder Lenkräder, an den benötigten Ort am Band.

Neue Aufgaben im Zeichen von Industrie 4.0

Mit dem FTS-Betreuer wurde am Standort Neckarsulm ein neues Aufgabengebiet im Zeichen von Industrie 4.0 geschaffen. „Wichtig für das Unternehmen ist, dass die FTS in der A8-Montage keine bestehenden Arbeitsplätze ersetzen, sondern Zusatzaufgaben übernehmen“, erklärt Projektleiter Andre Hellinger. Gemeinsam mit seinem Kollegen Tobias Willhauk hat Hellinger das FTS der Firma Grenzebach von der Pilotphase in 2016 bis zur Serienreife in 2018 begleitet. Da der neue Audi A8 noch komplexer ist als sein Vorgänger, bringt seine Montage auch zusätzliche Herausforderungen mit sich.

Thomas Neininger ist der erste FTS-Betreuer im Volkswagen-Konzern. Gemeinsam mit Projektleiter Andre Hellinger (links) arbeitet er an Schulungsmaterial und einem Lern-Parcours zur Qualifikation weiterer FTS-Betreuer.

Körperlich anstrengende Routinearbeit übernehmen nun die FTF: Jedes Fahrzeug kann bis zu 1,2 Tonnen Gewicht heben, Sequenzwagen am Band bereitstellen oder Leergut tauschen. 170 Kilometer legen die Robotertaxis in jeder Schicht durchschnittlich zurück. „Die FTS entlasten so die Kollegen in der Logistik“, sagt Hellinger. Mit Thomas Neininger als FTS-Betreuer steht der Mensch dennoch weiter im Mittelpunkt, trifft wichtige Entscheidungen und kann bei Bedarf jederzeit in das System eingreifen.

Die Funktionalität der FTS-Anlage überwachen, Wartungen und Reparaturen für die Taxiflotte koordinieren, Fahraufträge eingeben, Routen anpassen: Neininger selbst schätzt an seinen neuen Aufgaben vor allem die Abwechslung.

Wie die nächste Generation der FTS-Betreuer entsteht

FTS Transportsystem in Produktionshalle während einer Fahrt
Jedes fahrerlose Transportfahrzeug (FTF) hat eine eigene IP-Adresse. Liegt eine Störung vor, kann sich der FTS-Betreuer sofort per Tablet auf das betroffene FTF aufschalten, um sie zu beheben.

„Der Job als FTS-Betreuer ist sehr vielseitig, ich lerne ständig dazu“, sagt er. „In meinen Augen ist dieses neue Aufgabengebiet ein echter Zugewinn für Audi.“ Als das Angebot kam, sich vom gelernten Logistiker zum FTS-Betreuer weiterzubilden, sagte er deshalb sofort zu. In Schulungen lernte er unter anderem verschiedene Computerprogramme wie den Flottenmanager kennen. Denn Neininger kümmert sich nicht nur um Störungen der FTF, er konfiguriert auch die Bahnhöfe im Flottenmanager und kann die virtuellen Routen für seine Taxiflotte jederzeit anpassen, wenn sich zum Beispiel Montageabschnitte ändern oder der A8-Supermarkt umgebaut wird. Seine Praxiserfahrung lässt Neininger auch in Schulungsmaterial einfließen.

Gemeinsam mit einem Projektteam um Hellinger und Willhauk arbeitet er darüber hinaus an einem Lern-Parcours, mit dem weitere Mitarbeiter zu FTS-Betreuern ausgebildet werden sollen. Für ihn steht fest: „Ich bin zwar der erste FTS-Betreuer bei Audi, aber ich werde sicher nicht der einzige bleiben.“

Audi-Standort Neckarsulm
Aus dem Audi MediaCenter

Neckarsulm

Als größtes Unternehmen in der aufstrebenden Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken zählt die AUDI AG am Standort Neckarsulm zu den attraktivsten Arbeitgebern in Baden Württemberg. Die Stadt Neckarsulm, benannt nach den beiden Flüssen Neckar und Sulm, zählt rund 26.000 Einwohner und rund 40.000 Arbeitsplätze. Die Region Heilbronn-Franken hat rund 387.420 Beschäftigte und ist geprägt vom Automobil. Audi in Neckarsulm ist dabei mit 16.995 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2017) der größte Arbeitgeber in der Region.

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Audi A8: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,0 – 5,6; CO2-Emission kombiniert in g/km: 182 – 145. Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

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