Ansicht Tarnfolie Audi e-tron Prototyp am Hinterreifen

Unter Strom

Der Audi e-tron Prototyp im Tarndesign

Im Sommer feiert der erste vollelektrische Audi seine Weltpremiere. Bis dahin legt der Prototyp des sportlichen Elektro-SUV seine letzten Testkilometer in einem ganz besonderen Gewand zurück: Die Tarnfolie des Audi-Erlkönigs wurde selbst zum Designerstück. Die Designer erzählen warum.

Audi Designer Dos Santos und Fahr-Becker sitzen am Tisch
Designer Marco dos Santos (l.) und Stephan Fahr-Becker im Gespräch mit Audi Blog-Autorin Maj-Britt Peters: Im Gespräch verrieten sie, was hinter dem Design der Tarnfolie des Audi e-tron Prototypen steckt.

Sie sind auffällig unauffällig und haben eine faszinierende Wirkung auf alle, die sie sehen: Erlkönige. Als Prototypen bergen sie viele Geheimnisse, und dennoch müssen sie auf öffentlichen Straßen ihre Testkilometer zurücklegen. Immer mit dem Risiko, gewieften Erlkönig-Jägern vor die Linse zu fahren. Um das Geheimnis um die neuen Modelle möglichst lange zu wahren, werden die Autos getarnt.

Am Rande des Genfer Automobilsalons sorgt ein besonderer Erlkönig für Furore: der getarnte Audi e-tron Prototyp. Das Besondere: Die Tarnfolie des Entwicklungsfahrzeugs ist selbst zum Designerstück geworden – eine Premiere bei Audi. Doch warum macht man einen Gegenstand, der Design unkenntlich machen soll, selbst zu einem Designobjekt?

Welche Geschichte hinter der e-tron Tarnfolie steckt

Die Antwort gibt es im Audi Design Center in Ingolstadt. Auf dem Tisch macht sich ein Stapel mit Skizzen breit. Designer Marco dos Santos beugt sich tief über sein Notizbuch, mit geübten Strichen entsteht darin die Silhouette des ersten vollelektrischen Audi. Zusammen mit seinem Kollegen Stephan Fahr-Becker hat er die Folie des Prototyps entworfen. Schnell stellt man fest – die beiden versammeln einiges an kreativer Energie.

„Wir wollten mit der Folierung eine Geschichte erzählen“, sagt dos Santos. „Und diese Geschichte lautet: Audi wird 2018 vollelektrisch.“ Getreu dem Motto „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“ machten sich die Designer auf die Suche nach der perfekten Balance zwischen Muster und Ästhetik. Die Entscheidung, sich von der herkömmlichen Tarnung zu verabschieden, war mutig. Denn eigentlich versteckt die Folie die Details im Muster und führt so das Auge gezielt in die Irre.

Entwurf von Skizzen des e-tron Logos

Der e-tron-Schriftzug dient als Grundmuster der Tarnung.

Wie das Tarn-Design des Prototyps Schritt für Schritt entstand

Doch die „Haut“ des Audi e-tron Prototypen soll zeigen, was er unter der Haube zu bieten hat. „Wir haben das bekannte e-tron Logo unter Strom gesetzt“, sagt Fahr-Becker. Daher unterscheidet sich das Resultat auch klar von dem bisherigen e-tron Logo für die Hybrid-Modelle. Es hat immerhin die Aufgabe, ein neues Kapitel in der Audi-Geschichte aufzuschlagen und muss daher in erster Linie einprägsam sein.

So klar die Vision, umso kniffliger die Umsetzung: „Zunächst experimentierten wir mit horizontalen Verschiebungen der Schriftflächen, später dann mit einer Pixel-Ästhetik“, sagt dos Santos. Immer mit der Frage im Hinterkopf: Wie klein und wie abstrakt darf es werden, damit die Lesbarkeit nicht verfremdet wird? „Anfangs bin ich da ganz schön übers Ziel hinausgeschossen“, erinnert sich der Designer. Also hieß es: zurück ans Reißbrett.

Das Endergebnis kann sich sehen lassen: ein zweidimensionales Design aus horizontaler Dynamik und vertikalen Pixel-Verschiebungen. Der Schriftzug ist über die gesamte Breite des Autos und das Dach gezogen, und wurde so zu einem gestalterischen Bestandteil des Exterieurdesigns. Jeder Buchstabe hat seinen vorgeschriebenen Platz: Das „e“ auf der Fahrerseite umschlingt punktgenau die Ladeklappe des Elektroautos. „Die Kollegen hatten beim Bekleben sicher ihren Spaß“, sagt Fahr-Becker lachend.

Entwürfe e-tron Prototyp auf Papier
Von der Skizze zum Erlkönig: Der Schriftzug zieht sich über die komplette "Haut" des e-tron Prototypen und wird somit zum zentralen Designelement der Tarnfolie.

Warum sich die Designer für orangene Akzente entschieden

Auch farblich wird das Design unter Strom gestellt: „Die orange Neonfarbe symbolisiert, wo das Herzstück des Autos sitzt: die Batterie“, sagt dos Santos. Die orangefarbenen Elemente sind eine Anlehnung an das Hochvolt-Netz und veranschaulichen, dass der Audi e-tron Prototyp vollelektrisch fährt.

Motorhaube von Prototyp Fahrzeug Audi e-tron

Die orangefarbenen Elementen veranschaulichen die Hochvolt-Technik des Audi e-tron Prototypen.

Als Inspiration für die Gestaltung diente ein in Farbe gedippter Turnschuh. Dies soll auch im Serienauto Teil der neuen e-tron Designsprache werden. „Selbstverständlich haben wir die Farbe für den Prototypen noch mal intensiviert“, sagt Fahr-Becker. Insgesamt 188 Audi e-tron Prototypen werden auf ihren letzten Testkilometern bis zur großen Weltpremiere im Sommer in dem besonderen Gewand unterwegs sein. Und zum ersten Mal ist Fotografieren sogar ausdrücklich gewünscht.

Erlkönig-Jäger können ihre spektakulären Fotos unter #etron in den sozialen Netzwerken posten. Die besten Bilder veröffentlicht Audi ganz ohne Versteckspiel auf der Website www.e-tron.audi.

Die Designer der Tarnfolie des Audi e-tron Prototyps bei der Arbeit

Die Tarnfolie des Audi e-tron Prototypen haben die Audi Designer Marco dos Santos und Stephan Fahr-Becker entworfen. Bisher sahen die Tarnung der Erlkönige immer sehr ähnlich aus – mit der Hülle des Audi e-tron Prototyps wird ein neues Kapitel in der Audi-Geschichte aufgeschlagen: Zum ersten Mal wird die Tarnfolie zum Mittelpunkt des Geschehens. Ein Einblick in den Entstehungsprozess im Designcenter.

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Elektrifizierter e-tron Schriftzug: Zunächst spielten die Designer mit einer horizontalen Verschiebung der Schriftflächen, dann mit Pixel-Ästhetik. Am Ende steht ein Schriftzug, der den ersten vollelektrischen Audi widerspiegelt.

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Designer Marco dos Santos hat das Audi AI Symbol entworfen und seine Kreativität auch bei der Tarnfolie des ersten vollelektrischen Erlkönigs eingebracht.

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Gemeinsam mit seinem Kollegen Marco dos Santos hat Audi Designer Stephan Fahr-Becker ein komplett neues Tarnfoliendesign kreiert.

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Noch sieht man es auf dem Papier, schon bald wird sie auf den ersten e-tron Prototypen zu bewundern sein: die neue entwickelte Tarnfolie.

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Tim Laurentius

26. March 2018 um 13:51
Guten Tag, wo könnte der e-tron preislich landen?

Stephanie Huber

26. March 2018 um 13:56
Hallo Tim,

dazu können wir im Moment leider noch nichts sagen. Aber die Antwort gibt es auf jeden Fall in den nächsten Monaten auf Facebook und Twitter ;)

Liebe Grüße,

Stephanie aus der Audi Onlinekommunikation

Özgür Yemen

21. March 2018 um 7:11
Interessante Entwicklung in der e-mobility. Wenn das mit dem Aufladezyklus stimmt dann ist das bis jetzt eins der größten Sprünge. Mein A8 Business Taxi ist abbezahlt. Lieber Audi bitte gebe mir einen e-Tron und ich teste es auf Herz und BatteNieren.

7000 km im Monat versprochen

Josef Grab

9. March 2018 um 16:03
Ihr Artikel und vorallem das Produkt ist überzeugend, für mich fehlt der Hintergrund, Beispiel; Plus Energie Mehrfamilienhaus in Bennau um vorallem nachhaltige Investoren und Käufer zu begeistern.

freundlich grüsst J. Grab
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