Design-Mitarbeiter arbeitet am Clay-Modell

Warum emotionales Design von Hand entsteht

Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Audi A7 Sportback: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,2 – 6,8; CO2-Emission kombiniert in g/km: 163 – 154.

Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

Der Designprozess eines Autos

Die Autos von Morgen werden im neuen Audi Design Center gezeichnet - und ihre Karosserien dort zum ersten Mal geformt. Autoblogger Benjamin Brodbeck hat vor Ort erfahren, warum emotionales Design auch im digitalen Zeitalter nur von Hand entstehen kann.

Wer James Bond Fan ist und zugleich eine Leidenschaft für Automobile und High-Tech in sich trägt, würdigt die Filmszenen mit Genie und Labor-Hipster Q besonders: Denn in geheimen MI6-Laboren zeigt das High-Tech-Genie dem Geheimagenten 007 die neuesten technologischen Entwicklungen. Klar: meist nur für Agentenzwecke bestimmt. Ein traditionsgemäß zu neugieriger Griff von 007– in einer Sekunde der Gedankenlosigkeit von Q – enttarnt die oftmals ausstehende Serienreife so mancher Erfindung auf unterhaltende Weise.

Eine Atmosphäre des absolut Geheimen in Kombination mit der Kreativität von futuristischen Erfindungen fasziniert im Film.

Einblick in das neue Audi Design Center.
Die digitale Design-Manufaktur vereint modernste CAD- und 3D-Visualisierung mit handwerklicher Modelleur-Tradition.

Das Designstudio als Ort der Verschwiegenheit

Eine ähnliche Faszination erfahre ich, als ich hinter einer großflächigen und bodentiefen Fensterfront stehe und in eine Art Labor mit automatisierten Fräsen und langgezogenen Lichtleitelementen an der Decke blicke. Genau genommen richten sich meine Blicke in das tiefste Innere – ja, in das futuristisch anmutende Herz der Vier Ringe.

Genau hier, im neuen Audi Design Center in Ingolstadt werden die Audi-Fahrzeuge von Morgen und Übermorgen entworfen. Hier arbeiten Designer, Ingenieure, Modelleure und Projektmanager abteilungsübergreifend an den Automobilen, die oberster Geheimhaltung unterliegen und über dessen Optik und Technik sich tagtäglich Hunderte von Journalisten und Mitbewerber den Kopf zerbrechen. Nach dem Motto: Was hier passiert, bleibt hier.

Der A7 und sein Clay-Modell.

Vom Clay-Modell zum funktionsfähigen Automobil: der A8 in seinen Evolutionsstufen.

Die Digitale Designmanufaktur

Damit das bei dem avantgardistischen Gebäude mit großen Fensterflächen auch so bleibt, verhindert mitunter eine zweifache Glasfassade den Blick von Außen nach Innen. Und lässt gleichzeitig die zum Arbeiten an den Tonmodellen notwendigen Tageslichtphotonen durch. Zwar gibt es an den weitgespannten Decken ausgefeilte Beleuchtungskörper, die verschiedene Arten von Licht gut darstellen können. Doch wir alle wissen: Natürliches Tageslicht ist trotzdem etwas anderes. Deswegen spielen die großen Fensterfronten, die viel Licht in die großzügigen Platzverhältnissen bringen, genauso eine übergeordnete Rolle bei der Architektur des neuen Audi Design Center, wie die Außenfläche auf dem Dach.

 

Arbeit am Clay-Modell
Durch eine kontinuierliche Anpassung des Clay-Modells an das CAD-Modell werden Designmodifikationen im 1:1 Modell visualisiert.

Bevor ich das futuristisch anmutende Atelier mit den Clay-Modellen des neuen A7 betrete, führt mich der Weg einen Stock tiefer – zum Ursprung. Dort werden erste Designideen, -formen und vor allem Proportionen von Skizzen mittels CAD-Daten (Computer-Aided Design) auf die Leinwand übertragen und entwickelt. Superrechner übernehmen die Visualisierung und berechnen aus nahezu allen Winkeln und bei beliebigem Lichteinfall in verschiedenen Umgebungen blitzschnell das richtige Bild. Sogar dynamische Zustände des Fahrzeugs sind darstellbar. Beeindruckend, wenn der neue A7 neben der Prologue-Studie durch eine virtuelle Stadt fährt. Mit dieser Technologie ist nicht einmal das Labor von Q ausgestattet. Alles, um viel Zeit und ebenso viel Clay zu sparen.

Die ersten digitalen Ergebnisse können anschließend auf daneben stehende Modelle mittels automatisierter Fräsen übertragen werden. Denn vor allem Proportionen wirken in der Realität oftmals anders, als auf der Leinwand.

Zurück im dritten Stock. Ich stehe vor dem Heck des neuen Audi A7, der auf einer Platine montiert ist und dessen Frontaugen die Welt außerhalb des Studios beobachten.Ein Roboterarm fräst die Form der seitlichen Türen aus – die Späne fliegen eindrucksvoll. Die Daten bekommt die sogenannte CNC-Fräse aus zuvor erstellten CAD-Daten. Anhand erstellter Koordinaten, die mit Hilfe der Platine im Boden definiert werden, arbeitet sie sich Linie für Linie vor. Das Fräsen einer vollumfänglichen Karosserie dauert etwa einen Tag.

Über alle Veränderungsschritte hinweg dient das Clay-Modell als physische Referenz, auch für die Diskussion zwischen Formgestaltern und Designern.

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Das Audi-Designteam hat einen neuen Designprozess entwickelt, der CAD (Computer-Aided Design), 3D-Visualisierung und traditionellen Design-Modellbau sowie Claymodellieren verbindet.

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Der Designprozess bei Audi besteht aus drei Komponenten: CAD, Concept, Claymilling.

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Doch wozu Modelleure, wenn doch alles digital erstellt und programmiert werden kann? So könnte man ganz entspannt eine rein digitale Designmanufaktur gründen und die Maschinen für sich arbeiten lassen.

Doch das Wichtigste an einem Audi darf man niemals vernachlässigen: seine Emotionalität. Ausschließlich kreative Hände können den Flächen und Linien ihre Leidenschaft zureichen und sie mit Leben und Dynamik füllen. Und so führen Designer zusammen mit Modelleuren die Feinarbeit händisch aus. Die Fortschritte dieser Arbeiten werden fortlaufend gescannt und in das digitale CAD-Modell übertragen. So ist jede in das Projekt involvierte Person immer auf dem neuesten Stand.

Modelleure bei Audi beherrschen sowohl die handwerkliche Arbeit am physischen Modell als auch den Umgang mit den CAD-Tools am Rechner.

Die DNA auch in der Dunkelheit erkennen

Licht spielt nicht nur als Instrument für das Begutachten von Karosserieformen eine übergeordnete Rolle, sondern ist auch extrem wichtig, um einen Audi – auch bei widrigen Lichtverhältnissen – eindeutig als einen solchen zu identifizieren. Zudem können Lichtelemente an einem Körper bestehende Linien und Flächen unterstützen und verschärfen – selbst an einem vermeintlich langweiligen Quader.

Das Lichtdesign ist – neben dem Interieur- und Multimediadesign – eine weitere Abteilung im Design Zentrum. Meistens dort zu finden, wo es ohnehin schon dunkel ist. Nachdem auch hier die Skizzen direkt vom Reißbrett digitalisiert und animiert werden, entstehen Scheinwerfer, Ambiente- und Rücklichter – dank Prototypenbau – ziemlich rasch und werden am Fahrzeug integriert.

Um das unverwechselbare Lichtdesign des neuen Audi A7 in Komposition zu seiner Außenhaut verschiedenen Entscheidungsgremien präsentieren zu können, kommt der Lichttunnel zum Einsatz. Ein schwarzes, längliches Zelt schützt vor Tageslicht bei Außenpräsentationen. So kann man beim langsamen Durchfahren – und damit stetigem Eintauchen in die Dunkelheit – den Zusammenhang zwischen Karosserieform unter Tageslicht und Lichtlinien im Halbdunklen beurteilen. Und ja, ich fühle mich in diesen Räumlichkeiten ein bisschen wie 007 unter mehreren Quartermastern. Nicht, dass ich mir auch nur im Entferntesten seine Fähigkeiten anmaßen würde. Aber auch wenn ich nach Absolvierung der verschiedenen Stationen weder eine Uhr noch ein Auto mit auf meine weitere Mission bekomme, strahlt dieser faszinierende Ort eine ähnliche Atmosphäre aus, wie das über die Kinoleinwand vermittelte Labor von Q.

Schlusslicht am A7 im Lichttunnel.
Das Rücklicht des Coupés setzt sich aus 26 vertikalen Segmenten zusammen, die ein präzises LED-Leuchtenband , miteinander verbindet.

Hightech trifft auf Handarbeit im neuen Audi Design Center

Wohin die Reise geht? Zuallererst hin zu einem neuen Design des Navigationssystems des Audi A7.

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Die Interieur-Designer bei Audi sind während des gesamten Entwicklungsprozesses vom Zeichenboard bis zur Serienproduktion eingebunden.

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Ein besonderer Bestandteil des Interieurs ist das GUI-Design (Graphical User Interface). Ein wichtiger Teil hiervon sind die MMI touch response-Displays.

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Hochwertiges Design und fortschrittliche Technik kombiniert: Die MMI touch response-Displays unterstützen das Technik-Erlebnis des Nutzers und sollen Freude an der Bedienung vermitteln.

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Audi A7 Sportback
Aus dem Audi MediaCenter

Von der Idee zum fertigen Auto: Hightech und Handarbeit im Audi-Design

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Toufik

8. December 2017 um 13:39
Bonjour PROGET AUDI TT 2018.https://www.facebook.com/photo.php?fbid=883676448476872&set=p.883676448476872&type=3&theater