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Der erste Ingolstädter

Eines der wichtigsten Autos für die Geschichte des Unternehmen ist ein schlichter Lieferwagen mit 20 PS: der DKW F 89 L Schnelllaster. Er markiert den Neuanfang der Auto Union nach dem Zweiten Weltkrieg und gleichzeitig den Beginn des Automobilbaus in Ingolstadt.

 Die Höchstgeschwindigkeit des DKW F 89 L Schnelllaster lag bei 78 Kilometer pro Stunde.
Die Höchstgeschwindigkeit des DKW F 89 L Schnelllaster lag bei 78 Kilometer pro Stunde.
Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

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Wir schreiben das Jahr 1949. Deutschland kämpft mit den Nachwehen des Zweiten Weltkrieges und kurbelt mit aller Kraft die Wirtschaft wieder an. Mittendrin die Auto Union, deren Werke in Sachsen von den sowjetischen Besatzern demontiert wurden. Der Großkonzern im Osten ist aus dem Handelsregister gelöscht und startet einen Neubeginn in Ingolstadt.
Doch die Wiedergeburt der Auto Union im Westen gestaltet sich schwierig. Dem Unternehmen fehlt nämlich das, was einen Automobilhersteller ausmacht: Werksanlagen und Fahrzeuge. „Es lohnt sich zu warten“ heißt es daher in der Auto Union-Werbung der Nachkriegsjahre. Währenddessen tüfteln Ingenieure im ersten Obergeschoss eines ehemaligen Militärgebäudes in Ingolstadt unter Hochdruck am ersten Auto der neugegründeten Auto Union.

 

Der erste Ingolstädter wird schließlich ein DKW-Lieferwagen mit einem Zweizylinder-Zweitaktmotor aus der Vorkriegszeit. Die Leistung: magere 20 PS. Die Gründe für diese Entscheidung sind der Not der Zeit geschuldet: Die Menschen können sich nicht viel leisten, und ein DKW mit Zweitaktmotor und Frontantrieb passt in die Zeit. Außerdem hat die neue Auto Union nicht die technischen Voraussetzungen, um große Automobile zu bauen. Zudem brauchen die Menschen nach dem Krieg keine luxuriösen Limousinen, sondern Transportfahrzeuge. Andere Autos werden anfänglich von den Besatzungsbehörden auch gar nicht zugelassen.
Im Mai 1949 stellt die Auto Union schließlich ihr erstes Modell aus dem Werk Ingolstadt auf der Hannovermesse vor. Und die Menschen kaufen den unprätentiösen Lieferwagen zu einem Preis von 6.535 DM. Am Ende werden es knapp 30.000 Stück sein. DKW ist wieder da, heißt es in der Presse. Und für die kommenden Jahre wird DKW auch die einzige Marke der Auto Union bleiben. Immerhin, ohne die Marke DKW wäre ein Comeback nach dem Krieg kaum zu realisieren gewesen.

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VIRAJ THAKUR

2. December 2015 um 16:23
Hey,
congrats !
Well can u tell me what DKW stands for?

Stephanie Huber

2. December 2015 um 16:38
Dear Mr Thakur,

DKW is the abbrevation for the German word 'Dampfkraftwagen' and refers to a car that has been developed in Zschopau in the 1910s.

Best,

Stephanie Huber