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Der Lenkanstoß

Vor zehn Jahren hat Audi mit der TU München die Kooperation „INI.TUM“ gegründet. Die Initiative war der Grundstein für eine Reihe von Wissenschaftskooperationen. Heute arbeitet das Unternehmen weltweit mit 29 Partnern zusammen.

 Stefan Ullmann, einer der ersten Doktoranden von INI.TUM.
Stefan Ullmann, einer der ersten Doktoranden von INI.TUM.
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Rechtskurve, Beschleunigen, Abbremsen, Linkskurve. „Jeder Mensch lenkt anders“, sagt Stefan Ullmann. Er muss es wissen, denn für seine Doktorarbeit hat er vor zehn Jahren 150 Versuchspersonen dabei zugesehen: Frauen und Männern, Führerscheinanfängern und Fahrern jeden Alters.

Für Audi forschte Ullmann ab 2003 als einer der ersten Doktoranden am Thema „Sicherheitskonzept aktiver Lenksysteme aus Kundensicht“. Die Dynamiklenkung, die das Unternehmen 2007 mit dem damaligen Audi A4 in Serie brachte, basiert unter anderem auf Ullmanns Testergebnissen. Diese Lenkung unterstützt den Fahrer aktiv beim Fahren, er ist dadurch sportlicher und stabiler unterwegs.

Es dauerte mehrere Monate, die Versuchsreihe vorzubereiten. Mehrere Studenten und Diplomanden halfen Ullmann dabei. „Ich war einer der Ersten, der damals eine solche Versuchsreihe aufgebaut hat. Da ging es mir wie jedem Neuling: Ich musste meinen Weg erst einmal finden“, erinnert er sich. Unzählige Male hat er selbst die Strecke auf dem Audi-Prüfgelände abgefahren, immer wieder Distanzen und Einstellungen der Messgeräte korrigiert, bis alles passte. „Von Anfang an sollte die Versuchsreihe brauchbare Ergebnisse liefern, deswegen haben wir alles doppelt und dreifach kontrolliert,“ erinnert er sich.

Aktive Lenksysteme, Leichtbautechnologie, Touchscreen-Funktionen: Viele Innovationen, die heute in Audi-Modellen zu finden sind, haben ihren Ursprung im Forschungsprojekt eines Doktoranden. INI.TUM ist die Abkürzung für „Ingolstadt Institute der Technischen Universität München“ und steht für die erste strategische Kooperation, die Audi mit einer Hochschule vereinbart hat. Das war 2003. Mittlerweile haben achtzig Doktoranden über INI.TUM auf dem Gebiet der Fahrzeug- und Informationstechnik promoviert.

Wissenschaftskooperation bei Audi

Peter F. Tropschuh, Martin Winterkorn, TU-Präsident Wolfgang A. Hermann und Bernd Heißing von der TU München bei der Unterzeichnung des Gründungsvertrages zu INI.TUM

Zu INI.TUM kam Stefan Ullmann direkt von der Hochschule. „Damals gab es auch andere Programme, über die ich hätte promovieren können. Aber mich hat gerade die Dreiteilung bei INI.TUM gereizt. So konnte ich den Kontakt zur Hochschule halten und gleichzeitig die AUDI AG, die Auftraggeber meines Forschungsprojektes war, kennenlernen. Als drittes Standbein gab es natürlich noch INI.TUM selbst“, sagt Ullmann, der heute bei Audi in der Entwicklung Fahrwerk arbeitet.

Das Institut wurde vor zehn Jahren von den ersten sieben Doktoranden mit aufgebaut. Sie beschäftigten sich vor allem mit der Fahranalyse, um Sicherheit und Komfort beim Fahren zu verbessern. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt lag auf der gekoppelten Simulation, mit deren Hilfe in der Produktion die Qualität verbessert und Kosten gesenkt werden sollten. Seither ist das Institut deutlich gewachsen, auch das Themenspektrum wurde breiter. So arbeiteten Doktoranden beispielsweise auch am Fußgängerschutz oder der Vernetzung von Test- und Simulationsmethoden zur Weiterentwicklung von Fahrerassistenzsystemen. Derzeit promovieren 28 Doktoranden im Rahmen von INI.TUM. Sie forschen in den Unternehmensbereichen Entwicklung, Produktion und in der Geschäftsführung und schreiben die Erfolgsgeschichte der Kooperation fort.

INI.TUM markierte für Audi den Startpunkt einer Serie unterschiedlicher Wissenschaftskooperationen, von denen einige langfristig ausgerichtet sind und andere nur projektbezogen. Inzwischen gibt es zwölf strategische Kooperationen. Insgesamt arbeitet das Unternehmen weltweit mit 29 Partnern aus der Wissenschaft zusammen. Jede Kooperation hat dabei einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt. Zu den Kooperationsformen gehören neben Promotionsprojekten auch wissenschaftliche Vortragsreihen, die Förderung von Stiftungsprofessuren sowie Lehraufträge von Audi-Mitarbeitern an Hochschulen. Die neuste Kooperation trägt den Namen INI.HSG und wurde am 22. Oktober gemeinsam mit der Universität St.Gallen ins Leben gerufen.

Mehr zu den Wissenschaftskooperationen von Audi finden Sie online unter www.audi.de.

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Tom

25. November 2013 um 9:21
Auf Grund meiner Präsentation, würde ich hier gern ein Kommentar hinterlassen ...

Liebe Grüße an Frau Prof. Dr. Pritzl