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Der Über-Läufer

Musik und Extremsport – Joey Kelly steht für beides. Während sportliche Extreme seine Leidenschaft sind, hat er der Musikkarriere vor Jahren den Rücken gekehrt. Im Audi.torium spricht er über den Drang, immer wieder an sein Limit zu gehen.

 Joey Kelly ist überzeugt: „Wer kämpft und nicht nur im Komfort lebt, erreicht seine Ziele.“
Joey Kelly ist überzeugt: „Wer kämpft und nicht nur im Komfort lebt, erreicht seine Ziele.“
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Als er beim „Marathon des Sables“ ins Ziel lief, begann er zu weinen. 230 Kilometer in sieben Tagen quer durch die sengende Hitze der marokkanischen Sahara. Essen und persönliche Dinge immer mit dabei – insgesamt ein Gewicht von anfangs zwölf Kilo. „Für mich war dieser Zieleinlauf ein viel größerer Erfolg, als im Stadion vor 50.000 Fans zu singen“, sagt Joey Kelly.

Als Teil der erfolgreichen „Kelly Family“ stand er in ausverkauften Konzerthallen vor tausenden Fans. „Mit meinen Geschwistern auf der Bühne zu stehen, machte mir richtig Spaß. Doch Musik ist nicht meine Berufung.“ Und dennoch war er mehr als drei Jahrzehnte Teil der Familienband.

Audi.torium: Der Über-Läufer

Moderator Stephan Öri, Leiter Audi Forum Ingolstadt, sprach mit Joey Kelly über dessen einzigartigen Lebenswandel

Zusammen mit seinen elf Geschwistern lebte Joey Kelly seit seiner frühesten Kindheit wie ein Nomade, einen festen Wohnsitz kannte er nicht. In Spanien geboren, zog er bereits im Kindesalter mit seinen Geschwistern in einem VW-Bus durch Europa und die USA, musizierte auf der Straße und lebte von Spenden.

1994 kam dann der große Durchbruch: Mit dem Album „Over the Hump“, das sich alleine in Deutschland rund 2,5 Millionen Mal verkaufte, begann der Hype um die Familienband. Ein Hype, dem Kelly nie sonderlich viel abgewinnen konnte. In dieser Zeit entdeckte er seine wahre Leidenschaft, die sein Leben bis heute prägt: „Als ich mit dem Ausdauersport begann, war das für mich wie eine Befreiung.“ Angefangen mit einem Halbmarathon, gefolgt von zahlreichen Marathons und schließlich acht „Ironman“ in einem Jahr, sucht Kelly fortan nach immer neuen Herausforderungen, testet seine Grenzen bis ans Limit.

Audi.torium: Der Über-Läufer

Das Interesse an Joey Kelly war groß: Fast 400 Gäste kamen am Dienstag ins Audi Forum nach Ingolstadt

Sein körperliches und mentales Limit reizte Kelly unter anderem bei seiner Tour von der Nordsee zur Zugspitze aus. 900 Kilometer in 18 Tagen. Und das ohne Geld. Er schlief unter freiem Himmel und ernährte sich von dem, was ihm die Natur bot. Oft war das nicht viel, so aß er auch einen totgefahrenen Hasen und Nacktschnecken. Er verspürte Hunger, legte dennoch an guten Tagen etwa 70 Kilometer zurück. Die große Erkenntnis nach der tagelangen Tortur: „Hunger ist nur eine Hysterie des Körpers.“

Ob Kelly 400 Kilometer durch die Antarktis wandert, trotz hohen Fiebers einen Marathon bestreitet oder 217 Kilometer bei durchschnittlich 50 Grad Celsius durch das Death Valley läuft – ihn treibt vor allem eines an: Leidenschaft. Doch das alleine sei nicht ausreichend, sagt Kelly. Es brauche auch Mut und Disziplin und den Willen, seine eigenen Grenzen zu überwinden. Und am Limit gilt auch unter stärksten Schmerzen: „Aufhören zu jammern und anfangen zu kämpfen.“

Das Audi.torium „Kelly Cross“ findet am Mittwochabend, 4. Februar, ab 19.30 Uhr im Audi Forum Neckarsulm statt. Mehr Informationen zum Programm des Audi Forum Neckarsulm auch auf www.facebook.com/neckarsulmaudiforum.

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