Aus unserem Archiv:

Detailverliebt

Die IAA ist eine Messe der Superlative, der ganz großen Auftritte. Andreas Mindt, Leiter Exterieur Design bei Audi, zeigt am Audi e-tron quattro concept, dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen. Ein Blick durch die Lupe des Designers.

 Ein Gefühl für Details: Andreas Mindt, Leiter Exterieur Design bei Audi, streicht über die muskulöse Schulter des Audi e-tron quattro concept.
Ein Gefühl für Details: Andreas Mindt, Leiter Exterieur Design bei Audi, streicht über die muskulöse Schulter des Audi e-tron quattro concept.
Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Keine Angaben

 

Der Teufel steckt im Detail, heißt es landläufig. Andreas Mindt legt viel Wert auf perfekte Detaillösungen und intelligente Kleinigkeiten. Er leitet das Exterieur Design bei Audi. Auf der IAA zeigt er mir, warum das Audi-Showcar e-tron quattro concept besonders durch seine Details besticht.

Das Lieblingsdetail

„Mein Lieblingsdetail, weil eines der wichtigsten und ausdrucksstärksten Elemente am Fahrzeug,– eine starke Schulter, die zudem eines der Kernthemen von Audi integriert: quattro. Wie bei einem Supersportwagen.“ Zärtlich streicht er über die Flanke des Konzeptautos. Er spricht schnell, man merkt ihm seine Begeisterung an. „In diesem Konzept vereint Audi ein kraftvolles und effizientes Auto. Das ist nur scheinbar ein Widerspruch“.

Die Seitenspiegel der Zukunft: Kameras verbessern die Aerodynamik des Audi e-tron quattro concept um zwölf Prozent.

Die Seitenspiegel der Zukunft: Kameras verbessern die Aerodynamik des Audi e-tron quattro concept um zwölf Prozent.

 

Die Kamera ersetzt den Außenspiegel

Wir gehen an der rechten Seite des Elektro-SUV entlang nach vorne. Es fehlt ein entscheidendes Teil an diesem Auto: die Spiegel. „Seitenspiegel verschlechtern die Aerodynamik eines Autos um etwa zwölf Prozent. Wir holen mit dieser Lösung sechs Kilometer mehr Reichweite raus.“ Was er mit „dieser Lösung meint“, erfahre ich wenige Momente später. Aus dem Kotflügel fährt eine elegante, silbern verkleidete Kamera aus. „Mit ihnen erzeugen wir eine bessere Umströmung und reduzieren zugleich die Windgeräusche. Ein weiterer Vorteil: Mit den Kameras haben wir keinen toten Winkel mehr.“

Unter den Kameras befinden sich auf der rechten und auf der linken Seite des Autos gut versteckt die Lademöglichkeiten. „So muss der Kunde beim Aussteigen nicht ums Auto herumgehen, wenn er den e-tron laden will. Diese Position ist besonders ergonomisch und ermöglicht ein komfortables Laden von beiden Seiten aus“.

Fein ausgearbeitet: Die fünf horizontalen OLED-Elemente in der Front der Studie

Fein ausgearbeitet: Die fünf horizontalen OLED-Elemente in der Front der Studie.

 

Die Lichtsignatur

Wir gehen zur Front des e-tron quattro concept. Mir fällt ihre fein ausgearbeitete Lichtsignatur auf. „Wir haben hier fünf horizontale OLED-Elemente in den Leuchtmodulen untergebracht. Sie sind dreidimensional und setzen sich im Kühlergrill fort“, erklärt Mindt. Auf der Motorhaube befinden sich Lamellen. „Diese Jalousieklappe regelt die Durchströmung der Bauteile. Wenn kein Kühlbedarf besteht – das ist bei einem elektrischen Antrieb häufig der Fall – können die Lamellen geschlossen bleiben.“ Dies sei eines von mehreren beweglichen Elementen, die zum hervorragenden Aerodynamikwert des Autos beitragen. Der liegt bei gerade einmal 0,25.

OLED als Rückleuchten: Die Lichtsignatur ist auch im Heck dreidimensional ausgeführt.

OLED als Rückleuchten: Die Lichtsignatur ist auch im Heck dreidimensional ausgeführt.

 

„Dabei spielen auch zwei Details am Heck eine Rolle“, sagt Mindt. Wir gehen ums Auto herum. „Der Spoiler und der Diffusor verlängern sich bei höherem Tempo um einige Zentimeter, um die Luftströme von oben und unten zusammenzuführen“, erklärt der Designer. Das Heck des Konzeptautos fällt stark ab. Wie an der Front prägen dreidimensionale OLED-Elemente das Design. Detailverliebt fährt Andreas Mindt mit der Hand zwischen den einzelnen Lichtelementen durch. „Das Auto ist ihr Baby, oder?“, diese Frage kann ich mir nicht verkneifen. Er lächelt. „Das ist nicht nur mein Baby. Unser gesamtes Team, jeder einzelne der 400 Mitarbeiter bei uns im Design, hat seinen Beitrag geleistet“. Aus der Summe dieser Beiträge, aus allen Details, ergibt sich das große Ganze: der Audi e-tron quattro concept, der Messestar mit Vier Ringen.

Bewegliche Teile: Der Spoiler verlängert sich bei höherem Tempo um den Luftstrom so zu lenken.
3D: Die Heckleuchten greifen das Design der Frontscheinwerfer wieder auf.
Liebe zum Detail: Das Lenkrad der Studie concept trägt den e-tron-Schriftzug
Wohlfühlatmosphäre: Der Innenraum des Audi e-tron quattro concept ist Audi-typisch hochwertig.
Heckansicht: Der Diffusor ist beim Audi e-tron quattro concept beweglich.
Starke Marke: An der Seite des Audi e-tron quattro concept ist sofort erkennbar, dass es sich um ein Elektroauto handelt.
Aktive Elemente: Wenn kein Kühlbedarf besteht können die Lamellen auf der Haube geschlossen bleiben.
Clever gelöst: Der Stecker befindet sich ergonomisch günstig im Kotflügel.
Schöne Schuhe: Die Felgen sind beim Audi e-tron quattro concept e-tron-typisch ausgeführt.

 

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.