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Die Mitarbeiter haben die Wahl

Von März bis Mai werden in Deutschlands Unternehmen die Betriebsräte neu gewählt - nächste Woche bei Audi. Für das Audi Blog hat Autor Stefan Kotschensreuther den Organisatoren bei den Vorbereitungen über die Schulter geschaut.

 Wahlvorstand Klaus Mittermaier organisiert die Betriebsratswahlen bei Audi in Ingolstadt
Wahlvorstand Klaus Mittermaier organisiert die Betriebsratswahlen bei Audi in Ingolstadt
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Alle vier Jahre wiederholt sich bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm ein besonderes Zeremoniell. Es beginnt im Hochsommer, wenn sich eine kleine Runde Leute zusammenfindet und erste Vorbereitungen trifft. Zunächst unbemerkt von den Außenstehenden planen sie die Betriebsratswahl. Durch die Wahl ihrer Vertreter können die Arbeitnehmer mitbestimmen, was im Unternehmen geschieht – so regelt es das Betriebsverfassungsgesetz. Die Größe des Gremiums hängt von der Zahl der Beschäftigten ab – in Ingolstadt besteht der neue Betriebsrat aus 55, in Neckarsulm aus 41 Betriebsräten.

Während die Wähler zur Abstimmung nur ihren Mitarbeiterausweis brauchen, haben die Organisatoren an jedes Detail gedacht. „Zum Ausfüllen der Stimmzettel setzen wir unradierbare Bleistifte ein, weil sie zuverlässiger funktionieren als Kugelschreiber“, erklärt Lisa Reiner aus dem Ingolstädter Wahlvorstand. „Wir möchten jedem einzelnen Mitarbeiter die Wahl so einfach wie möglich machen. Das beginnt mit der Suche nach dem nächst gelegenen Wahllokal und endet mit der Abgabe des Stimmzettels“, betont Klaus Mittermaier.

Mittermaier ist Geschäftsführer des Betriebsrats am Standort Ingolstadt und zugleich Vorsitzender des im November bestellten Wahlvorstands. So heißt das Gremium, das die Betriebsratswahlen federführend organisiert. Zusätzlich unterstützen 132 Wahlhelfer im Vorfeld und an den Wahltagen die Organisation, in Neckarsulm packen 75 Freiwillige mit an.

Betriebsratswahl bei Audi

Günther Müller zeigt die Standard-Ausrüstung für die Wahlhelfer

Die Betriebsratswahlen sind eine organisatorische Höchstleistung mit gut einem halben Jahr Vorlauf. Bei den Wahlen auf dem Werksgelände sind vom 5. bis 7. März sind rund 37.000 Ingolstädter Audi-Mitarbeiter aufgefordert, ihr Kreuz zu machen. Das entspricht in etwa genauso vielen Wahlberechtigten wie in Ingolstadt bei einer Bundestagswahl. In Neckarsulm können am 5. und 6. März gut 15.700 Belegschaftsmitglieder ihre Stimme abgeben.

Die Vorbereitungen sind inzwischen weit vorangeschritten, bereits seit Anfang Februar läuft die Briefwahl. Rund 200 Wahlkabinen und 50 Urnen wurden für ihren Einsatz an den Wahltagen hergerichtet. Jeder einzelne Ort wurde vorab auf seine Eignung geprüft. Dafür haben die Mitglieder des Wahlvorstands einen kilometerlangen Fußmarsch über das komplette Werkgelände zurückgelegt. Nicht nur Größe und Ausstattung der Räume musste stimmen, auch die Entfernung zu den umliegenden Wahlbüros. Schließlich soll jeder Wähler „sein“ Wahlbüro schnell und unkompliziert erreichen können.

Nicht nur logistisch, sondern auch technisch stellt die Wahl eine Herausforderung dar. Laptop und Kartenlesegerät sind nicht wegzudenken – so prüfen die Wahlhelfer, wer wahlberechtigt ist und registrieren, dass eine Stimme abgegeben wurde. Neben dem Computer nehmen sie noch ein weiteres Utensil mit ins Wahllokal: Der silbern glänzende Metallkoffer ist mit allem ausgestattet, was vor Ort von Nutzen sein könnte: Hinweisschilder zum Wahllokal und zum richtigen Eintüten der Wahlunterlagen, Spitzer für die Bleistifte, Tesafilm und Büroklammern. Und natürlich Stimmzettel und die passenden Umschläge sowie formal wichtige Dokumente wie die Anwesenheitsliste der Wahlhelfer und das Urnenprotokoll. Alles steht bereit, die Wahl kann kommen.

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