Ducati Design Center

Über das Design einer Ducati

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Hinter den Kulissen des Ducati Design Center

Das Design eines neuen Fahrzeugs ist ein langwieriger Kreativprozess – bei Autos wie bei Motorrädern. Wie aus ein paar Skizzen auf einem weißen Blatt Papier ein Ducati Designerstück entsteht, hat Blogautor Benedikt Still herausgefunden.

Es ist eine unscheinbare weiße Tür im ersten Stock des Ducati-Werks in Borgo Panigale. Inmitten von weiß gestrichenen Wänden geht sie fast völlig unter. Die Tür hat keine Klinke, kein Fenster. Eine silberne, vom Schein des Neonlichts fast verschluckte Aufschrift verrät bei genauem Hinsehen, was sich dahinter verbirgt: DDC – Ducati Design Center.
Nach den ersten Schritten ins Innere ist der sterile Eingangsbereich schnell vergessen. Die Atmosphäre wirkt luftig, als möchte sie möglichst viel Raum für Kreativität und Ideen bieten. Auf den Schreibtischen liegen kleine Modelle, Entwurfskonzepte und Studien. Am Ende des Raums ist ein Arbeitsbereich mit 3D-Vermessungsgeräten. Ein Designer arbeitet an einem Modell aus einer formbaren Knetmasse.

Ducati Design Center
Mit einem Projektionssystem simulieren die Designer verschiedene Farb- und Finishvarianten. Für Ferraresi und sein Team eine sehr nützliche Entscheidungshilfe während des Entwicklungsprozesses.

Der lange Weg zum Ducati Designerstück

Rund drei Jahre feilen die Designer bei Ducati am optischen Erscheinungsbild eines neuen Motorrads. Von der ersten Skizze bis zum seriennahen „Clinique-Model“ vergehen mehr als zwei Jahre. Innerhalb dieser Zeit entwickelt sich das Design über verschiedene Zwischenstadien kontinuierlich weiter. Ein weiteres Jahr verbringen Andrea Ferraresi und sein Team damit, die feinen Details, von Lichtdesign bis zur Gestaltung von Bedienelementen, auszuarbeiten. Nach rund 36 Monaten blicken die 20 Mitarbeiter dann stolz auf das finale Serienmodell.
Sind die ersten Bleistift-Zeichnungen meist noch abstrakt, nimmt das Motorrad zunehmend Form und Farbe an, wenn die Skizzen am Computer ausgearbeitet werden. Das machen die Designer mit Hilfe von großen Grafiktabletts und einer handelsüblichen Grafiksoftware. Überzeugt der Entwurf, wird ein erstes 1:1-Modell angefertigt. Das sogenannte „Proportion-Model“ soll ein Gefühl für die Proportionen des Motorrads geben. Der klare Fokus auf die Formensprache spiegelt sich in der geringen Detailtreue des Modells wider: auf das Wesentliche reduziert und in Silber lackiert – so kommen die Formen am besten zur Geltung.

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Tuch gelüftet: Chefdesigner Ferraresi ließ Blogautor Benedikt Still einen Blick auf eine noch geheime Ducati werfen.

Ducati Design Center fordert viel Kreativität

Erst das Clay-Modell geht in einer nächsten Stufe mehr in die Tiefe. Dafür formen die Designer aus einer Modelliermasse sämtliche Einzelteile in Handarbeit und fügen diese zu einem detailgetreuen Modell zusammen. „Die Kollegen bei Audi haben es da leichter. Bei einem Auto wird eine großflächige Karosserie modelliert. Das Motorrad ist wesentlich kleinteiliger, denn Motor, Abgasanlage und Tank sind für uns zentrale Designelemente“, erklärt Chef-Designer Ferraresi die hohe Komplexität am Clay-Modell der XDiavel, das umringt von verhüllten Motorrädern im Design Studio steht.
„Unsere Bikes der kommenden Jahre“, flüstert Ferraresi geheimnisvoll. „Dazu darf ich leider noch nichts verraten, aber für das Audi Blog könnte ich vielleicht eine Ausnahme machen.“ Er zieht die rote Stoffabdeckung eines Motorrads wenige Zentimeter hoch. Darunter kommt eine riesige Bremsscheibe zum Vorschein, die im Neonlicht glänzt. „Das sollte fürs Erste reichen. Etwas Spannung muss ja noch bleiben “, sagt der Designer lachend und lässt das Tuch wieder fallen.

Von Origami bis zum Audi Sport quattro

Ich begleite den sympathischen Design-Chef in sein Büro. Auf den ersten Blick ist es anders, als ich es erwartet hatte. Ein recht einfacher Schreibtisch und ein schlichtes, weißes Regal mit etwa 20 kleinen Motorrad-Modellen prägen das Bild. Ich lasse meinen Blick ein zweites Mal durch den Raum schweifen. An der Wand hängen einige Bilder von Walter Maria de Silvas Werken. Auf dem Tisch liegt ein Origami.
Mein Blick bleibt bei einem Sport quattro von Walter Röhrl hängen, der zwischen den ganzen Motorrädern im Regal steht.

„Seit meiner Kindheit mein absolutes Lieblingsauto, ich bin verrückt danach. Eine Ikone, die mich heute noch inspiriert“, erklärt mir Andrea Ferraresi und blickt auf den Red Dot Design Award, mit dem Ducati im Juli für das Design der XDiavel ausgezeichnet wurde.

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Alles Handarbeit: Das Clay-Modell der XDiavel zeigt detailgetreu, wie das Motorrad aussehen könnte.

Seitdem steht die Trophäe auf seinem Schreibtisch und verleiht ihm stets einen Motivationsschub. „Wir wollen immer die aufregendsten und schönsten Motorräder der Welt designen. Der Preis erinnert mich jeden Tag daran.“

Von der Skizze zur Serienreife – im Video zeigen Andrea Ferraresi und sein Ducati Design Team wie sie einer Ducati ihre einzigartige sportliche Form geben.

Ducati Design Center: Raum für Kreativität und Ideen

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Mit einer Bleistift-Zeichnung fängt es an, ganz klassisch – fast wie bei einem Gemälde.

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Ducati Design Interview

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Hauptsitz von Ducati
Aus dem Audi MediaCenter

Ducati Motor Holding S.p.A. (Italien)

Ducati ist 1926 gegründet worden und produziert heute vom Rennsport inspirierte Motorräder. Sie zeichnen sich durch ihre Hochleistungsmotoren mit Desmodromik, innovatives Design und avantgardistische Technik aus. Das Unternehmen produziert Premium-Motorräder für die wichtigsten Marktsegmente in sechs Modellfamilien: Diavel, Hypermotard, Monster, Multistrada Scrambler und Superbike. 2015 präsentierte Ducati die Scrambler®, die als eine eigene Marke für ein neues Motorrad, Accessoires und Bekleidung steht.

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Werk

21. August 2016 um 13:39
Design rückt immer mehr in den Vordergrund daher ist es um so wichtiger das richtige Konzept für einen Design zu finden.