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Ein Händchen für Talente

Potenzielle Talente für Audi zu finden und zu gewinnen, das ist sein Job: Tobias Becker ist Talent Relationship Manager bei dem Automobilunternehmen und bis heute in der Branche außer Konkurrenz unterwegs. Ann Harder hat ihn begleitet.

 Bei der Formula Student Germany ist Tobias Becker im Gespräch mit einem potentiellen Kandidaten (Foto: Kroeger)
Bei der Formula Student Germany ist Tobias Becker im Gespräch mit einem potentiellen Kandidaten (Foto: Kroeger)
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Tobias Becker ist seit 2008 Talent Relationship Manager bei Audi. Der erste seiner Art in Deutschland – und auch heute noch im Automobilsektor außer Konkurrenz unterwegs. Seine besondere Fähigkeit: Sein Händchen für Talente. Für Audi sucht er motivierte und qualifizierte Experten aus den Bereichen Antriebsentwicklung und technische Planung, die nicht aktiv auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung sind. Er tritt mit ihnen in Kontakt und pflegt diesen dauerhaft.

„Ich bin Talentscout und Bindeglied in einem. Ich identifiziere Berufserfahrene mit technischen Schlüsselqualifikationen, spreche sie auf fachlicher Ebene an und halte, wenn von ihnen gewünscht, den Kontakt aufrecht“, erklärt Becker. Sein Ziel ist es, unter den besten Talenten die richtigen für Audi zu gewinnen. Langfristig könnte sich auf diesem Weg ein Job bei dem Automobilunternehmen ergeben und für Audi somit ein weiterer hochqualifizierter Mitarbeiter gewonnen werden.

Audi Talent Relationship Management

Auf Messen kommt Tobias Becker mit Talenten direkt in Kontakt

Entscheidend beim Talent Relationship Management ist, dass Becker unabhängig vom Marktangebot mit den High Potentials in Kontakt tritt. Im Gegensatz zu einem Headhunter liegt bei seiner Suche kein Profil für eine ausgeschriebene Position zu Grunde. „Hier steht der langfristige Beziehungsaufbau im Vordergrund, nicht eine kurzfristig zu besetzende Stelle“, so der Talent Relationship Manager. Ob es mit einem späteren Job bei Audi klappt oder nicht, spielt erst einmal keine Rolle. „Alles kann, nichts muss“, so Becker. „Die Trefferquote liegt nicht bei 100 Prozent. Aber das ist auch nicht das Ziel, hier zählt Qualität statt Quantität.“

Potenzielle Talente findet er auf ganz unterschiedlichen Wegen: Auf Fachkongressen oder Messen, durch ihre Veröffentlichungen in Fachzeitschriften oder direkt in Jobnetzwerken. Der Erstkontakt ist stets ein fachlicher Austausch: „In der Regel findet sich immer ein Draht über die gemeinsame Begeisterung zu Autos und Technik“, sagt Becker. Springt der Funke über und besteht ein generelles Interesse, die technischen Schlüsselqualifikationen langfristig im Automobilsektor einzusetzen, hält er den Kontakt zu den Professionals.

Die persönliche und individuelle Betreuung ist dabei das A und O. Dazu lädt Becker die potenziellen künftigen Mitarbeiter zu Veranstaltungen ein, die gerade in ihrer Nähe stattfinden, beispielsweise zur IAA in Frankfurt oder zur Formula Student Germany am Hockenheimring. Auch fördert er den fachlichen Austausch zwischen seinen Talenten und Audi-Experten und ermöglicht zum Beispiel Einblicke in die Entwicklungslabore.

Audi Talent Relationship Management

Theo Koppers entwickelt seit 2012 Getriebeapplikationen bei Audi, er wurde 2009 von Becker entdeckt

Theo Koppers hat Becker erfolgreich zur Einstellung bei Audi begleitet: Seit 2012 arbeitet er in der Getriebeentwicklung. „Herr Becker hat mich über ein Business-Netzwerk kontaktiert. Ich war sehr geschmeichelt, dass mich direkt jemand von Audi ansprach“, erzählt der 37-Jährige. „Mir gefiel der Gedanke, dass sich dieser erfolgreiche Automobilhersteller direkt für mich interessiert.“ Nach Erstkontakt und persönlichem Gespräch stellte Becker den Kontakt zur Fachabteilung her, alles passte, nur war zu diesem Zeitpunkt keine Stelle frei.

„Ich saß nicht auf heißen Kohlen, hatte mich mit einem Wechsel im Vorfeld nicht beschäftigt, war aber generell interessiert, das hatte ich Herrn Becker signalisiert“, erzählt Koppers. Der hielt Kontakt – und als eine passende Stelle frei wurde, machte er sein Talent darauf aufmerksam. Heute arbeitet Koppers an Applikationen für Doppelkupplungsgetriebe – und ist glücklich damit: „Durch meine Applikateurstätigkeit bei Audi nehme ich direkten Einfluss auf das Fahrverhalten der Autos, ein spannender Job.“

Wie bei Koppers liegen zwischen Erstkontakt und einer Einstellung in der Regel drei bis vier Jahre. Das Signal, sich beruflich verändern zu wollen, muss vom Talent selbst kommen. Dann informiert Becker den zuständigen Personalreferenten, damit dieser nach einer konkreten Beschäftigungsmöglichkeit Ausschau halten kann. Dass Berufswunsch und Angebot zusammenpassen, ist für den Audi Talent Relationship Manager von zentraler Bedeutung, denn umso größer ist die Freude am Ende – für beide Seiten.

Alle Informationen zu Karrieremöglichkeiten bei Audi und offenen Positionen finden Sie unter www.audi.de/karriere.

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Clemens Volkwein

24. April 2014 um 10:01
Danke für diesen anschaulichen Einblick in den Arbeitsalltag eines Talent Relationship Managers - ich ziehe daraus in unserem Demografie-Blog ein paar Lehren (http://bit.ly/1nIjio6).