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Ein Stück deutsch-französische Geschichte

Nur wenige Automobile dieser Welt können auf eine so bewegte Geschichte zurückblicken. Repräsentationsfahrzeug, Kriegsbeute und schließlich Symbol der deutsch-französischen Freundschaft – dieser Horch 830 BL hat einiges erlebt.

 Charles de Gaulle fuhr bis zum Jahr 1955 in diesem Auto zu Veranstaltungen.
Charles de Gaulle fuhr bis zum Jahr 1955 in diesem Auto zu Veranstaltungen.
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Im Zweiten Weltkrieg gehörte der 1936 in den Zwickauer Horch-Werken gebaute Oberklassewagen Horch 830 BL zum Fuhrpark von General Dietrich von Choltitz. Der hatte im August 1944 einen schwierigen Posten angetreten. Wenige Monate nach der Landung der Alliierten in der Normandie sollte er als Wehrmachtsbefehlshaber von Groß-Paris auf Befehl von Adolf Hitler die Stadt bis zum letzten Mann verteidigen oder sie in Schutt und Asche dem Feind hinterlassen. Von Choltitz verweigerte den Befehl. Nur 16 Tage nach seinem Amtsantritt übergab er Paris nahezu unversehrt in die Hände der französischen Streitkräfte. Er gilt deshalb auch als „Retter von Paris“.

 

Während sein früherer Besitzer in Kriegsgefangenschaft genommen wurde, fiel der Horch 830 BL in die Hände der französischen Sieger. General Charles de Gaulle fuhr mit der begehrten Kriegsbeute bis etwa 1955 bei Paraden auf. Er nutzte ihn auch intensiv für seine Wahlkampftour zum Staatspräsidenten. In dieser Rolle setzte sich de Gaulle später für eine Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland ein. Es wird daher vermutet, dass er den Horch auch als symbolisches Zeichen der Verbundenheit mit Deutschland und aus Achtung vor dem deutschen General von Choltitz nutzte.

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