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Einer für alle

Am Wochenende steht das nächste DTM-Rennen auf dem Lausitzring auf dem Programm. Dass im Audi-Team dann alles perfekt passt, dafür sorgt unter anderem Volker Nossek: Der Projektleiter Organisation DTM hat alles im Blick. Ein Porträt.

 881 Kontakte hat Volker Nossek in seinem Handy: Es gibt kaum einen, der in der DTM-Szene so gut vernetzt ist wie der Projektleiter der Organisation DTM
881 Kontakte hat Volker Nossek in seinem Handy: Es gibt kaum einen, der in der DTM-Szene so gut vernetzt ist wie der Projektleiter der Organisation DTM
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Mehr als 100 Mitarbeiter sind für Audi an einem DTM-Wochenende im Einsatz. Und egal ob Rennfahrer, Motorsportchef oder Mechaniker: Es gibt kaum einen, der nicht irgendwann irgendetwas von Volker Nossek braucht – auch wenn es nur eine Telefonnummer oder ein guter Ratschlag ist. Der 51-Jährige bezeichnet sich selbst als „kleines Zahnrädchen in einem gigantischen Getriebe“, das ohne ihn bisweilen allerdings ganz schön knirschen würde.

„Es passieren einfach immer wieder Dinge, die man vorher nicht planen kann“, sagt er. „Mein Job ist es, die Feuer, die aufkeimen, gleich zu ersticken.“ Als „Projektleiter Organisation DTM“ bei Audi Sport in Ingolstadt ist Volker Nossek Mädchen für alles, Vermittler und manchmal auch Kindergärtner und Psychologe. Die Piloten vergleicht er gerne mit hochgezüchteten Rennpferden: Die einen sind robust, die anderen sensibel.

In der ganzen Mannschaft gibt es die verschiedensten Charaktere und Parteien, zwischen denen er oft vermitteln muss. „Die DTM ist Teamwork“, weiß Nossek. „Jeder Einzelne sucht für sich die 100-Prozent-Lösung – aber am Ende geht es immer um den besten Kompromiss.“ Gelernt zu improvisieren hat Nossek in der Rallye-Weltmeisterschaft. Zehn Jahre lang. In einer Zeit, als es noch keine Handys, Laptops oder GPS gab. Vielleicht zieht er auch deshalb noch heute das Notizbuch aus Papier dem elektronischen Organizer vor. „Ich bin wohl so etwas wie ein Motorsport-Dino, aber damit kann ich gut leben.“

Seit 2000 ist Nossek Teil der DTM-Szene, anfangs als Betreuer des Kundenteams Abt Sportsline, zu dem er auch heute noch der Verbindungsmann ist. In all den Jahren hat er für Audi Sport ein Netzwerk an Kontakten aufgebaut, das unbezahlbar ist. „Man muss die richtigen Leute an den richtigen Stellen kennen, das hilft gigantisch.“ Ob Rennveranstalter, Rennstreckenbetreiber, DMSB oder ITR: Nossek weiß, mit wem er in welchem Fall sprechen muss.

Hinter den Kulissen DTM

Auf dem Lausitzring kämpfen die Audi-Piloten wieder um den Sieg, hier Mattias Ekström mit seinem Audi RS 5 DTM

Er ist der Erste, der an einem DTM-Wochenende für Audi an der Rennstrecke ist. Er überwacht den Aufbau der Boxen, überprüft, dass die Trucks der Teams an den richtigen Plätzen stehen und koordiniert alle wichtigen Meetings an einem Rennwochenende. Er ist Ansprechpartner in Reglementsfragen, hält den Kontakt zur Rennleitung. Und droht nach einem Rennen eine Strafe oder gar eine Disqualifikation, ist Nossek bei den Sportkommissaren zur Stelle.

Auch Audi-intern ist er oft ein Vermittler zwischen den Welten. „Den Technikern und Mechanikern tut jede Minute weh, die ihnen für PR- oder Marketingtermine geklaut wird“, sagt er. „Aber das ist nun einmal einer der Gründe, warum wir überhaupt in der DTM sind. Auch hier versuche ich zu vermitteln, damit jeder das bekommt, was er braucht.“

Ein Nine-to-five-Job ist die DTM nicht, zur Ruhe kommt Nossek während einer DTM-Saison kaum. „Der erste Tag nach dem Rennen ist der erste Tag vor dem nächsten Rennen“, sagt er. „Am Montag durchschnaufen, nach Hause und Zeit für die Familie haben, das gibt es leider nicht. Am Montag müssen die Probleme vom Rennwochenende abgearbeitet werden. Oft gibt es bis zum nächsten Rennen nur wenig Zeit zu reagieren.“

Obwohl das Privatleben häufig zu kurz kommt, möchte er keinen anderen Job machen. „Matchbox und Autoquartett – schon als Kind hat sich bei mir alles um Autos gedreht“, sagt Nossek. „Ich genieße dieses Leben. Der Anteil von Benzin im Blut muss bei mir sehr hoch sein – und das auch noch mit einer hohen Oktanzahl …“

Wie die Mechaniker-Crew für einen perfekten Boxenstopp sorgt, dass können Sie in unserem Artikel „Das muss Liebe sein“ lesen.

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