Audi TT

Woher der Audi TT seinen Namen hat

Fahrbericht: Audi TT auf der Isle of Man

Für Blogger Jan Weizenecker ist sie eine der letzten Abenteuer dieser Welt: die Tourist Trophy auf der Isle of Man. Warum der Audi TT seinen Namen vom berüchtigten Motorradrennen hat und in welcher Kurve Jan froh war, im neuen TT und nicht auf einem Zweirad zu sitzen.

Audi TT fährt durch die Landschaft auf Isle of Man
Die Isle of Man liegt zwischen England und Irland und bietet den idealen Ort für das 20-jährige Jubiläum des Audi TT.

Sie kennen bestimmt die Isle of Man. Von dieser malerischen Insel in der irischen See hat beinahe jeder schon gehört, aber kaum einer weiß so richtig, wo sie liegt. Wie lässt sich dieses Phänomen erklären? Die Queen ist zwar auch hier der repräsentative Chef. Trotzdem gilt das kleine Eiland zwischen Irland und England als eine der letzten Steueroasen dieser Welt. Wie kann das sein? Die „Manx“ (so nennen sich die Inselbewohner) haben eine eigene Regierung und gehören weder zum Vereinigten Königreich noch zur Europäischen Union. Und so gibt man sich die Gesetze selbst. Gewerbesteuer zahlt man hier beispielsweise nicht. Was nicht passen will, wird hier passend gemacht.

Isle of Man: Geschwindigkeit kennt hier keine Grenzen

Für mich ist dieser Ort einer der wenigen Plätze auf der Welt, die keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Landstraßen kennen. Das lockt natürlich die PS-Junkies. So ist die Isle of Man die Heimat DER Tourist Trophy (TT), dem berühmt-berüchtigten Motorrad-Rennen, das seit 1907 jährlich auf der Insel stattfindet. Eine Fahr-Oase, die Jahr für Jahr etwa 40.000 Gäste anzieht. 20 Millionen Pfund lassen Fahrer, Teams und Zuschauer dabei auf der Insel. Doch warum ist die TT so bekannt, dass das Image einer ganzen Insel davon lebt?

Rennstrecke Isle of Man

Isle of Man – Fahr-Oase für PS-Junkies: Hier gelten keine Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Eines der letzten Abenteuer dieser Welt: die Tourist Trophy (TT)

Es gibt nicht mehr viele echte Abenteuer auf dieser Welt. Die Tourist Trophy auf der Isle of Man ist eines davon. Sie gilt als das älteste, bekannteste, gefährlichste und damit vielleicht auch umstrittenste Motorradrennen überhaupt.

Die Fahrer rasen durch 300 Kurven, millimeternah vorbei an Häusern und Steinmauern. Über gefährliche Kuppen, Brücken und entlang an Abgründen. Gut nur, dass die öffentlichen Straßen während des Rennens abgesperrt werden. Eine Runde ist 60 Kilometer lang. Sechs Runden werden mit einem Schnitt von 210 Stundenkilometern (!!!) bewältigt. Dabei erreichen die Fahrer auf geraden Abschnitten wie „Sulby Straight“ über 310 Stundenkilometer.

Wer bremst verliert. Und einer der nur ganz selten gebremst hat, ist der heute 42-jährige Richard „Milky“ Quayle. Einer von nur drei Einheimischen, die das Rennen bisher gewinnen konnten. Das war 2002.

Motorrad fährt Kurve auf der Rennstrecke
Die Tourist Trophy auf der Isle of Man ist eines der bekanntesten Motorradrennen, aber auch das Gefährlichste.

Legendärer Sieger der Tourist Trophy: Richard Milky Quayle

Auf der Insel kennt jeder sein bubihaftes Milchgesicht, dass einem auf Anhieb sympathisch ist. Milky ist wahrscheinlich der erfahrenste Fahrer auf diesem Kurs. Als Milky mal bei einer berüchtigten Stelle bei Ballacraine in der Mauer einschlug, hatte er mit seinem Bike ungefähr 250 Sachen drauf.

Ein Wunder, dass Milky noch lebt. Denn seit seinem 16. Lebensjahr will er jeden Cent in Benzin investiert, 10.000 Runden hier gedreht und dabei etwa 50 Stürze er- und überlebt haben. Die meisten hätten ihn das Leben kosten können.

Nach einem lag er sechs Monate im Koma. Bei einem Bier in einem dunklen, verrauchten Pub am Fuße des Mountain Course zeigt er mir voller Stolz seinen, von unzähligen Narben gezeichneten Körper. Mit noch mehr Leidenschaft erzählt er, dass sein vierzehnjähriger Sohn jetzt aufs Motorrad steigt. Da fragt man sich schon, ob dieser Typ nicht irgendwie irre ist.

Richard Milky Quayle: Das Rennen ist sein Leben

Unzurechnungsfähig? Braucht er einen Vormund? Nein, weder noch. Milkys Leben ist einfach dieses Rennen. Er ist ein echter Adrenalin-Junky, der kalkuliert, was er tut, das Risiko kennt und es annimmt. Er maximiert nicht die Tage seines Lebens, sondern das Leben in den Tagen, die er hat. Ein echter Lebemann also und auf seine Art ein Lebens-Motto, um das ich ihn beneide.

Milky und Jan im Gespräch
Trotz zahlreicher tödlicher Unfälle, die jedes Jahr auf der Rennstrecke passieren, ist die Isle of Man Milky's Happy-Place. Hier im Gespräch mit Blogger Jan Weizenecker.

Was das Rennen so gefährlich macht, will ich von ihm wissen. Seine Antwort: Kommt man nur zehn Zentimeter von der Ideallinie ab, so entscheiden sie nicht selten über Sieg, Niederlage oder eben Sein und nicht Sein. Seit Bestehen der Tourist Trophy haben hier 254 Fahrer ihr Leben gelassen. Beinahe jedes Jahr kommt es zu tödlichen Unfällen. Wer jetzt schockiert die Hände über dem Kopf zusammen schlägt, der sollte Alkohol, Zigaretten, die Nordschleife, den Haushalt oder Teile der A5 ebenfalls meiden. Für Milky ist das hier – trotz der ganzen Trauerfälle – sein Happy-Place. Und für Audi das Event, nach dem die Ingolstädter ein Modell benannt haben. Den TT – in Anlehnung an Ewald Kluges Sieg auf einer DKW.

Limitiertes Jubiläumsmodell „TT 20 Years“

Deshalb ließe sich kaum ein besserer Ort finden das 20-jährige Jubiläum und das Facelift der dritten Generation des TT Coupés und des Roadsters vorzustellen. Zum Geburtstag gibt es außerdem das auf 999 Fahrzeuge limitierte Jubiläumsmodell „TT 20 Years“. Mit seinem Mokassin Interieur ist es eine Hommage an den Ur-TT.

Optisch sind die Änderungen an allen TT-Modellen von zarter Natur. Der Singleframe ist etwas flacher, die vorderen und hinteren Schweller ausgeprägter, es gibt einen neuen Diffusor und die Farben Kosmosblau für alle TT sowie Pfeilgrau, Pulsorange und Turboblau für S line Sportpaket. Warum sollte man eine Ikone auch zu stark verändern? Never change a winning team.

Audi TT
Zum 20-jährigen Geburtstag des Audi TT gibt es das limitierte Jubiläumsmodell "TT 20 years".

Idealer Begleiter auch dank quattro

Der TT scheint der ideale Begleiter für eine schnelle Tour über einen kleinen abgesperrten Teilbereich der Isle of Man-Rennstrecke: die Mountain Road von Ramsey bis Creg Ny Baa. Dem quattro sei Dank beschleunigt die geliftete Rakete was das Zeug hält.

Wie es war, will Milky nach meinen ersten Kilometern auf der Rennstrecke von mir wissen? Genial! Obwohl die Strecke gemeingefährlich ist, könnte man den Linksverkehr für einen Moment lang vergessen. Kaum vorstellbar scheint mir hier der Ritt auf einer Kanonenkugel mit zwei Rädern. Mit mehr als 300 Sachen.

Ich leg mich in die nächste Kurve und spüre am Kurvenausgang bergaufwärts ein kleines Turboloch, das aber durch beherztes Hochschalten per Paddel am Lenkrad oder durch einen kräftigen Tritt aufs Gaspedal gefüllt werden kann. Eine Geschwindigkeitserfahrung, die höchstens von Supersportwagen oder eben Motorrädern übertrumpft werden kann.

Die Stärke des TT: Kurvendynamik

„Geradeaus“ können bekanntlich viele. Die Stärke des TT ist eindeutig seine Kurvendynamik. Extrem agil schneidet er durch unterschiedlichste Kehren, als wäre er ein frisch geschliffenes Messer. Der quattro-Antrieb leistet dazu einen ordentlichen Beitrag. Das neue Siebengang-Doppelkupplungsgetriebenes TT passt so gut zu den Motoren, dass wir uns stets im richtigen Gang wähnen.

An diesem Ort, an dem es kein Tempolimit auf den Straßen gibt, fühlt sich der TT zuhause. Sein Fahrwerk ist straff, aber nicht zu hart um über jede einzelne Bodenwelle der Insel berichten zu können. Durch das magnetic ride-Fahrwerk und der Progressivlenkung ist der TT auf Knopfdruck des Selected Drive-Schalters in der Kennlinie der Lenkung, der Federung, des Motorsounds oder der Gas-Annahme mal zurückhaltender Begleiter beim offenen Cruisen im Roadster und mal bissiger Sportwagen im Coupé.

Rennstrecke Isle of Man

Testfahrt auf der Rennstrecke: Eine Geschwindigkeitserfahrung, die höchstens von Supersportwagen oder Motorrädern übertrumpft werden kann.

Sein größter Vorteil im Vergleich zu Milkys Motorrad wird unmittelbar deutlich. Die vier Räder verlieren quasi nie alle gleichzeitig ihre Verbindung mit der Straße, was das Fahrerlebnis im TT zwar etwas unspektakulärer erscheinen lässt, als das auf dem Moped, trotzdem ist man selbst auf dem gefährlichen Mountain Course wesentlich sicherer unterwegs, denn auf zwei Rädern. Was mir persönlich sehr nahe kommt, denn schöne Kurven gibt es viele, nur will ich ungern, dass eine davon meine letzte ist.

So fühlt sich der TT Mythos an

Blitzer oder Radarkontrollen kennt man auf der Isle of Man nicht. Als die Manx einmal über eine Tempolimit abstimmen mussten, war das Ergebnis eindeutig: abgelehnt. Zu lukrativ ist die TT. Trotzdem kann man nicht leugnen, dass das hier einer der gefährlichsten und gleichzeitig aufregendsten Orte der Sportwelt ist. Mit jedem Atemzug saugt man den Mythos von Abschnitten wie Braddan Bridge, Greeba oder Glen Helen ein, wird noch etwas konzentrierter und greift das Lenkrad mit feuchten Händen noch etwas fester. Hier auf der Insel ist man so stolz auf den und die TT.

Isle of Man: Ideale Location für Audi TT Jubiläum

Wo sonst sollte Audi das 20-Jährige Jubiläum des Audi TT feiern, wenn nicht an dem Ort, nach dem sie das Modell benannt haben. Die Rennstrecke, auf der die jährliche Tourist Trophy stattfindet, bietet den Testfahrern des TT die Möglichkeit das Modell ohne Geschwindigkeitsbegrenzung auszufahren.

Der einheimische Richard Milky Quayle konnte 2002 den Sieg auf der Rennstrecke holen.

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Für den Audi TT Fahrtest wird eigens ein Teil der Rennstrecke der Tourist Trophy abgesperrt.

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Malerische Rennstrecke auf der Isle of Man – hier fühlt sich der Audi TT zuhause.

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Audi TT Roadster
Aus dem Audi MediaCenter

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