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Fahren wie die Meister

Was macht die Faszination DTM aus? Wie fühlt es sich an, als Fahrer eines über 450 PS starken Audi die Straßen zu erobern? Um dieser Frage nachzugehen, startete Johannes Hofsommer von der Audi Kommunikation einen abgefahrenen Selbstversuch.

 Johannes Hofsommer mit dem Audi RS 5 auf der Piazza des Audi Forums in Ingolstadt
Johannes Hofsommer mit dem Audi RS 5 auf der Piazza des Audi Forums in Ingolstadt
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Gezückte Handykameras, strahlende Augen, johlende Kinder und mittendrin ich. Doch halt: Die grenzenlose Aufmerksamkeit am Audi Forum in Ingolstadt gilt nicht mir. Vielmehr gebührt sie meinem Weggefährten, mit dem ich an diesem sonnigen Tag Europas Straßen erobern will.

Lässig präsentiert sich der 450 PS starke Audi RS 5 auf der Audi Piazza und ist mit seinem DTM-Design in den Farben des Abt Sportsline Teams der Blickfang schlechthin. Ganze Menschentrauben haben sich um den Boliden und mich versammelt. „So fühlen sich die Stars auf dem roten Teppich“, sinniere ich gedankenverloren vor mich hin.

Plötzlich zupft es an meiner Jacke „Darf ich mich einmal reinsetzen, bitte, bitte!“ Mein Blick fällt auf einen kleinen Jungen, dessen Handykamera den Audi RS 5 hinter mir nicht aus dem Fokus lässt. „Klar“, ist meine spontane Antwort, die ein breites Grinsen zur Folge hat. Der kleine Audi-Fan lässt sich von seinen Freunden fotografieren. Für ihn ein perfekter Tag. Und der soll es auch für mich werden. Meinen Platz hinter dem Steuer muss ich mir regelrecht erkämpfen, doch nachdem ich hinter dem Sportlenkrad Platz genommen habe und die Schalensitze sich an mich schmiegen, gibt es kein Halten mehr.

DTM-Reportage

Fangt mich, wenn ihr könnt: In Ingolstadt versuchen Jugendliche mit ihren Handys den RS 5 in Bild und Ton festzuhalten

Ich starte die Maschine. Die Menge um mich herum jubelt bei dem satten Sound des V8-Motors. „Jetzt aber nichts wie los, schließlich wartet Mattias Ekström auf mich in Österreich.“ Wie dem zweifachen DTM-Champion aus Schweden wird mir ein triumphaler Auszug zuteil. Die Schüler rennen dem RS 5 hinterher, filmen mit den Handys, wie ich das Werksgelände verlasse. „So muss es sich anfühlen ein Audi-Rennfahrer zu sein“, denke ich, als ich noch sehe, wie „unsere Fans“ im Rückspiegel immer kleiner werden. Nun bin ich allein mit dem RS 5. Die Straße ist trocken, die Sonne scheint, die Sonnenbrille sitzt. Träume werden wahr.

Als ich auf die Autobahn Richtung Süden einbiege, ist es mit der Ruhe allerdings vorbei. Zu auffallend ist mein Weggefährte, zu verlockend die Möglichkeit einen DTM-Boliden auf der Kamera zu verewigen. So werden wir zum Fotomotiv des Tages auf der A9, A8 und A99. „So oft wurde ich noch nie auf der Autobahn geblitzt“, lache ich still in mich hinein und merke kaum, wie die Zeit verfliegt.

Kurz vor der österreichischen Grenze müssen wir an die Tankstelle. Nicht wegen des Sprits, sondern vielmehr, weil selbst ein muskulöser Rennbolide wie der Audi RS 5 in der Alpenrepublik eine Vignette braucht. „Mensch, fahren Sie einen feschen Wagen!“, begrüßt mich der Tankwart an der Kasse. „Darf ich ein Foto machen?“ Fast schon routiniert lassen wir das Blitzlichtgewitter über uns ergehen. Neben dem Tankwart nutzen die Kunden der Tankstelle die Gelegenheit und knipsen mit drauf los. Doch los müssen wir auch.

DTM-Reportage

Am Ziel in Österreich nimmt Mattias Ekström (links) die Schlüssel „seines“ Audi RS 5 entgegen

Wieder auf der Autobahn, öffnet sich vor uns der Blick auf die Alpen. Nicht mehr lange und wir haben unser Ziel erreicht. Vorbei an Schluchten und Tälern muss ich mich voll konzentrieren. Das Tempolimit in Österreich liegt bei 130 Stundenkilometern. Da das „Muskelpaket“ unter mir aber in 4,6 Sekunden von null auf 100 sprintet und dann erst warmgelaufen ist, muss ich meinen rechten Fuß im Zaum halten. Doch dann passiert es: Kurz nachdem wir die Autobahn verlassen und ins Ötztal einbiegen, winken zwei charmante österreichische Polizistinnen. Ein Blick auf den Tacho. Durchatmen: genau am Limit. Das Winken der Damen des Gesetzes gilt nur dem Auto und nicht meinen Fahrkünsten.

Nach dieser Schrecksekunde geht es immer steiler die Berge hinauf. Eine Spitzkehre nach der anderen nimmt der allradbetriebene RS 5 mit der Leichtigkeit eines Freeclimbers. Die ersten Hotels kommen in Sicht. Après-Ski-Zeit in Hochgurgl. Passanten mit Wikingerhelmen und guter Stimmung bilden für uns auf den letzten Metern ein Spalier aus jubelnden Fans mit Handykameras. „Wie bei einer Zieleinfahrt“, schießt es mir durch den Kopf, während ich die „Audi, Audi, Audi“ – Rufe der Menschen rechts und links unbewusst noch wahrnehme. Anstatt 300 Stundenkilometer wie die Audi-Piloten auf einem Track, fahre ich die vorschriftsmäßigen 30 auf den letzten Metern und genieße den Ausklang dieser unvergesslichen Fahrt.

Angekommen am Ziel auf 2.500 Metern Höhe wartet schon Mattias Ekström. „Pünktlich auf die Minute“, lacht der Schwede verschmitzt, klopft mir auf die Schulter und sagt: „Gut gemacht“, als ich ihm die Schlüssel in die Hand drücke. Hier trennen sich nun die Wege des Muskelpakets mit den vier Ringen und mir. „Was für eine Wahnsinnsfahrt.“ Ich werfe einen Blick zurück und kann nicht anders: Ich hole mein Handy raus und drücke ab.

DTM-Reportage
DTM-Reportage
DTM-Reportage

 

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RS 5

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 10,5**;
CO2-Emission kombiniert in g/km: 246**

**Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz.

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