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Geschichten aus dem Audi Sport Camp

Audi hat an der Rennstrecke von Le Mans wie schon in den vergangenen Jahren ein eigenes Camping-Areal auf die Beine gestellt. Blog-Autor Timo Pape hat sich zwischen Zelten und Wohnmobilen nach spannenden Anekdoten umgehört.

 Frühstückszeit im Audi Sport Camp.
Frühstückszeit im Audi Sport Camp.
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Die Vier Ringe aus Ingolstadt sind in Le Mans allgegenwärtig. An der Rennstrecke sowieso. Doch auch noch zehn Fußminuten vom Fahrerlager entfernt wehen Audi Flaggen. Ich befinde mich im Audi Sport Camp, wo mehrere hundert Motorsportfans ihre Le-Mans-Tage verbringen. Etliche Zelte und Wohnmobile reihen sich aneinander, die meisten von ihnen sind momentan allerdings verlassen.

Es ist Vormittag, und viele Camper tummeln sich vor oder im großen Mitarbeiterzelt, in dem gerade das Frühstück ausgegeben wird. Es herrscht eine entspannte Grundstimmung. Nach dem heftigen Regen in der vergangenen Nacht hat sich die Luft abgekühlt. Viele Audianer klammern sich deshalb an ihren wärmenden Kaffee oder kommen in Bademäntel gehüllt vom Duschen. Die Audi Gemeinde erwacht und ich beginne meine Tour über den Campingplatz.

„In Le Mans war ich zum ersten Mal 1973. Da sah hier alles noch ganz anders aus, aber lustig ist es immer gewesen“, erzählt „Pommes“, den auf dem Campingplatz anscheinend wirklich jeder kennt. Der 64-Jährige begleitet Audi in Le Mans bereits seit der „ersten Stunde“, also seit dem 24-Stunden-Debüt im Jahr 1999.

Camper

Camper "Pommes" (links) ist allseits bekannt auf dem Campingplatz.

 

„Am Anfang waren hier im Audi Sport Camp noch ungefähr 250 Leute, mittlerweile sind es mehr als 600“, erklärt Pommes. „Deshalb hat Audi den Platz auch ausgebaut. Zum Beispiel gibt es ganz neue sanitäre Anlagen.“ Warum das Zeltlager so beliebt ist, kann sich Pommes zusammenreimen: „Du hast hier im Audi Sport Camp immer nur nette Leute um dich herum, ehrlich.“

Ich ziehe weiter und suche nach Conny, von dem mir schon einige Camper berichtet haben. Er ist ebenfalls ein Urgestein im Audi Sport Camp und reist fast jedes Jahr aus Österreich an. Seine Le-Mans-Premiere erlebte er 1984. „Seitdem schaffe ich es zwar nicht jedes Jahr her, trotzdem bringe ich es mittlerweile auf 25 oder 26 Rennen. In all den Jahren habe ich hier so viele Leute kennengelernt, da ist man nie allein. Le Mans – das ist einfach mein Autorennen.“

Connys kurioseste Le-Mans-Geschichte klingt wie eine Komödie: „Vor etlichen Jahren kam ich mal mit einem Kleinbus her, kannte mich aber noch nicht so gut aus wie heute. Wir sind nachts angekommen und haben einen Eingang zum Camping gesucht. Schließlich waren wir aber müde und haben uns einfach irgendwo hingestellt“, erinnert sich der 59-Jährige. „Am nächsten Morgen, als es hell wurde, haben wir uns erstmals umgeschaut. Wir standen mitten im Fahrerlager. Wir sind das ganze Wochenende dort stehen geblieben.“

Geschichten wie diese höre ich im Audi Sport Camp viele. Ich spüre jede Menge Leidenschaft für den Rennsport und auch einen gewissen Stolz unter den Audi Fans, die zum Teil schon so lange dabei sind. Daten und Fakten rund um Le Mans kommen wie aus der Pistole geschossen, ebenso die Namen der Zeltnachbarn. Man kennt und schätzt sich. Obwohl die Charaktere, die ich treffe, unterschiedlicher nicht sein könnten.

Audi Sport Camp

Während des Vormittags sind die meisten Gäste am großen Zelt versammelt.

 

Für ein Zeltlager geht es erstaunlich gesittet zu. „Die normalen Campingplätze sind schon ein wenig härter, da geben die Briten ordentlich Gas“, berichtet Manni, der mit seinen Freunden zum zweiten Mal in Folge im Audi Sport Camp gastiert. „Die kommen nachts gern auch mal auf die Idee, ihre Motoren anzulassen und Burnouts zu machen.“ Besonders die Kommunikation mit den internationalen Rennfans sorge regelmäßig für Lacher. Doch je später die Nacht, desto besser könne man sich verständigen – auch ohne Fremdsprachenkenntnisse, grinst Gerhard.

Was die internationalen Beziehungen angeht, so hat auch Egon Positives zu berichten. Denn nachdem er mit seinen Freunden auf dem letzten Tropfen Benzin gerade noch rechtzeitig die Tankstelle in Le Mans erreicht hatte, half ein freundlicher Franzose wegen technischer Schwierigkeiten mit seiner Kreditkarte aus.

Geschichten über Geschichten, doch der einsetzende Regen zwingt mich allmählich zurück an die Rennstrecke, wo mich ein Dach über dem Kopf erwartet. Meine Camping-Bekanntschaften der vergangenen Stunden lassen sich vom Wetter jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Ganz im Gegenteil, die Audi Fans sitzen gut gelaunt in ihren Campingstühlen und genießen einmal mehr den Mythos Le Mans.

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