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Wenn 2016 im mexikanischen San José Chiapa das neue Audi-Werk ans Netz geht, werden Bildungskoordinatoren für die perfekte Ausbildung der neuen Mitarbeiter sorgen. Schon jetzt bereiten sie sich in Ingolstadt auf ihren Einsatz vor.

 Seite an Seite: Sechs Monate arbeiten Günther Kreiner und Daniel Villarreal Suarez gemeinsam im Bildungswesen.
Seite an Seite: Sechs Monate arbeiten Günther Kreiner und Daniel Villarreal Suarez gemeinsam im Bildungswesen.
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Daniel José Villarreal-Suarez schaut ganz genau hin als ihm Günther Kreiner die einzelnen Qualifizierungswege für Mitarbeiter im Karosseriebau zeigt. Danach setzt er sich zurück an seinen Schreibtisch und beginnt die Qualifizierungsmaßnahmen zeitlich einzuplanen. Kreiner nickt zustimmend und klopft ihm auf die Schulter.

Für das Projekt Mexiko durchlaufen Daniel und weitere vier Kollegen in Ingolstadt ihre sechsmonatige Ausbildung zum Bildungskoordinator. Während dieser Zeit arbeiten sie Seite an Seite mit erfahrenen Kollegen. Dank diesem Patenmodell werden die angehenden Koordinatoren bestens auf ihre Aufgabe in Mexiko vorbereitet.

Noch drehen sich im 9.500 Kilometer entfernten San José Chiapa die Baukräne, doch bereits 2016 geht hier ein neues Werk der Marke mit den Vier Ringen ans Netz, inklusive eigenem Trainingscenter. „Ein neues Werk aufzubauen bedeutet auch, dass wir alle neuen Mitarbeiter nach den Standards von Audi qualifizieren. Die hohe Qualität unserer Fahrzeuge können wir nur mit top ausgebildetem Personal garantieren“, erklärt Frank Henke, Leiter Kompetenzanalysen und Qualifizierungsprojekte im Audi Bildungswesen in Ingolstadt.

Standort San José Chiapa

Erste Fundamente, Stahlträger und Betonwände für die neuen Gebäude stehen bereits

Und genau dafür werden Daniel und seine vier Kollegen sorgen: Nach erfolgreich abgeschlossener Qualifizierung in Ingolstadt werden sie nach Mexiko zurückkehren, um vor Ort die Qualifizierungswege für Mitarbeiter aus den verschiedensten Produktionsbereichen umzusetzen. „2011 haben wir ein ähnliches Programm für das Projekt Györ in Ungarn entwickelt. Daraus konnten wir eine Menge für das Projekt Mexiko nutzen“, so Henke.

Daniel, 27 Jahre alt, stammt aus Saltillo im Nordosten Mexikos. Als Elektroingenieur hatte er bereits einige Stationen bei großen Zulieferern der Automobilindustrie hinter sich, als er sich für die Marke mit den Vier Ringen entschieden hat. „Für mich war klar, dass ich eines Tages vom Zulieferer zum Hersteller wechseln möchte. Und mit Audi ist mir da ein echter Glücksgriff gelungen“, sagt er. Seit rund einem Jahr ist er jetzt Teil der ständig wachsenden internationalen Audi-Familie.

Nach Vorstellungsgespräch und Assessment Center in Mexiko ging es dort zuerst zum Deutschkurs. Sechs Stunden am Tag, in kleinen Gruppen. „Da wurde ich schon auf meinen Einsatz in Ingolstadt und auf die deutsche Kultur vorbereitet“, erinnert er sich. Im Februar war es dann soweit: Für den weiteren Teil seiner Qualifizierung zum Bildungskoordinator ging es zum Stammsitz nach Ingolstadt. „Am Anfang war es doch ein kleiner Kulturschock. Es gibt in Deutschland mehr Regeln als bei uns in Mexiko. Aber das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum hier alles funktioniert“, fasst er zusammen und muss schmunzeln.

Auslandsentsendungen

In Mexiko entsteht das neue Audi-Werk

Für Daniel beginnt der Arbeitstag im Bildungswesen um sieben Uhr. Als angehender Bildungskoordinator für den Bereich Karosseriebau muss er sich nicht nur mit den neuesten Technologien in den Fertigungsanlagen auskennen, sondern auch über alle Qualifizierungsmaßnahmen für angehende Mitarbeiter Bescheid wissen. Und davon gibt es jede Menge. Allein in seinem Bereich existieren rund 500 verschiedene Maßnahmen, um die Mitarbeiter auf dem neuesten Stand zu halten. Dank des intensiven Austauschs arbeitet er mittlerweile fast selbständig. „Ich freue mich, dass ich mein Wissen weitergeben kann“, sagt Kreiner. Dabei beschränken sich Lernender und Pate jedoch nicht nur auf Fachwissen rund um den Karosseriebau. „Dank Günther weiß ich mittlerweile, wie eine ordentliche Schweinshaxe gemacht wird“, sagt Daniel und lacht.

Anfang Juli geht es für ihn zurück nach Mexiko. Gemeinsam mit Kollegen aus Ingolstadt wird er sich dann vor Ort um die Qualifizierungsplanung der mexikanischen Mitarbeiter im neuen Trainingscenter kümmern und so zu einem guten Start des neuen Werks beitragen.

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