Plagiaten auf der Spur V: Old School trifft New School

Herausforderung Digitalisierung: Online-Handel und Software-Plagiate

Die Digitalisierung bedeutet einen Umbruch für die gesamte Automobilbranche. Das haben auch Fälscherbetriebe begriffen. Sie spezialisieren sich zunehmend auf Software und Datensätze und vertreiben diese unter dem Namen der vier Ringe. Wie der Audi Markenschutz dagegen vorgeht und sich für das digitale Zeitalter rüstet, zeigt der letzte Teil der Blogreihe „Plagiaten auf der Spur“.

Serhyi Jewtymowycz und Theresa Bartoszek kämpfen mit dem Audi Brand Protection Team gegen gefälschte Autoteile.

„Für mich ist es jedes Mal ein Erfolg, wenn wir einen Markenverletzer ausfindig machen und juristisch belangen können“, sagt Serhyi Jewtymowycz, Fachreferent für den Marken- und Produktschutz bei Audi.
Das haben Serhyi und das Audi Brand Protection Team oft bewiesen: Er war in den vergangenen zehn Jahren bei mehr als 300 Razzien in China und etwa 50 Razzien in Europa persönlich vor Ort.
Theresa Bartoszek, Syndikusrechtsanwältin im Team, bearbeitete in den vergangenen zwei Jahren knapp 200 Plagiatsfälle in Zivil- und Strafverfahren.

Online-Handel vereinfacht Plagiate-Handel

Und die Anzahl der Plagiatskäufe nimmt zu. Das hängt mit dem Online-Handel zusammen, denn die Hürde bei Internetkäufen ist für den Verbraucher deutlich niedriger als beim Kauf im Einzelhandel. „Für den Verbraucher ist es einfach, bequem, günstig und er fühlt sich anonym“, versucht Serhyi, das digitale Kundenverhalten zu analysieren, „dabei vergisst er oft die Gefahren, die Plagiate mit sich bringen“. So können die Zollbehörden auch bei Privatkäufen über das Internet Einzelsendungen mit verdächtigen Teilen zurückhalten und den Audi Markenschutz informieren. Bestätigt sich der Verdacht einer Fälschung, werden die Produkte beschlagnahmt und vernichtet.

Seit 2008 führte der Audi Markenschutz 1.250 Razzien mit einem Gesamtbeschlagnahmevolumen von 320 Mio. € (auf Basis UPE Deutschland) durch.

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Der Zoll stellte seit 2010 bei 1.000 Grenzbeschlagnahmeverfahren einen Gesamtwert von 7 Mio. € (auf Basis UPE Deutschland) sicher.

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Dank der Arbeit des Audi Brand Protection Teams kam es seit 2010 zu 350 Zivil- und Strafverfahren in Europa.

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Fälscher reagieren auf Zukunftstrends

Das Audi Brand Protection Team steht seit mehreren Jahren vor großen Herausforderungen: Die Automobilbranche verändert sich. Die Schlagworte für die Mobilität der Zukunft lauten: Digitalisierung, Elektromobilität, autonomes Fahren oder künstliche Intelligenz. Das ist auch an den Fälschern nicht vorübergegangen. Sie fälschen nicht mehr nur „physische“ Autoteile, sondern auch Software und Datensätze. „Diese Daten sind für uns schwer zu greifen. Die Digitalisierung erfordert eine ganz andere Art der Arbeit und weitere Spezialisten im Team“, erklärt Serhyi.

Audi Brand Protection Team bereit für Digitalisierung

Theresa bildet sich dafür stetig weiter, um neue Werkzeuge zu finden, mit denen man den Fälschern das Handwerk legen kann. „Wir müssen ihnen immer einen Schritt voraus sein“, erklärt Theresa die Strategie für die Zukunft. Das bedeutet nicht, dass gefälschte Autoteile wie Ölfilter und Bremsscheiben weniger werden. Vielmehr kommen noch weitere Arbeitsfelder hinzu, z. B. der Handel mit gefälschter Software.

Das Audi Brand Protection Team nimmt diese Herausforderung selbstbewusst an. „Da trifft Old School auf New School: Ich bin der Älteste im Team und bringe jahrelange Erfahrung mit. Unterstützt werde ich von jüngeren Kollegen, die viel Expertise in der digitalen Welt mitbringen“, sagt Audi-Markenschützer Serhyi.

Fälscherbetriebe erhalten durch die Digitalisierung immer neue Möglichkeiten, Plagiate zu vertreiben. Theresa Bartoszek bildet sich ständig weiter, um den Fälschern mit neuen Methoden voraus zu sein.

Großer Erfolg: Beschlagnahmungen von gefälschter Navigationssoftware

Dass das Team der Audi Brand Protection für die Zukunftsprobleme gerüstet ist, beweist ein aktueller Fall mit gefälschter Navigationssoftware. Eine polizeibekannte Verbrecherbande aus Deutschland hat diese im Internet angeboten. „Uns sind die Plagiate beim Internetmonitoring aufgefallen und wir konnten die entscheidenden Beweise für die Polizei liefern“, erzählt Theresa. Bei den folgenden Hausdurchsuchungen beschlagnahmten die Behörden hunderttausende von Datenträgern mit Navigations-Software, aber auch Waffen und Betäubungsmittel. „An dem Fall sieht man, dass Deutschland für die Händler ein wichtiger Markt ist“, erklärt Theresa. Das Ziel wird daher auch für die nächsten Jahre lauten: Audi-Fälschungen vom Markt zu nehmen und so den Verbraucher und Audi-Kunden schützen.

Neben den Hauptproduktionsstätten von Fälschungen in China, deckt das Audi Brand Protection Team auch Märkte in Europa, Australien und Amerika ab.

Der Digitalisierung gewachsen

Durch die Digitalisierung verändert sich die Automobilbranche. Das Audi Brand Protection Team bildet sich stetig weiter und setzt dabei neben der Erfahrung von langjährigen Kollegen auf die digitale Expertise von jüngeren Mitarbeitern.

Serhyi Jewtymowycz ist Fachreferent für den Marken- und Produktschutz bei Audi. Als Ältester im Team bringt er wertvolle Erfahrung mit. In 99 Prozent der Fälle erkennt er ein Plagiat anhand von Fotos.

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Unter dem #buyreal schafft das IPO (Intellectual Property Office) mehr Aufmerksamkeit für die Gefahren von gefälschten Autoteilen. Die britische Behörde arbeitet eng mit dem Audi Markenschutz zusammen.

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Bisher lag der Fokus von Plagiaten auf physischen Autoteilen, die überwiegend in der Fälscherhauptstadt Wenzhou in China produziert werden. Durch die Digitalisierung werden nun auch vermehrt Softwares und Datensätze gefälscht.

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