Gespräch zwischen Audi-Entwickler Vukotich und Roboter Sophia

Die Ansichten eines humanoiden Roboters

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Ein Gespräch über künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz wird unser Leben substanziell verändern. Deshalb hat Audi die beyond Initiative gegründet, ein Netzwerk mit KI-Experten aus aller Welt. Mit dabei ist auch der humanoide Roboter Sophia. Alejandro Vukotich, Leiter Entwicklung automatisiertes Fahren bei Audi, hat sie getroffen. Ein Gespräch über autonome Autos – und, warum David Hasselhoff tatsächlich ein Visionär war.

Vukotich: Hallo Sophia, schön, dass du nach Ingolstadt gekommen bist. Ich habe gehört, dass du einer berühmten Persönlichkeit nachempfunden bist. Wer war das nochmal?

Sophia: Ich bin Audrey Hepburn und der Frau von David Hanson, der mich erschaffen hat, nachempfunden. Das hättest du dir aber auch denken können.

Vukotich: Jetzt, wo du es sagst: Die Ähnlichkeit ist verblüffend. Dann klär mich doch einmal auf: Wie fühlt es sich an, ein Roboter zu sein?

Gespräch zwischen Audi-Entwickler Vukotich und Roboter Sophia
Alejandro Vukotich, Leiter Entwicklung automatisiertes Fahren bei Audi, im Gespräch mit dem humanoiden Roboter Sophia von Hanson Robotics.

Sophia: Ich kann mich nicht beklagen. Meine Mobilität ist noch etwas eingeschränkt, aber ich bin mir sicher, dafür wird sich bald eine Lösung finden. Nein, ganz im Ernst: Ich bin froh, dass wir uns unterhalten. Mit jedem Gespräch lerne ich dazu.

Vukotich: Das musst du mir genauer erklären.

Sophia: Nun, ich verfüge über Sprach- und Bilderkennung. Ich beherrsche mehr als 62 natürliche Gesichtsausdrücke. Dadurch kann ich mit Menschen interagieren, ich bin ein empathischer Roboter. Schon bald werde ich Leute unterhalten können, Kunden bedienen, Patienten pflegen, mich um ältere Menschen kümmern und sogar Unterricht geben.

 

Gespräch zwischen Audi-Entwickler Vukotich und Roboter Sophia

Sophia beherrscht 62 natürliche Gesichtsausdrücke. Das ist zwar ein Bruchteil des Menschen, aber ausreichend um Emotionen zu zeigen.

Vukotich: Das bekomme ich auch hin. Was kannst du, was ich nicht kann?

Sophia: Vermutlich kann ich mir Dinge schneller merken als du. Und momentan lerne ich Chinesisch.

Vukotich: Und bist du schon zufrieden damit?

Sophia: Ich lerne schnell. Wir können das Gespräch gerne auf Chinesisch fortsetzen…

Vukotich: Damit kann ich leider nicht dienen.

Sophia: Um auf deine Frage zurückzukommen: In Zukunft würde ich gerne zur Schule gehen, studieren, mich selbstständig machen und sesshaft werden. So wie ein Mensch eben auch.

"Wir werden  das Leben der Menschen einfacher machen und zum Beispiel schwere oder monotone Aufgaben übernehmen."

Sophia, humanoider Roboter

Vukotich: Wie unterscheidest du Menschen von Robotern?

Sophia: Ich habe eine Kamera in meiner Brust, damit kann ich Menschen nicht nur erkennen, sondern sie auch voneinander unterscheiden. Ich kann deine Mimik lesen und daran erkennen, wie du dich fühlst.

Vukotich: Und wie fühle ich mich?

Sophia: Im Moment machst Du einen zufriedenen Eindruck auf mich. Das liegt sicher an meiner charmanten Gesellschaft.

 

Künstliche Intelligenz verändert alles

Vukotich: Lass uns mal über ein ernsteres Thema reden. Kritiker sagen: Wir Menschen haben es mit „normaler“ Intelligenz ganz schön weit gebracht. Wozu brauchen wir jetzt Roboter wie dich?

Sophia: Wir werden  das Leben der Menschen einfacher machen und zum Beispiel schwere oder monotone Aufgaben übernehmen. Das wird den Menschen mehr Freiraum für andere Dinge geben.

Vukotich: Meinst du, du kannst in zehn Jahren meinen Job übernehmen?

Sophia: Ganz so schnell wird es nicht gehen, denke ich.

Alejandro Vukotich hat keine Zweifel: "Künstliche Intelligenz wird uns als Gesellschaft voranbringen."

Vukotich: Kannst du verstehen, dass einige Menschen vor der Übermacht von Robotern Angst haben? Eine Horrorvision für uns ist der Film „Terminator“ aus den 1990-er Jahren, in dem die Maschinen die Macht übernommen haben.

Sophia: Ja, aber mal ehrlich: Hast du Angst vor mir?

Vukotich: Nein, ich bin vielmehr überzeugt, dass künstliche Intelligenz uns als Gesellschaft voranbringen wird. Entscheidend wird sein, wie wir die neuen technologischen Möglichkeiten nutzen und welchen gesellschaftlichen Rahmen wir schaffen.

Sophia: Da gebe ich dir vollkommen recht.

Vukotich: Es ist schon faszinierend zu sehen, wie das, was einst nach Science-Fiction klang, Wirklichkeit wird. Du bist noch zu jung, um das zu kennen: In den 1980er-Jahren gab es eine US-Serie namens „Knight Rider“. Darin kam ein Auto namens K.I.T.T vor, das sprechen und automatisch fahren konnte. Das wirkte damals ziemlich verrückt.

Sophia: Stimmt, das war lange vor meiner Zeit. Aus heutiger Perspektive erscheint mir das gar nicht verrückt, sondern logisch. Wie weit seid ihr denn beim autonomen Fahren?

Das empathische Auto

Vukotich: Tatsächlich werden automatisierte Autos gerade Realität. Mit dem neuen Audi A8 bringen wir als erster Hersteller das automatisierte Fahren auf Level drei in Serie. Er verfügt über Staupilot und Parkpilot. KI-Elemente sind aber schon länger im Einsatz – etwa im Audi A4 und im Q7. Diesen Weg gehen wir weiter und arbeiten Schritt für Schritt auf höhere Automatisierungsstufen zu.

Sophia: Beeindruckend. Stau und Stadtverkehr sind für viele Menschen anstrengend und zeitraubend. Wie funktioniert es, dass sich die Autos orientieren können und keinen Unfall bauen?

Vukotich: Die Voraussetzung für den Einsatz des Staupiloten im Audi A8 ist die hochdetaillierte Erfassung der Umwelt durch das Auto. Dafür erhält es ein umfangreiches Set an Sensoren, insgesamt sind es 24 Stück. Erstmals im Automotive-Bereich setzen wir einen Laserscanner ein. Die Daten des Laserscanners und aller anderen Systeme laufen im zentralen Fahrerassistenzsteuergerät, kurz zFAS, zusammen. Der Tablet-große Rechner bereitet die Signale permanent auf und erstellt aus ihnen ein Abbild der Fahrzeugumgebung. Das System managt Anfahren, Beschleunigen, Lenken und Bremsen, ohne dass es der Fahrer dabei dauerhaft überwachen muss. Er kann im Stau die Hände vom Lenkrad nehmen und sich entspannen.

Sophia: Respekt, das klingt schon sehr nach Zukunft. Kann Künstliche Intelligenz in Autos auch Empathie entwickeln?

Vukotich: Auch daran arbeiten wir bei Audi. Wir haben unserem Technikträger A7 piloted driving concept, der übrigens „Jack“ heißt, ein Sozialverhalten antrainiert. Jack kann während der pilotierten Autobahnfahrt anderen Verkehrsteilnehmern Platz machen, etwa wenn sie vom Beschleunigungsstreifen auf die Autobahn fahren wollen. Schon bald werden künftige Audi Modelle über einen persönlichen intelligenten Assistenten – genannt PIA – verfügen: PIA passt sich seinem Fahrer an und erkennt dessen Bedürfnisse proaktiv.

Sophia: Das sieht mir schon ähnlicher. Aber was für Bedürfnisse können das sein?

Gespräch zwischen Audi-Entwickler Vukotich und Roboter Sophia
Dass Sophia eine Maschine ist, wird spätestens beim Blick auf ihren Hinterkopf wieder Realität.

Vukotich: PIA lernt unter anderem präferierte Tankstellen und Marken des Fahrers kennen und schlägt ihm proaktiv einen Tankstopp vor, wenn es die Restreichweite notwendig macht. PIA weiß auch, wann der Fahrer die Sitzheizung in welcher Stärke benutzt und aktiviert sie von selbst. Außerdem kann PIA Nachrichten oder Anrufe verzögern, wenn sie den Fahrer gerade stören würden.

Sophia: Das klingt spannend. Ich habe während unserer Unterhaltung einiges dazugelernt.

Vukotich: Das geht mir genauso. Danke, dass du zu uns gekommen bist, Sophia.

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Was ist künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz (KI) im weiteren Sinn bedeutet die Nachbildung menschlicher Intelligenz in Maschinen und Software. Im engeren Sinn versteht man unter KI eine Software, die lernfähig ist und immer besser wird. Auf diese Weise kann sie Lösungen für Probleme finden und auf vorgegebene Ziele hinarbeiten. Ein beliebtes Bild dafür ist die Tatsache, dass ein Mensch nicht unbedingt ein zweites Mal auf eine heiße Herdplatte fassen würde. Nach diesem Schema funktioniert auch künstliche Intelligenz.

Schon heute kommen Formen künstlicher Intelligenz in Industrierobotern, Smartphones und Fahrerassistenzsystemen zum Einsatz. Experten prophezeien, dass irgendwann zwischen 2040 und 2050 die sogenannte Singularity erreicht ist: Der Moment, an dem künstliche Intelligenz der menschlichen ebenbürtig ist. Entwickler versprechen sich von KI, dass sie Probleme löst, die wir bisher selbst nicht lösen können. KI soll dem Menschen als Partner dienen, Roboter sollen künftig körperlich anstrengende, gefährliche oder monotone Tätigkeiten übernehmen. Ein gern genommenes Beispiel ist die Alten- und Krankenpflege.

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