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Im Zeichen der Vier Ringe

Die Geschichte von Audi geht bis in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts zurück. Vieles, beinahe alles hat sich seither verändert. Blogautorin Stephanie Huber hat sich bei den Historikern der Audi Tradition nach den Wurzeln der Marke Audi erkundigt. Ein Rückblick auf turbulente Zeiten.

 Der
Der "Alpensieger" Audi Typ C aus den 1930er Jahren.
Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Keine Angaben

 

Audi ist ein Unternehmen mit langer Tradition und trägt diese bis heute in ihrem Logo: den vier Ringen. Doch wofür stehen die ineinander verschlungenen silbernen Ringe? Sie symbolisieren die einstigen vier Unternehmen der Auto Union: DKW, Wanderer, Audi und Horch. Nach einigen erfolgreichen Jahren, gerieten die einst eigenständigen Firmen mit der Weltwirtschaftskrise 1929 ins Wanken.

Auto Union wird zweitgrößter Autohersteller in Deutschland

Die Kunden blieben aus, der Absatz sank dramatisch. Der Rettungsplan kam schließlich von der Sächsischen Staatsbank: Die vier in Sachsen ansässigen Unternehmen wurden im Jahr 1932 zusammengeführt und gehörten fortan zur Auto Union. Firmensitz wurde erst Zschopau, dann Chemnitz. 90 Prozent der Aktien gehörten der Sächsischen Staatsbank, also dem Staat Sachsen.

Die vier Marken im Konzern sprachen jeweils eine andere Zielgruppe an und ergänzten sich damit strategisch perfekt: Wanderer produzierte Autos für die Mittelklasse, Audi für die gehobene Mittelklasse und Horch bediente das Luxussegment. DKW war mit seinen Kleinwagen und Motorrädern der Volumenbringer. Gemeinsam erholten sich die vier Marken und wurde zum zweitgrößten Automobilhersteller in Deutschland.

Die Geschichte der Auto Union endete schließlich zeitgleich mit dem zweiten Weltkrieg. Während das Problem der Automobilunternehmen im Westen vor allem die Zerstörung der Werke war, stand die Auto Union vor einer Herausforderung einer ganz anderen Art: Die Sowjets demontierten die Werke und löschten die Auto Union aus dem Handelsregister. Später wurde in den Hallen am Standort Zwickau der Trabant gebaut.

Doch die Führungsriege der Auto Union wollte den einst erfolgreichen Konzern nicht aufgeben. Sie flüchtete in den Westen und gründete dort das Unternehmen neu. Sie wählten Ingolstadt als Firmensitz, denn dort befand sich zur damaligen Zeit ein riesiges Ersatzteillager – gute Voraussetzungen für einen Automobilhersteller, dem es an allem mangelte. Auch die gute Autobahnanbindung der Kleinstadt Ingolstadt spielte eine Rolle.

Das erste Auto nach der Neugründung: der DKW Schnelllaster

1949 stellte das Unternehmen dann ihr erstes Auto nach der Neugründung vor: den DKW F89 L Schnelllaster. Das günstige Transportfahrzeug mit Zweitaktmotor und die DKW Motorräder besiegelte den erfolgreichen Neuanfang der Auto Union. Gebaut wurden in den kommenden Jahren ausschließlich DKW – Horch, Audi und Wanderer gehörten der Vergangenheit an.

Große Veränderungen ergaben sich für die Auto Union schließlich 1964: Volkswagen übernahm den Konzern und fünf Jahre später auch den in Neckarsulm ansässigen Autobauer NSU. Der neue Konzern firmierte fortan unter dem Namen Audi NSU Auto Union AG. 1965 entschied sich das Unternehmen für einen Richtungswechsel: Der erste Viertakter sollte auf den Markt und die immer unbeliebter werdenden Zweitakter nach und nach ersetzen. Um die Viertakter klar abzuheben, suchten die Unternehmenslenker nach einem neuen Namen und erinnerten sich  einen der vier Ringe: Audi. 20 Jahre später war die Marke Audi so stark, dass das gesamte Unternehmen fortan unter ihrem Name firmieren sollte: Die AUDI AG war geboren.

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