Auf ein Date mit David Bowie

Welche Innovationen in der Audi Denkwerkstatt entstehen

Agilität, Flexibilität und Kreativität haben einen Namen: Audi Denkwerkstatt. Das Innovation-Lab bringt in Berlin zusammen, was zusammengehört: Audi Innovationskünstler und Zukunftsdenker. Gemeinsam entwickeln und implementieren sie digitale Geschäftsmodelle für die Premiummobilität von Morgen. Warum am Anfang ein Post-it war, hat Audi Blog-Autorin Stefanie Lackner vor Ort erfahren.


Audi Mitarbeiter im Innovation-Lab Berlin
Im Innovation-Lab arbeiten die Teams an digitalen Geschäftsmodellen, welche die Premiummobilität von Morgen darstellen. So auch das Projekt "Rideguide".

Heute ist David Bowie mein persönlicher Assistent. Er navigiert mich durch Berlin, zeigt mir seine Lieblingsbar und kreative Ecken, die ihn zu musikalischen Höchstleistungen inspiriert haben. Gemeinsam cruisen wir auf dem elektrischen eKickboard die East Side Gallery im Takt zu Starman entlang und fühlen uns wie Heroes für einen Tag. Die wahren Helden sind aber eigentlich ganz andere, nämlich Stephan Beutler, Tim Pensel und Maximilian Oberacher von Audi. Mit ihrem Projekt „Rideguide“ bringen sie David Bowie und mich zusammen. Für einen Tag, über eine App, die sie gerade entwickeln. David Bowie ist darin ein Charakter, den ich auswählen kann. An dieser Idee tüftelt das Trio in der Audi Denkwerkstatt seit Januar dieses Jahres. Sechs Monate haben sie Zeit, daraus einen validen Business Case zu erstellen. Eine Aufgabe, die Stephan, Tim und Maximilian mit Hochdruck, viel Herzblut und Engagement vorantreiben. Denn sie wissen: viel Zeit bleibt ihnen nicht mehr.

Die Heimat der Audi Denkwerkstatt: Berlin statt Silicon Valley

Die Audi Denkwerkstatt befindet sich außerhalb der Audi Kernorganisation im Herzen Berlins, im Co-working-Space der Berliner Factory, in der Nähe des Görlitzer Parks. Hier schlägt auf 14.000 Quadratmetern und fünf Stockwerken das Herz der Startup-Szene. Inspiration und Café-Duft liegen in der Luft. Hochkonzentriert arbeiten hier in stilvoll eingerichteten und lichtdurchfluteten Räumen des Backsteinhauses Startups und Unternehmer an ihren Ideen und Geschäftsmodellen der Zukunft. Darunter das Team der Audi Denkwerkstatt.

Das Team während des Entwicklungsprozesses im Innovation-Lab.

Stephan Beutler, Maximilian Oberacher und Tim Pensel arbeiten seit Januar gemeinsam am Projekt "Rideguide" und werden von Malte Schönfeld aus dem Denkwerkstatt-Kernteam unterstützt.

Audi Denkwerkstatt = (Ort + Team + Aufgabe + Methode) x Netzwerk (intern + extern)

So lautet das Rezept für den Erfolg der Audi Denkwerkstatt – und wie bei einer Formel üblich, sind alle Variablen veränderbar und damit auch das Ergebnis immer etwas anders. Maßgeblich daran beteiligt ist das sechsköpfige Kernteam, das seit der Gründung im Jahr 2016 an Board ist, und ihr Chef Matthias Brendel. „Gemeinsam möchten wir einen Beitrag leisten, die Zukunftsfähigkeit von Audi als Mobilitätsanbieter zu sichern“, erklärt Brendel die Vision der Audi Denkwerkstatt. „Dazu schaffen wir aus eigenen Ideen Geschäftsmodelle für Premiummobilität und setzen diese um. So unterstützen wir Audi mit unseren Projekten auf dem Weg zur Digital Car Company.“ 

"Gemeinsam möchten wir einen Beitrag leisten, die Zukunftsfähigkeit von Audi als Mobilitätsanbieter zu sichern. Dazu schaffen wir aus eigenen Ideen Geschäftsmodelle für Premiummobilität und setzen diese um. So unterstützen wir Audi mit unseren Projekten auf dem Weg zur Digital Car Company."

Matthias Brendel, Chef der Audi Denkwerkstatt

Unterstützung erhält das Kernteam dabei von 15 Audi-Mitarbeitern, die nach dem Rotationsprinzip für sechs Monate in das Ökosystem Berlin und die Denkwerkstatt eintauchen – und danach wieder auf ihre Position im Unternehmen zurückkehren. „Talent hat keine Grenzen. Daher ist uns eine diverse Teamstruktur, mit Mitarbeitern aus allen Hierarchien, Altersklassen und Geschäftsbereichen von Audi, besonders wichtig. So erreichen wir maximale Kompetenzvielfalt, Vernetzung und Kulturtransformation“, erklärt Anna Trunk, Kernteam-Mitglied und zuständig für Strategy & Relations.

Vom Co-Working zum Co-Living 

Flexibel, funktionsübergreifend und projektbasiert – so arbeiten die temporären Teilnehmer im  kreativen Umfeld. Dabei profitieren sie von einem starken Netzwerk, das weit über die Kernorganisation hinausgeht und kontinuierlich wächst. Aufgeteilt in vier Teams tüfteln die Teilnehmer der Denkwerkstatt ohne Hierarchien und mit viel Eigenverantwortung an ihren Geschäftsmodellen zu unterschiedlichen Fokusfeldern.

Team-Besprechung in der Audi Denkwerkstatt

Das Team "Rideguide" informiert Matthias Brendel, Chef der Audi Denkwerkstatt im Innovation-Lab, über den aktuellen Status Quo des Projekts.

Ziel nach den sechs Monaten ist ein valider Business Case, der attraktiv, wirtschaftlich und realisierbar ist. Und danach? „Die Lösungen, die in der Denkwerkstatt umgesetzt werden, können entweder ab einem gewissen Entwicklungsstand in die Kernorganisation überführt werden, oder ausgegründet werden. Natürlich brechen wir Ideen aber auch ab, falls der Business Case oder Kundennutzen nicht erkennbar ist.  Dies geschieht sehr schnell, damit wir aus dem Fehler lernen und Kapazität für neue Ideen haben“, erklärt der Leiter der Denkwerkstatt Brendel. Neben dem Co-Working, bringt vor allem das Co-Living die Teilnehmer aus ihrer Komfortzone. Denn während ihres Aufenthalts in Berlin leben sie zusammen mit den anderen Audi-Kollegen in einer 3-er WG.

Agile Methoden und innovative Themen

„Ich wollte mehr über agiles Arbeiten erfahren und vor allem die damit einhergehende Methodik erlernen. Das habe ich in der Denkwerkstatt gefunden“, erklärt Stephan Beutler, der in der Fahrwerksentwicklung arbeitet und stets für innovative Themen, wie beispielsweise 3D-Druck, zu begeistern ist. Seine Teamkollegen auf Zeit: Tim Pensel, der in der IT Fahrzeugkonzepte mitgestaltet, und Maximilian Oberacher aus der Antriebsentwicklung. „Ich liebe es, in kleinen Teams gemeinsam, schnell und agil zu arbeiten. Wir haben einen unglaublichen Team Spirit und brennen für unsere Idee. Hier arbeiten wir am Puls der Zeit und liefern neue Denkanstöße für Audis Zukunft“, erklärt Tim, während er akribisch seine Ideen auf bunten Post-its festhält.

Erklärung Rideguide an der Spree
Audi Blog-Autorin Stefanie Lackner bekommt vorab eine Einweisung in die "Rideguide"-App, bevor es für sie auf Tour durch Berlin mit dem elektrischen eKickboard geht.

So funktioniert der digitale Dienst Rideguide

„In Berlin gibt es mehr als 4.500 Restaurants, 360 Sehenswürdigkeiten und 190 Bars“, erklärt das Trio. „Diese große Auswahl kann Touristen schnell überfordern. Wir unterstützen die Kunden mit unserem digitalen Dienst Rideguide.“ Und so soll  der simple und doch einzigartige Service funktionieren: In der App kann der Kunde sein eigenes Profil anlegen oder alternativ seinen Social Media Account verknüpfen. Es besteht auch die Möglichkeit, einen Charakter auszuwählen, beispielsweise David Bowie mit dem Sightseeing-Schwerpunkt Musik. Im Anschluss können Zeitkorridor und weitere Wunschziele festgelegt werden. Danach schlägt Rideguide eine individualisierte Route vor, anhand derer der Kunde die Stadt erkunden kann. Flexibel können Vorschläge auf der App gelöscht oder weitere hinzufügt werden. Die Route aktualisiert sich entsprechend.

Das Audi Denkwerkstatt Team befragt Passanten vor dem Brandenburger Tor

Den Kundenbedürfnissen von morgen auf der Spur: Tim Pensel und Maximilian Oberacher befragen Passanten zum Projekt "Rideguide".

Damit aber nicht genug. „Wir wollen das individuelle Routing mit weiteren Mobilitätsformen und unterschiedlichen Devices verknüpfen.“ Ein Device ist ein Mikromobilitätskonzept – ein elektrisches eKickboard, das bei Audi entwickelt wird. Auch von diesem Produkt ist das Team überzeugt. „Wir können das eKickboard auf unterschiedliche Weise einsetzen. Als eines der Fortbewegungsmittel zu unserem digitalen Dienst Rideguide, aber auch als First & Last Mile Konzept. Der Markt ist jetzt schon riesig.“

Als sie meinen kritischen Blick bemerken, rollen sie mir das eKickboard heran und statten mich mit einer ersten Version der App aus. Und so teste ich das Projekt Rideguide der Audi Denkwerkstatt, das mit einem einfachen Klebezettel begonnen hat. Ich kurve durch Berlin, David Bowie mein Assistent. Und wir sind uns einig: Berlin war noch nie so schön.

Audi Denkwerkstatt – ein Platz für Innovationskünstler und Zukunftsdenker

Audi bietet mit dem Innovation-Lab in Berlin, kreativen und zukunftsdenkenden Mitarbeitern die Chance, spannende Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das Projektteam “Rideguide” arbeitet an einer innovativen Idee und steckt viel Leidenschaft und Herzblut in die App. Ein Einblick in den Arbeitsalltag:

Das "Rideguide" Projektteam (v.l.): Stephan Beutler, Maximilian Oberacher, Matthias Brendel (Chef der Audi Denkwerkstatt), Malte Schönfeld und Tim Pensel.

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Agile in Action: In den letzten Monaten haben sich viele Post-its angesammelt, auf denen das Projektteam Ideen festhält.

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Individuelle Sightseeing-Tour mit der "Rideguide"-App. Durch Einfügen von Parametern wie Zeit, Wunschzielen und Schwerpunkten erstellt die App individuelle Routen, mit der der Kunde die Stadt erkunden kann.

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