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Katharina Wagner über Kultur im Presswerk

Katharina Wagner inszeniert anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Kultur bei Audi“ am Sonntag einen Festakt in der Produktion im Werk Ingolstadt. Im Interview beschreibt die Leiterin der Bayreuther Festspiele die ungewöhnliche Herausforderung.

 Katharina Wagner inszeniert „50 Jahre Kultur bei Audi“ (Foto: Enrico Nawrath)
Katharina Wagner inszeniert „50 Jahre Kultur bei Audi“ (Foto: Enrico Nawrath)
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Über 150 Künstler von Klassik über Pop bis Jazz und Theater gestalten anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Kultur bei Audi“ am 11. November in Ingolstadt ein facettenreiches Festprogramm. Katharina Wagner inszeniert in der Produktion des Werks Ingolstadt einen Festabend, der Kunst im faszinierenden Technik-Ambiente erlebbar macht. Im Interview beschreibt die Leiterin der Bayreuther Festspiele die besonderen Herausforderungen der ersten szenischen Aufführung überhaupt in einer Audi-Werkhalle.

Frau Wagner, was ist das Besondere daran, eine Aufführung in einer Produktionshalle zu machen?
Jeder Raum hat eine Aussage. Das Presswerk N58 ist besonders lebendig, weil dort bis kurz vor der Veranstaltung am 11. November noch produziert wird. Diese industrielle Atmosphäre versuchen wir in unserem Bühnenbild einzufangen.

Dieser Ort ist für Sie in dieser Form ja eine Premiere. Wo lagen in der Umsetzung die größten Herausforderungen?
Die Halle ist sehr groß und fordert uns gerade in der akustischen Umsetzung sehr heraus. Aber wir arbeiten mit Tontechnikern zusammen, die die einzelnen Künstler und die Ensembles so verstärken, dass jeder gut gehört wird und dass jeder Künstler auch auf der Bühne sich selbst hört. Darüber hinaus ist eine besondere Situation, dass wir fast keine Probenzeit aufgrund der laufenden Produktion im Werk haben. Für die Gala gibt es nur einen Durchlauf. Das ist auf einer Opernbühne eine ganz andere Situation. Da haben wir wochenlang Zeit für Proben und können sowohl in technischer als auch in künstlerischer Hinsicht ausprobieren. Eine weitere Herausforderung liegt darin eine Verknüpfung der zahlreichen Künstler an nur einem Abend zu erreichen. Neben Gesangsdarbietungen haben wir auch instrumentale Darbietungen, Tanz und filmische Beiträge, die das große Spektrum des Kulturengagements von Audi abbilden. Diese zahlreichen Beiträge auch in Bezug auf deren Verbindung und Bedeutung für Audi in der fünfzigjährigen Geschichte des Kulturengagements zu verknüpfen, ist für mich und mein Team sehr spannend und reizvoll.

Was erwartet die Gäste beim Jubiläumsfestakt am 11. November genau?
In erster Linie eine sehr vielseitige und spannende Gala in einer äußerst spannenden Räumlichkeit. Uns war es hierbei wichtig, die Atmosphäre dieser Halle beizubehalten und mit den kulturellen Beiträgen von über 150 Künstlern aus den Bereichen Klassik, Jazz, Pop und Theater zu füllen. Auch filmische Beiträge werden eine Rolle spielen. Im Mittelpunkt wird aber die Audi Bläserphilharmonie stehen, deren 50. Geburtstag mit dieser Gala gefeiert wird. Die Unterstützung dieser Initiative von Audi-Mitarbeitern hat zu dem heutigen Kulturengagement der AUDI AG geführt. Durch den Abend führt der TV-Moderator Ulrich Meyer.

Audi unterstützt die Bayreuther Festspiele bereits seit 2009. Welche Projekte konnten Sie mit Hilfe dieser Förderung realisieren?
Audi ist für uns mehr als nur ein Sponsor, da wir die Projekte, die Audi in Bayreuth unterstützt, miteinander abgestimmt haben. Audi ist es wichtig, Nachhaltigkeit in der Kulturförderung zu ermöglichen. Daher unterstützt das Unternehmen maßgeblich das Projekt „Richard Wagner für Kinder“ sowie im letzten Jahr erstmalig die Kino-Übertragung des Parsifal. Mit „Wagner für Kinder“ wollen wir dem Publikum von morgen einen Zugang zur Oper allgemein und zu den Werken Richard Wagners verschaffen und sie für Musik begeistern.

Verraten Sie uns, welche spannenden Projekte Sie als nächstes geplant haben?
2013 steht das große Wagnerjahr zu Ehren von Richard Wagners 200. Geburtstag an. Zu diesem Anlass werden neben einem großen Festkonzert am 22. Mai auch die drei Frühwerke „Rienzi“, „Die Feen“ und „Das Liebesverbot“ in Bayreuth aufgeführt. Neben diesem umfangreichen Rahmenprogramm gibt es aber auch im kommenden Jahr wieder eine Fortsetzung unserer Kinderoper sowie die große Neuinszenierung von „Der Ring des Nibelungen“.

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Karsten Kasparek

8. November 2012 um 13:06
Wow, was für ein spannendes Projekt! Und was für eine künstlerische, organisatorische und technische Herausforderung! Mutig von Frau Wagner, sich dem zu stellen, sie könnte es sich ja auch einfacher machen und um so ein Projekt einen weiten Bogen schlagen, immerhin hat sie ja auch einen Ruf zu verlieren. Chapeau! Und Respekt auch für Audi, so etwas auf die Beine zu stellen!

M.

12. November 2012 um 15:06
ich war live dabei , war sensationell