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Kent Nagano über das Vorsprung-Festival

Kent Nagano wird ab dem Sommer im Rahmen der Audi Sommerkonzerte als Artistic Director mit dem „Vorsprung-Festival“ fünf Konzerte gestalten. Im Interview verrät der weltbekannte Dirigent, was er sich vorgenommen hat.

 Kent Nagano
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Herr Nagano, in den kommenden drei Jahren werden Sie als Artistic Director bei den Audi Sommerkonzerten mitwirken. Was genau wird Ihre Aufgabe sein?

Ich wurde gebeten, für die nächsten drei Jahre die künstlerische Leitung des Vorsprung-Festivals zu übernehmen, das ein Festival im Festival sein wird. Das Vorsprung-Festival bietet eine Plattform, auf der ich programmatische und künstlerische Ideen für Ingolstadt präsentieren werde, wobei die Arbeit mit der Audi Jugendchorakademie im Mittelpunkt stehen wird. Der Audi-Anspruch „Vorsprung durch Technik“ kann indirekt auch in der Musik gefunden werden: Vorsprung, weil Kreativität immer die Voraussetzung für Innovation ist. Und wenn man Musik zum Klingen bringen will, bleibt auch eine gewisse Grundvoraussetzung von technischem Können nicht aus. „Vorsprung“ im Kontext dieses Festivals wird die Arbeit mit jungen Musikern beleuchten. Ausgangspunkt der Kooperation mit Audi war die Audi Jugendchorakademie, die als von einem Unternehmen initiiertes Projekt für junge Menschen einzigartig und außergewöhnlich ist. Mit dem Vorsprung-Festival erhalten Chormitglieder Gelegenheit, musikalische Erfahrungen mit Musikern von Weltruf zu teilen, die für Traditionen stehen, von denen ich hoffe, dass sie die jungen Sänger für ihr weiteres Leben prägen werden.

Können Sie schon verraten, was Sie sich für den Sommer 2014 vorgenommen haben?

In diesem Sommer finden im Rahmen des Vorsprung-Festivals fünf Konzerte statt: Zwei Konzerte befassen sich jeweils mit nur einem Werk: Mahlers zweiter Sinfonie – der „Auferstehungssinfonie“ – und Dvořáks Requiem. In beiden Konzerten wirkt die Audi Jugendchorakademie mit. Die beiden Kompositionen erforschen mit ihren Themen „Erneuerung des Lebens“ und „Tod“ Perspektiven der Entwicklung und der Überwindung von Grenzen. Beide wurden Ende des 19. Jahrhunderts komponiert, sprechen aber dennoch ganz unterschiedliche Sprachen. Das dritte Konzert, das ich dirigieren werde, hat ein reines Instrumentalprogramm, das – wie die beiden anderen Konzerte – von Lyrik und Konflikt geprägt ist. Das fünfte Klavierkonzert von Beethoven mit Solist Rudolf Buchbinder wird mit einer Komposition kombiniert, die 2013 mit einem Grawemeyer Award ausgezeichnet wurde: „Up-close“ von Michel van der Aa ist ein Stück für Cello und Ensemble. Soloinstrument und Orchester treten in einen Multimedia-Wettstreit mit dem Genre Film.

Sie haben bereits mehrfach mit der Audi Jugendchorakademie zusammengearbeitet – unter anderem für CD-Aufnahmen oder ein gemeinsames Konzert für Papst Benedikt. Was macht den Chor so besonders?

Die Jugendchorakademie ist eine einzigartige Initiative von Audi. Ihre Finanzierung zeigt, dass das Unternehmen aktiv in die Generation von morgen investiert – durch Konzepte der kompromisslosen Exzellenz, durch abstrakte Problemlösung und durch die soziale Integrität der darstellenden Künste mit jungen Erwachsenen, die am Beginn ihrer beruflichen Karriere stehen – wobei die meisten von ihnen keine professionelle Karriere in der Musik antreten werden. Für mich steckt in dieser Iniative seitens Audi der Gedanke des „Vorsprungs“. Dem künstlerischen Leiter und Dirigenten der Audi Jugendchorakademie, Martin Steidler, ist es zu verdanken, dass der Chor ein beständiges und erstaunlich hohes musikalisches Niveau erreicht hat. Die Sänger sind alle Amateure, denen das Singen Spaß macht und die ihre Leidenschaft in die Audi Jugendchorakademie einbringen.

Sind solche Kooperationen ein Weg, junge Menschen an die klassische Musik heranzuführen?

Singen und Tanzen gehören zu den natürlichsten Wegen, Freude auszudrücken: Ob man ein Schlaflied für Kinder singt oder auf dem Oktoberfest tanzt – die Freude an der Musik ist wesentlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens. So gesehen, kann man sagen, dass Musik zutiefst menschlich ist. Aus der Geschichte wissen wir, dass das gemeinsame Musizieren Menschen immer zusammenführt und der Musik näher bringt. Die emotionale Erfahrung, wenn man auf der Bühne steht, ein Konzert gibt und spürt, wie das Publikum der eigenen Interpretation folgt, lässt sich nicht mit Worten beschreiben. Jeder, der diese Erfahrung gemacht oder beobachtet hat, kann ihre Bedeutung verstehen.

Sie wurden in den USA geboren, haben in Frankreich gearbeitet und waren bis letztes Jahr Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München. Was gefällt Ihnen an Bayern am meisten?

Die großen musikalischen Traditionen, die lange, reiche Geschichte, die lokale Küche, die volkstümlichen Gepflogenheiten und die Schönheit der Landschaft machen die Münchner Gegend zu einer ganz besonderen Region. Ebenso wichtig sind für uns die wunderbaren Freundschaften, die wir hier geschlossen haben – Freundschaften fürs Leben.

Weitere Informationen zu den Audi Sommerkonzerten und dem Vorsprung-Festival sowie Hinweise zum Kartenvorverkauf finden Sie unter www.audi.de/sommerkonzerte.

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