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Licht gestalten

Bei Audi arbeitet ein siebenköpfiges Team an der Aufgabe, die Autos ins rechte Licht zu rücken und deren Fahrtwege zu erleuchten. Beim Studiobesuch blickt das Audi Blog hinter die Kulissen - und erfährt dabei die Geheimnisse der Designer.

 Das Team des Audi Lichtdesigns, hier zu sehen beim Brainstorming und Skizzieren von ersten Entwürfen
Das Team des Audi Lichtdesigns, hier zu sehen beim Brainstorming und Skizzieren von ersten Entwürfen
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Scheinwerfer können inzwischen weit mehr als nur „an“ und „aus“. Das Team des Audi Lichtdesigns sorgt dafür, dass man ihnen das auch ansieht. „Der Aufbau von Scheinwerfern in Autos der 1980er oder 1990er Jahre ist so weit vom heutigen Stand der Technik entfernt wie ein Tischkicker von einer Spielkonsole. Deswegen sind auch ihre Gestaltung und ihr Ausdruck völlig anders“, sagt César Muntada Roura, Leiter Audi Design Exterieur Leuchten Serie/Konzepte.

Wo jahrelang Glühbirnen dominierten, kommen heute Xenonlichter, LEDs und seit neustem Laserlicht zum Einsatz. Den Designern ermöglicht dieser technische Fortschritt größere Gestaltungsfreiheit, da die neuen Technologien auf kleineren Bauteilen basieren und flexibler im Scheinwerfergehäuse positioniert werden können. Die Herausforderung liegt in der richtigen Gestaltung der Formen, um eine Leuchte zu schaffen, die den Charakter des Autos zeigt.

Die Designer diskutieren bei jeder Leuchte intensiv über die Kernaussage von Design und Technik und fertigen zahllose Zeichnungen an. Ihre Entwürfe entstehen allerdings oft nicht auf einem weißen Blatt Papier. Die Lichtdesigner zeichnen mit hellem Stift auf schwarzem Karton oder digital am Computer. So erstrahlen die Scheinwerfer bereits auf dem Papier und lassen ihre Wirkung leichter einschätzen.

„Das Licht muss zur Marke passen und die Designsprache aufgreifen. Audi zeigt sich puristisch, hochwertig und präzise. Das spürt man im kleinsten Detail. Jede Fläche wird genau auf den Gesamteindruck abgestimmt, jede Leuchte muss einzigartig und unverkennbar sein. Diesen Anspruch haben wir an uns selbst“, sagt César Muntada Roura.

Licht gestalten

Der Frontscheinwerfer des Audi TT basiert auf einer präzisen horizontalen Linie, die außen von zwei senkrechten Lichtelementen getrennt wird. Die Lichter des Audi A8 liegen in einem horizontalen Bogen

Selbst bei mäßigen Lichtverhältnissen und aus mehreren hundert Metern Entfernung soll man einen Audi als solchen erkennen können. Eine grundliegende Ähnlichkeit der Leuchten ist Voraussetzung dafür. Bei Audi besteht deswegen das Basisdesign im Scheinwerfer aus schmalen und langen Linien. Ist das Auto dann in Sichtweite, werden die Unterschiede im Linienverlauf einzelner Modellen deutlich. Für jede Modellfamilie entwickeln Muntada Roura und sein Team eine eigene Interpretation des Markendesigns. Dafür arbeiten sie eng mit der technischen Entwicklung zusammen und begleiten die Leuchten von der Papierskizze bis zum Prototypen.

So hat der neue Audi TT eine extrem dünne und präzise horizontale Linie, die außen von zwei senkrechten Lichtelementen getrennt wird, während das Tagfahrlicht des Audi A8 durch horizontale Linien bestimmt wird. Dieser Unterschied wird durch das Abblendlicht verstärkt, das als Modul zwischen dem senkrechten Tagfahrlicht beim Audi TT liegt, und sich beim Audi A8 als lange Fläche erstreckt.

Audi hat auf der L.A. Auto Show das Showcar Audi prologue vorgestellt. Es ist der Vorbote einer neuen Designsprache und wegen seiner Volllaserscheinwerfer auch für die Lichtdesigner eine wichtige Studie. „Laserlicht kommt unserer Vision von perfektem Licht unheimlich nahe“, schwärmt Muntada Roura. „Es ist so hell, dass der Lichtstrahl fast greifbar zu sein scheint.“

Licht gestalten

Eine Skizze der Frontscheinwerfer des Audi prologue: So präzise, dass jeder Lichtstrahl einzeln zu erkennen ist

Um die Präzision der Lasers auch im Design einfangen zu können, hat das Team um César Muntada Roura für den Audi prologue einen puristischen Scheinwerfer gestaltet und dabei die innenliegende Lasertechnik freigelegt. Im Frontscheinwerfer sind einzelne Laserfaser als schwebende Struktur deutlich zu erkennen. Die Heckleuchten setzen die komplett animierten Lichtfunktionen mit ihren dreidimensionalen Körpern in Szene. Der messerscharfe Lichtkegel und die animierten Lichtfunktionen des Audi prologue sind Ausdruck progressiver Technik und passen perfekt zur Designsprache des Wagens.

„Viele unterschätzen, wie viel das Design der Scheinwerfer beim Auto ausmacht“, so der Designer. Als im Audi A6 erstmals einzelne LED-Lichtpunkte statt Glühbirnen in der Heckleuchte verbaut wurden, war das für viele Kunden ein wichtiger Kaufgrund. „Und da hatten wir den Beweis. Ein Auto wird normalerweise durch die Frontansicht definiert. Aber wenn Kunden sich für ein Modell entscheiden, weil sie so begeistert von der Heckleuchte sind, dann sagt uns das doch vor allem eins: Scheinwerfer tragen zum Charakter von Autos maßgeblich bei.“

Durch den wischenden Blinker, der aktuell im Audi A8 verbaut wird, haben die Lichtdesigner und Entwickler bei Audi den Sprung in eine andere Dimension geschafft. Licht zeigt jetzt Bewegung an und hat neben Ästhetik eine neue Funktion dazugewonnen. Für César Muntada Roura und sein Team eröffnen sich völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten, und sie sind gerade erst am Anfang, sie auszuschöpfen.

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T. Olbricht

21. January 2015 um 10:48
Die Augen vom A8 sehen auf jeden Fall sehr elegant aus undhaben eine starke Wirkung!