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Lichtdesign des Audi Aicon

Der Audi Aicon verkörpert die Zukunft des Automobils. Auch beim Lichtdesign läutet die Design-Vision eine neue Ära ein. Braucht das autonom fahrende Auto von Morgen überhaupt noch Scheinwerfer? Blog-Autorin Maj-Britt Peters hat bei den Lichtdesignern nachgefragt.

Der Audi Aicon im neuen Designcenter von Audi in Ingolstadt.
Der Audi Aicon verzichtet auf Scheinwerfer im herkömmlichen Sinn. Stattdessen gibt es komplett digital bespielbare Displayflächen an Front und Heck.

Sinnlich und imposant ruht der Audi Aicon im neuen Designcenter von Audi. Er ist Mobilitätskonzept, Technikträger und Designstudie in einem, und er war der Star auf der diesjährigen IAA. Kaum betreten Cesar Muntada und Viktor Hahn den Raum, beginnen die unzähligen Pixel unterhalb der Motorhaube zu strahlen. Sie stehen im Raum und wachsen zu einer Pupille. Rhythmisch tanzen sie über die großen Flächen rund um die leuchtenden Audi-Ringe in der Front. Von innen nach außen, von oben nach unten. Es wirkt, als würde der Aicon sich freuen seine Lichtdesigner zu sehen.

Mit dem Aicon präsentiert Audi das Automobil von morgen. Der autonom fahrende Technikträger hat kein Lenkrad und keine Pedale. Und er verzichtet auf Scheinwerfer und Leuchteinheiten im herkömmlichen Sinne.

Die Gestaltung des Lichts

Der Grund: Die Laser- und Radarsensorik sieht auch im Dunkeln genug, um seine Insassen sicher durch den Verkehr zu navigieren. „Das eröffnet uns Designern die Möglichkeit, das Thema Licht neu zu denken“, sagt Muntada, Leiter des Lichtdesigns bei Audi. Somit geht es beim Aicon nicht mehr nur um die Gestaltung der Lichtelemente und deren Formgebung, sondern auch um die Gestaltung des Lichts selbst. Ein Resultat: Der Audi der Zukunft begrüßt jeden seiner Insassen mit einer persönlichen Lichtsignatur – erst recht seine Lichtdesigner.

Lichtdesign Audi Aicon

Die Lichtdesigner Viktor Hahn (links) und Cesar Muntada (rechts) im Blickkontakt mit dem Audi Aicon. Spektakulär erscheint der Audi Aicon aus jedem Blickwinkel.

Digitales Licht als Basis für Vertrauen

Immer wieder bewegt sich das Licht fließend über die langgezogenen, digitalen Flächen an Front und Heck. Möglich machen das große digitale Lichtfelder, die frei animiert werden können. Sie bestehen aus hundert dreieckigen Pixel-Segmenten, die dem Audi AI-Symbol dreidimensional nachempfunden sind. „Durch die Dreidimensionalität der Pixel machen wir die digitale Welt physisch erlebbar“, erklärt Muntada. Und das mit faszinierenden Reaktionen: „Auf der IAA hatten die Besucher das Bedürfnis, die Lichter zu berühren – zu gucken war ihnen nicht genug. Das war ein ganz besonderer Moment für uns Lichtdesigner.“

 

"Zukünftig ist die Hauptfunktion des Lichts nicht mehr das Sehen, sondern die Kommunikation."

Cesar Muntada, Leiter des Lichtdesigns bei Audi

„Bei heutigen Serienmodellen ist das Licht ein Sicherheitsfaktor“, erklärt Muntada. „Doch bei einem autonom fahrenden Fahrzeug ist das Licht die Basis für Vertrauen.“ Wer heute an einer beliebigen Straßenkreuzung steht, kann via Blickkontakt mit dem Fahrer über die Verkehrssituation kommunizieren. Bei autonom fahrenden Autos wird es diesen Fahrer nicht mehr geben. Doch mit wem nehmen wir dann Blickkontakt auf? Genau, mit dem Auto. Zukünftig ist die Hauptfunktion des Lichts also nicht mehr das Sehen, sondern die Kommunikation. Daher sind die Lichter des Aicon dem menschlichen Augen nachempfunden. „Der Aicon schaut einem direkt ins Gesicht“, sagt Muntada und streicht mit der Hand über das grün aufleuchtende Display am Singleframe.

Lichtdesigner Viktor Hahn betrachtet die aus hundert dreieckigen Pixe-Segmente bestehenden Displayflächen.
Chef-Lichtdesigner Cesar Muntada betrachtet die horizontal geschnittenen Leutsegmente.

Mit dem Aicon haben Muntada und sein Team eine neue Lichtsprache entwickeln. „Der Audi Aicon ist ein puristisches Konzeptfahrzeug, deshalb ist auch das Lichtkonzept reduziert und in sich schlüssig“, sagt Lichtdesigner Hahn. Immer mit dem Ziel, das Vertrauen und den Dialog zwischen dem Auto und anderen Verkehrsteilnehmern zu stärken. „Die LED-Technik erlaubt es, Grafiken, Animationen und Informationen in allen Farben darzustellen. So kann der Aicon Blickkontakt mit einem Fußgänger aufnehmen und ihm zeigen, dass er ihn erkannt hat und ihn über die Straße gehen lässt“, sagt Hahn. Auch symbolisiert er den anderen Verkehrsteilnehmern, was er als nächstes tun wird: Beim Beschleunigen laufen Lichtwellen nach oben, beim Bremsen nach unten und dem Spurwechsel geht ein Farbwechsel voraus. „Wir haben uns bei den Lichtbewegungen an der Symbolik des von Audi entwickelten dynamischen Blinkers orientiert“, erklärt Hahn. „Es ist wichtig, dass die Symbolik selbsterklärend und international verständlich ist.“

 

In Zukunft wird das Zusammenspiel aus Digitalisierung und Vernetzung auch beim Licht verstärkt eine Rolle spielen. Dabei bekommt das Licht eine soziale Komponente, indem es noch stärker kommunikativ eingebunden wird. „Der Aicon besitzt hochauflösende Ausleucht-Module, die die Umwelt so ausleuchten können, wie es die Situation erfordert – das kann durchaus auch eine entsprechend angepasste Straßenausleuchtung sein“, erklärt Hahn. Das Digital Matrix Light ermöglicht es, anderen Verkehrsteilnehmern wie etwa einem Motorradfahrer Gefahrenhinweise auf die Straße zu projizieren – wie es erstmals beim Audi e-tron Sportback concept möglich war.

Der Aicon kann Blickkontakt mit Fußgängern aufnehmen und ihm zeigen, dass er sie erkannt hat und über die Straße gehen lässt.

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Erkennt das Konzeptfahrzeug Passanten oder andere Verkehrsteilnehmer, nimmt er regelrecht Blickkontakt zu ihnen auf und folgt ihnen mit den „Augen“.

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Der Audi Aicon unterstützt seine Umwelt intelligent und weist Fußgänger oder Radfahrer mit Warn-Animationen mit seinen Displayflächen auf Gefahrensituationen hin.

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Die großen Flächen und die hohe Anzahl der Pixel erlauben vielfältige Grafiken, Animationen und Informationsdarstellungen in allen Farben. So lassen sich Fahrmodi wie hier die Kolonnenfahrt visualisieren.

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Auch am Heck sind großflächige mehrere hundert 3D-Pixel in räumlicher Anordnung platziert.

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Ist das jetzt das perfekte Licht?

„Der Aicon bewegt sich in einer ganz neuen Welt. Es liegt jetzt an uns, diese Welt sinnvoll zu definieren“, sagt Muntada. Dabei ist besonders wichtig: „Jedes Fahrzeug hat seinen eigenen Charakter, aber die Audi-Familie muss immer erkennbar sein – wie auf einem Familienfoto.“ Im Statischen entspricht das Lichtdesign des Konzeptfahrzeugs also der Formsprache von Audi: Langgezogene Lichtkörper und ein klares, sinnliches Design. Und in der Bewegung? „Als erster Audi überhaupt drückt der Aicon den Charakter des Insassen aus – und zwar über seine Lichtbewegungen“, erklärt Muntada. Die personalisierte Begrüßungssignatur ist da nur eins von vielen Features. Beim Verlassen des Fahrzeugs im Dunkeln aktiviert sich zudem ein „Lichtbegleiter“ in Form einer Mini-Drohne mit Scheinwerfer, der den Fußweg des Nutzers sicher ausleuchtet.

Doch wie nah kommt die Design-Vision dem perfekten Licht? „Der Aicon hat das perfekte Licht für den Insassen“, sagt Muntada. „Für den Fahrer haben wir das perfekte Licht mit dem neuen Audi A8 bereits auf der Straße.“

Der Aicon im Designcenter von Audi

Als Konzeptfahrzeug bewegt sich der Audi Aicon in einer ganz neuen Welt und gibt einen Ausblick auf die Mobilität der Zukunft.

Audi Aicon
Aus dem Audi MediaCenter

Audi Aicon

Mit der viertürigen Design-Vision Audi Aicon stellt die Marke mit den Vier Ringen einen völlig autonom fahrenden Audi der Zukunft vor – ohne Lenkrad, ohne Pedalerie. Als Designkonzept wagt der viertürige 2+2-Sitzer sowohl beim Exterieur als auch im Interieur einen weiten Sprung in die Formgebung der nächsten Jahrzehnte. Der Technikträger vereint auf visionäre Weise Innovationen bei Antrieb und Fahrwerk, bei Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Auch der Aicon ist für rein elektrischen Betrieb ausgelegt, und er soll Distanzen zwischen 700 und 800 Kilometern mit einer Batterieladung zurücklegen können.

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