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Mission control

Unter strenger Beobachtung steht die Audi-Fertigung in Ingolstadt: Im neu gebauten Fahrzeugleitstand haben die Mitarbeiter auf knapp 70 Monitoren alle Abläufe der Produktion im Blick. Das Audi Blog hat sich hinter den Kulissen umgeschaut.

 Auf knapp 70 Monitoren haben die Ingolstädter Fahrzeugsteuerer alles im Blick – vom Karosseriebau über die Lackierung bis hin zur Montage
Auf knapp 70 Monitoren haben die Ingolstädter Fahrzeugsteuerer alles im Blick – vom Karosseriebau über die Lackierung bis hin zur Montage
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Auf den ersten Blick erinnert alles an das Mission Control Center der Europäischen Weltraumbehörde: 24 Großbildschirme neben 33 Steuerungsmonitoren und elf Office-Bildschirmen. Doch sind hier weder europäischer Luftraum noch das Weltall zu sehen. Vielmehr zeigt sich eine andere, ganz eigene Welt: Die Welt der Audi-Fertigung in Ingolstadt. Mehr als 2500 Audi-Modelle fahren hier jeden Tag vom Band. Kontrolliert und gesteuert im Fahrzeugleitstand – dem Gehirn des Audi-Werks in Ingolstadt.

„Vom Fahrzeugleitstand aus steuern wir, wann welches Modell wo gebaut wird, und wo welches Material in welcher Zusammenstellung benötigt wird. Von dem Moment an, an dem das Werk den Auftrag des Kunden entgegennimmt, bis zum Zählpunkt 8, dem letzten Qualitätscheck der Audi-Modelle“, erklärt Udo Ringendahl, Leiter der operativen Fahrzeugsteuerung in Ingolstadt. Damit alles reibungslos verläuft, sind auf der acht Meter langen Monitorwand abwechselnd die insgesamt 240 Stationen zu sehen, die ein Audi in Ingolstadt bis zur Fertigstellung durchläuft – vom Karosseriebau über die Lackierung bis hin zur Montage.

Fahrzeugleitstand

Fahrzeugsteuerer Weindler sorgt dafür, dass die Fertigung nie zum Stehen kommt

„Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Fertigung nie zum Stehen kommt. Der Kunde soll seinen Audi ja pünktlich erhalten. Gibt es einmal Engpässe oder Störungen, müssen wir reagieren. Ähnlich der Verkehrsleitsteuerung auf Autobahnen: Die Autos müssen stets im Fluss sein, jede Störung hat Auswirkungen, die kompensiert werden müssen“, erklärt der 49-Jährige. Dafür sind Ringendahl und sein Team rund um die Uhr im Einsatz: In drei Schichten sorgen 22 Audi-Mitarbeiter für einen reibungslosen Ablauf der Prozesse.

Sobald sich ein Engpass ergibt oder eine Störung auftritt, heißt es für die Fahrzeugsteuerer handeln, aber schnell. Ein Bespiel: Wegen einer Vollsperrung auf der A9 können die Klimakompressoren für den Audi A3 nicht rechtzeitig angeliefert werden. „Auf die Lieferung zu warten, ist keine Option, denn am Ende des Tages müssen alle eingeplanten Modelle fertig sein – Stau hin oder her“, erklärt Walter Weindler, Spezialist für Karosseriebau- und Lacksteuerung bei Audi.

Fahrzeugleitstand

IT-Spezialist Mengert hatte die Idee zur Nutzung virtueller PCs- und machte den Audi-Fahrzeugleitstand damit zum technischen Vorreiter

Die Lösung: Die A3-Modelle verbleiben zunächst in einem Zwischenlager und werden so lange hinten angestellt, bis die Klimakompressoren eingetroffen sind. „In der Zwischenzeit ziehen wir andere Autos vor. Welche und wie viele, auch das entscheiden wir und sorgen dafür, dass alle Folgeprozesse entsprechend angepasst werden“, so der 53-jährige Fahrzeugsteuerer. Dabei sind nicht nur Flexibilität und Zuverlässigkeit der Mitarbeiter gefragt, sondern auch die Technik, mit die der Fahrzeugleitstand ausgestattet ist. „Wir haben uns zum Start des Neubaus 2013 entschlossen, die PCs der Mitarbeiter zu virtualisieren. Das heißt, als virtuelle Geräte in einem Rechenzentrum zu installieren“, erklärt Werner Mengert, verantwortlich für die IT des Audi-Fahrzeugleitstands.

Der Vorteil dieser virtuellen IT gegenüber konventionellen PCs: Menger und seine Kollegen sind bei der Prozesssteuerung nicht mehr an einen festen Arbeitsplatz gebunden, sondern können die jeweiligen Anwendungen auf den Monitor ziehen, an dem sie gerade gebraucht werden. Das spart Zeit beim Reagieren. Und macht den Audi-Fahrzeugleitstand zum Vorreiter im Volkswagen Konzern.

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