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Neue Technik für eine abwasserfreie Produktion

Für die Autoproduktion wird Wasser benötigt. Um diese kostbare Ressource zu schonen, wird Audi künftig fast ausschließlich Betriebswasser im Kreislauf nutzen und noch weniger Frischwasser verbrauchen. Wir erklären die neue Technik.

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Wasser ist der Ursprung allen Lebens: 70 Prozent der Erde sind damit bedeckt, doch nur ein Prozent davon ist verfügbares Süßwasser. Audi weiß um die Bedeutung dieser Ressource: Durch die Nutzung eines Membranbioreaktors (MBR) werden die wassersparenden Prozesse am Standort Ingolstadt kontinuierlich optimiert.

In dem Reaktor wird das Abwasser künftig in zwei Stufen aufbereitet. Zunächst reinigen Bakterien das Wasser: Sie bauen organische Schadstoffe ab, während sie anorganische Schadstoffe an ihrer Oberfläche binden. Im zweiten Schritt verhindern Membranen, dass die Bakterien ins Abwasser kommen. „Sie sind so fein, dass sie eine absolute Barriere für Bakterien und Viren darstellen“, erklärt Antje Arnold vom Betrieblichen Umweltschutz. Das aufbereitete Abwasser hat dadurch sehr gute Qualität und kann als Betriebswasser wiederverwendet werden.

Durch die MBR-Technik wird der jährliche Frischwasserbedarf für die Autoproduktion um bis zu 40 Prozent reduziert, 500 Millionen Liter werden so gespart. Der Abwasseranteil soll um bis zu 50 Prozent, der Sonderabfall um bis zu 20 Prozent sinken. „Weltweit nutzt noch kein anderer Automobilhersteller einen Membranbioreaktor, um Wasser im Kreislauf zu nutzen“, so Arnold. Ende 2014 soll die Großanlage in Betrieb gehen.

Zur Zeit werden in Ingolstadt zwei Wasserqualitäten genutzt: Trinkwasser wird nur im unbedingt notwendigen Maße verwendet, ansonsten wird Betriebswasser eingesetzt. Der Autobauer schöpft sein Wasser zum Beispiel aus den Lepsinger Quellen und werkseigenen Karstbrunnen. Auch Regenwasser wird auf 450.000 Quadratmetern Dach- und Parkplatzfläche gesammelt. Da der Bedarf des Werkes aber weiter steigen wird, sichert Audi mit der Einführung des Membranbioreaktors die ökologische Wasserversorgung.

Damit ein Teil des Betriebswassers nach der Nutzung wiederverwendet werden kann, wird es in einer Aufbereitungsanlage gereinigt. Bezieht man die Kühlkreislaufsysteme mit ihrem Jahresumsatz von knapp 36 Millionen Kubikmetern in die Rechnung mit ein, bleiben 95,8 Prozent des in Ingolstadt genutzten Wassers im Kreislauf des Werkes. Mit dem Membranbioreaktor soll dieser Anteil auf über 97 Prozent erhöht werden. „Damit gehen wir den nächsten großen Schritt auf dem Weg zur abwasserfreien Produktion“, so Arnold.

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