THOR: Der neue Dummy im Audi Crashlabor

Fahrzeugsicherheit

Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Audi Q7: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,2 – 5,5; CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 163 – 144.
Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis

THOR: der neue Dummy im Audi-Crashlabor

Im Namen der Fahrzeugsicherheit führt Audi jeden Tag Crashversuche durch. Immer mit an Bord: Dummys. Seit kurzem setzt das Testzentrum der Fahrzeugsicherheit auf einen neuen Kollegen: THOR. Autorin Lisa Feldmann war zu Besuch im Dummylabor und hat ihn bei einem Crash begleitet.

Darf ich vorstellen? Das ist THOR, der neue Kollege im Dummylabor in der Entwicklung Fahrzeugsicherheit bei Audi. Mithilfe von 130 Messkanälen an seinem Körper zeigt er, welche Verletzungsrisiken an Kopf, Brustkorb, Becken und Beinen beim Crash entstehen. Damit ist THOR der modernste Mitarbeiter im Team, wenn es darum geht, die Auswirkungen von Verkehrsunfällen auf den menschlichen Körper zu testen. „THOR verfügt mit 130 Messkanälen über doppelt so viele wie sein Vorgängermodell Hybrid III mit dem Namen Manni. Dadurch erhalten wir viel genauere Ergebnisse als bisher“, erklärt Björn Hohage, Dummy-Experte bei Audi.

THOR: Der neue Dummy im Audi Crashlabor
Seit Anfang des Jahres ist der neue Dummy THOR im Einsatz bei Audi.

Dummys sind Experten und stets auf eine Crashart spezialisiert: Frontcrash, Seitencrash oder Heckcrash. THOR ist ein klassischer Frontcrash-Dummy, liefert aber im Gegensatz zu seinem Vorgänger bessere Messerergebnisse bei Schrägbelastung.

THOR ist ein absoluter Durchschnittsmann

In THORs Hals befinden sich Stahlseile, die vergleichbar mit den Sehnen und Muskeln eines Menschen sind. Auch der Brustkorb ist viel komplexer aufgebaut. Manni kann nur an einer einzigen Stelle messen, wie tief der Oberkörper bei dem Aufprall eingedrückt wird. THOR hingegen misst die Brusteindrückung an sechs verschiedenen Stellen.

Und: Der neue Dummy hat sogar eine Achillessehne. „Je menschlicher die Dummys sind, umso bessere Messergebnisse erhalten wir. Und mit THOR haben wir einen neuen Kollegen, der dem Menschen viel ähnlicher ist als seine Vorgänger. Im Fachjargon heißt das: ‚biofidel‘“, erklärt Hohage.

Eigentlich ist THOR nur eine Abkürzung für die Typbezeichnung. Sein richtiger Name: „Test Device for Human Occupant Restraint“. Als durchschnittlicher, männlicher Erwachsener ist er 1,76 Meter groß und wiegt 77 Kilogramm. Während Manni im Laufe der Zeit eine Frau und Kinder bekommen hat, ist THOR derzeit noch Single. Seine Frau, die lediglich 1,50 Meter groß sein wird, befindet sich noch im Entwicklungsstadium. Erste Prototypen wird es 2017 geben.

Björn Hohage packt nun THOR an den Schultern und zieht ihm eine rote Neoprenjacke über, die mit Schaumklötzen und Lastverteilern ausgestattet ist. Sie dient als Ersatz für Haut und Fleisch des menschlichen Körpers. Dann stülpt er ihm noch ein orangefarbenes T-Shirt über den Kopf – die Berufsbekleidung der Crashtest-Dummys. Nach und nach stöpselt der Dummy-Experte die 130 Kabel für die Messkanäle an.

 

THOR: Der neue Dummy im Audi Crashlabor

Audi Dummy-Experte Björn Hohage und die Dummy-Familie.

THOR im Crash mit 56 Stundenkilometer

Dann platziert Hohage THOR auf dem Fahrersitz eines silbergrauen Audi Q7. Dem Dummy steht einer seiner ersten Arbeitseinsätze bevor – es wird ein sehr kurzer Einsatz werden. Die Ampel auf der Crashbahn schaltet von Grün auf Rot, ein lautes Hupsignal ertönt. Mit 56 Stundenkilometern rast das Auto frontal auf den Crashblock zu. Ein lauter Aufprall. Nach 0,3 Sekunden – das ist gerade einmal so viel wie ein Wimpernschlag – ist alles vorbei. Dann birgt Hohage den Dummy aus dem Fahrzeug und stöpselt die Kabel ab. Erst jetzt beginnt die eigentliche Arbeit: die Datenauswertung und Analyse.

THOR: Der neue Dummy im Audi Crashlabor
Über 75 Dummys setzen sich in ihrem Alltag dafür ein, die neuen Audi Modelle noch sicherer zu machen.

Noch ist THOR in der Probezeit. Das Dummy-Team testet ihn deshalb auf Herz und Nieren. Ihre Aufgabe ist es zu beobachten, welche Ergebnisse THOR liefert und wie die Technologie noch weiter verbessert werden kann. Dabei arbeitet Audi in internationalen Prozessen eng mit Gesetzgebern, Forschungsinstituten und Verbrauchsorganisationen zusammen.

Während der neue Dummy noch ganz am Anfang seiner Karriere steht, blickt Manni mittlerweile auf 40 Jahre Berufserfahrung zurück. „THORs Vorgänger ist in den 1970er Jahren geboren. Er wurde zwar immer wieder aktualisiert, aber mit der Zeit kommt auch er an seine Grenzen“, erzählt Hohage.

Crashtests finden virtuell und in der Realität statt

Seit seinem Arbeitsantritt hat THOR erst wenige Crashtests miterlebt. Sein virtueller Bruder hingegen arbeitet schon viel länger für Audi. Denn bevor es zu den realen Versuchen kommt, wird der Crashtest virtuell durchgeführt. Simulationen erlauben Untersuchungen schon zu sehr frühen Entwicklungsphasen. Zusätzlich sind die Analysemethoden in der virtuellen Welt umfangreicher bei deutlich weniger Aufwand. „Virtuell haben wir sicher schon mehrere hundert Tests mit dem THOR durchgeführt“, schätzt Hohage. „Ich bin mir aber sicher, dass der finale Crashtest in Zukunft auch weiterhin mit realen Autos durchgeführt wird.“

Dummy THOR

THOR misst besonders im Thorax-Bereich präzisere Ergebnisse, da dieser im Vergleich zu Vorgänger-Modellen wesentlich komplexer aufgebaut ist.

THORs virtueller Bruder hat im Vorfeld schon mehrere hundert Crashtests erlebt.

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Über 75 Dummys setzen sich in ihrem Alltag dafür ein, die neuen Audi Modelle noch sicherer zu machen.

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THOR misst besonders im Thorax-Bereich präzisere Ergebnisse, da dieser im Vergleich zu Vorgänger-Modellen wesentlich komplexer aufgebaut ist.

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