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quattro – der große Erfolg noch ganz klein

Von der ersten Vision bis zum Durchbruch vergingen gerade einmal fünf Jahre. Fünf Jahre bis ihn jeder kannte – den quattro. Blog-Autorin Julia Hecker hat den Mann getroffen, der maßgeblich am quattro-Erfolg beteiligt war.

 Mit seinem
Mit seinem "privaten Museum" hat Walter Treser sich einen großen Traum erfüllt.
Werte der auf dieser Seite beworbenen Fahrzeuge:

Keine Angaben

Walter Treser, 75 Jahre alt, Ruheständler, den Beruf zum Hobby gemacht – ein gewöhnlicher älterer Herr eben, mag der ein oder andere jetzt denken. Dass er allerdings ein privates „Museum“ besitzt und damit 16 Autos in der Garage stehen hat, das lässt aufhorchen. Neun davon hat er eigenhändig umgebaut. Googelt man Walter Treser, so wird eines schnell klar: Walter Treser ist alles andere als gewöhnlich. Denn der Erfolg des quattro-Antriebs trägt seine Handschrift.

 

Der Anfang des quattro-Antriebs

Als Leiter der Fahrzeugkonzeptentwicklung kommt Walter Treser 1976 zu Audi – mit der Vision „der Welt zu zeigen, dass wir ein Auto entwickeln können, das allen anderen überlegen sein wird.“ Sein Ziel: „Ich wollte für Audi ein Auto entwickeln, das das Unternehmen auch in die Premiumklasse bringen könnte“. Sein Plan: „Mein Team setzte darauf, das Auto über den Motorsport bekannt zu machen und dann in der großen Serie zu demokratisieren“.

Den Startschuss für die Entwicklung des quattro gab damals Jörg Bensinger, Leiter der Fahrwerk-Versuchsabteilung. Auslöser für ihn war eine Erprobungsfahrt mit dem VW-Geländewagen Iltis in Skandinavien. Schneebedeckte Straßen und Hänge hatte dieser ohne Schwierigkeiten bewältigt und Bensingers Begeisterung für die Leistung des Iltis war groß – so groß, dass der alles entscheidende Satz fiel: „Wenn wir den Iltis mit mehr Leistung hätten, dann würd‘ ich sie alle nass machen.“

Der Anfang vom quattro

Walter Treser ist maßgeblich am Erfolg des quattro beteiligt.

 

Hinter Tür und Riegel arbeitet Treser also in geheimer Mission mit einem kleinen Team an der Vision eines „PKW mit sportlichem Zuschnitt, einer hohen Motorleistung und Allradantrieb.“ Nach sechs Monaten, im November 1977, steht ihr Konzept, das sich an dem bediente, was Audi in den späten 1970er Jahren zu bieten hatte: Der Turbomotor aus dem Audi 200 kombiniert mit dem Antrieb das VW Iltis und einem neu konstruiertem Unterboden, sowie der Hohlwellenkonstruktion. „Wir hatten das Glück, dass die Voraussetzungen im Audi dank Frontantrieb wirklich sehr günstig waren. Andere Hersteller, die auch Allradantrieb machen, haben da wegen des Heckantriebs sehr viel größere Probleme“, fasst Walter Treser zusammen.

Nach den ersten Entwicklungen in Richtung quattro geht das Team um Walter Treser auf Werbetour im Konzern. Denn sie müssen nicht nur Schlüsselpersonen aus Ingolstadt von ihrer Idee überzeugen, sondern ihr Projekt im gesamten VW-Konzern durchsetzen.

Der Durchbruch des quattro

Als eine wichtige Vorstandspräsentation ansteht, will Walter Treser nichts dem Zufall überlassen. Kurzerhand lässt er von der Feuerwehr einen Wiesenhang bei Ingolstadt unter Wasser setzten. Drei Vergleichsfahrzeuge stehen bereit, zwei davon schaffen es nicht über den Hang nach oben. Dann ist der quattro-Prototyp an der Reihe. Angesäuert und lustlos wirkt der damalige Generaldirektor als er einsteigt und fährt mit ziemlich wenig Gas los. „Wir haben gedacht, das geht schief“, erzählt Walter Treser. Erst am Hang tritt er dann aufs Gas, „und wusch war er ohne Probleme den Hang hoch gekommen“. Strahlend kommt der Generaldirektor zurück und ist restlos vom quattro überzeugt.

Der Anfang vom quattro

Im März 1980 wurde der erste Audi quattro auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt.

 

1980 wurde der erste quattro auf dem Genfer Autosalon vorgestellt – mit dem permanenten Allradantrieb. Und mit dieser Technik begann die erfolgreiche Rallye-Ära für Audi. „Wir hatten einen ganz genauen Plan im Kopf, haben etwas realisiert und damit sozusagen alle anderen überfahren“, sagt Walter Treser und schmunzelt. „Der quattro wurde genau so umgesetzt und weiterentwickelt wie wir es uns in den anfänglichen Träumen vorgestellt haben.“

Auch beim Namen überließ Walter Treser übrigens nichts dem Zufall. Was es damit auf sich hat, hören und sehen Sie auf Audi Media TV.

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